Die Verwaltungsgemeinschaft Bad Brückenau ist zum 1. Januar 2015 schuldenfrei. Diese Nachricht konnte Kämmerer Lothar Ziegler in der jüngsten Sitzung vermelden. Bereits im Jahr 2004 hatte die Verwaltungsgemeinschaft investieren müssen, denn damals war der Umzug in das neue Gebäude der Stadtverwaltung erfolgt. Dafür hatten die Verantwortlichen vor zehn Jahren 80 000 Euro an Kredit aufgenommen. In diesem Jahr wurden nun "die letzten Tilgungszahlungen hier für geleistet", wie Ziegler darlegte.
Der Gesamthaushalt des Jahres 2015 wird sich auf 889 700 Euro belaufen. Davon werden 874 700 Euro auf den Verwaltungshaushalt und 15 000 Euro auf den Vermögenshaushalt entfallen. "Das Gesamtvolumen liegt somit 11 800 Euro über dem Ansatz des Vorjahres."
Auch auf die Höhe der Verwaltungsgemeinschaftsumlage für das nächste Jahr ging der Kämmerer ein. Diese wird nach der Einwohnerzahl der Mitgliedsgemeinden Riedenberg, Oberleichtersbach, Schondra und Geroda bemessen. Ziegler hatte Rücksprache mit dem Statistischen Landesamt gehalten und erfahren, dass die Einwohnerzahlen zum Stand 30. Juni 2014 frühestens zum April 2015 ermittelt sind. Deshalb schlug er vor, das Verhältnis der Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2013 heranzuziehen. Demnach ergibt sich eine Umlage in Höhe von 133,50 Euro je Einwohner ab dem Jahr 2015. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Erhöhung um 9,50 Euro. Im Jahr 2014 betrug die Umlage noch 124 Euro je Einwohner.

Ausgaben für EDV-Ausstattung

Für das nächste Jahr hat Ziegler Ausgaben in Höhe von 15 000 Euro im Vermögenshaushalt berücksichtigt. Der Grund: Das Geld wird für "mögliche Erweiterungen bei der EDV-Ausstattung, einen Steueraktenschrank, eventuell für eine neue Telefonanlage und sonstige Verwaltungsausstattung benötigt". Weitere Kosten werden durch Umstellungen im Standesamt anfallen. In Zusammenarbeit der Anstalt für Kommunale Da tenverarbeitung in Bayern (AKDB) wird ein zentrales Personenstandsregister betrieben. Dafür und für das automatisierte Abrufverfahren wird ein Beitrag fällig. "Dieser beträgt rund 0,12 Euro je Einwohner und wurde im Haushalt veranschlagt", ergänzte der Kämmerer.
Ziegler machte auch darauf aufmerksam, dass die für den Staat übernommenen Aufgaben der Verwaltungsgemeinschaft immer weniger durch die Finanzzuweisungen des Staates gedeckt seien. Seit der jüngsten Anhebung der Finanzzuweisung im Jahr 1999 hätten sich allein die Personalkosten um gut 20 Prozent erhöht. Auch die Sachkosten seien deutlich teurer geworden, sagte Ziegler zum Beispiel mit Blick auf die Soft- und Hardware, mit der neue Ausweise und Pässe erstellt werden. Der Kämmerer ergänzt, dass eine Anhebung der Finanzzuweisungen vor diesem Hintergrund längst angebracht wäre. Eine Er höhung konnte aber bislang nicht erzielt werden.

Höhere Portogebühren

Kosten, die im nächsten Jahr nicht anfallen, aber im Haushalt 2014 spürbar waren, sind die für die Wahlen. So galt es, 2014 Erfrischungsgelder für Wahlhelfer für die Kommunal- und die Europawahl einzuplanen. Veranschlagt waren 7000 Euro. Auch die Kosten für Bürobedarf, Bü cher und Zeitschriften sowie Post- und Fernmeldegebühren konnte man senken, nachdem 2015 keine Wahlen anstehen. Die Portogebühren waren ohnehin deutlich höher, als bei der Haushaltsplanung 2014 angenommen. Als Grund dafür nennt Ziegler den starken Wunsch nach Briefwahlunterlagen und der erhöhte Schriftverkehr wegen der SEPA-Umstellung. "Allein für die Kommunalwahl ergaben sich Ausgaben in Höhe von rund 19 400 Euro", bilanzierte der Kämmerer. An den Kosten für die Kommunalwahl beteiligt sich der Landkreis mit 50 Prozent.

Nur geringe Differenz

Auf die Pass- und Ausweiskosten ging Ziegler gesondert ein. Bei einem Vergleich zwischen den Gebühren für Pass, Personalausweis oder Kinderreisepass mit den tatsächlichen Erstellungskosten zeigt sich, dass nur wenig Geld bleibt, um die anfallenden Arbeiten zu erledigen. So wird etwa für einen Reisepass für unter 24-Jährige eine Gebühr von 37,50 Euro fällig. Die Erstellungskosten betragen immerhin 32,33 Euro. Ein Personalausweis für über 24-Jährige zieht eine Gebühr von 28,80 Euro nach sich und kostet in der Erstellung 19,14 Euro.
In seiner Bilanz für 2014 erklärte Ziegler, dass die angesetzte Rücklagenentnahme von 41 900 Euro nicht notwendig sein werde. Die für die Wahl angeschafften Notebooks hätten zum Teil die Mitgliedsgemeinden mit einem Preisnachlass erworben. Außerdem wurden In vestitionen verschoben. So bleibt zum Ausgleich des Haushalts eine Rücklagenentnahme von 26 000 Euro erforderlich.


Der Haushalt in Zahlen:

Verwaltungshaushalt Ergebnis 2013: 776 471 Euro; Ansatz 2014: 836 000 Euro; Ansatz 2015: 874 700 Euro. Einnahmen und Ausgaben sind ausgeglichen. Die meisten Ausgaben im Verwaltungshaushalt entfallen auf die Personalkosten (81 Prozent).

Vermögenshaushalt Ergebnis 2013: 13 271 Euro; Ansatz 2014: 41 900 Euro; Ansatz 2015: 15 000 Euro. Einnahmen und Ausgaben sind ausgeglichen.

Rücklagen Nach Abschluss des Jahres 2014 beträgt der Stand der Rücklagen zum 31. Dezember 2014 voraussichtlich 51 674,13 Euro. Die Berechnung der Mindestrücklage orientiert sich an den Ausgaben im Verwaltungshaushalt in den vergangenen drei Jahren. Sie liegt aktuell bei 8059,33 Euro.