Die Leidenschaft für Videos gab es im Leben von Jan Marberg schon immer. "Bereits als Kinder haben wir uns beim Skateboarden gefilmt", beschreibt der Leiter des Kulturbüros - und im Anschluss die Videos geschnitten, so der Leiter des städtischen Kulturbüros weiter.

Nun hat sich die Technik weiterentwickelt und auch die Möglichkeiten sind vielfältiger geworden. Bis heute hat er dieses Hobby und kann das Gelernte für das Kulturbüro einsetzen. Vergangene Woche erschien der erste Vlog, das ist ein sogenannter Videoblog in dem über alles mögliche berichtet wird, aus dem Alten Rathaus.

Entstanden während Corona

"Wir möchten damit aktuelle Themen aus der Bibliothek, von Veranstaltungen oder aus dem Stadtleben vorstellen", sagt Marberg. Entstanden ist die Idee während der ersten Phase der Pandemie. Die Einrichtung hatte geschlossen, aber die Mitglieder konnten Medien bestellen und an der Tür des Alten Rathauses abholen.

"Um darauf aufmerksam zu machen, erstellten wir ein kurzes Video mit einer Gitarre als Klingel am Eingang", erinnert sich Marberg. Das Video fand im Internet mehr Beachtung als gedacht. So entstanden in der Social Media-Strategie während der Corona-Zeit immer mehr Videos, zum Beispiel im Rahmen des Kinderferienprogramms.

Doch eins fehlte: Ein Videostudio mit professioneller Technik. Da kam das Soforthilfeprogramm "Vor Ort für Alle" des Deutschen Bibliothekenverbands genau richtig. Mit Mitteln aus dem Bundeshaushalt soll Bibliotheken im ländlichen Raum geholfen werden. "Wir haben die Förderung für Equipment im vergangenen Jahr erhalten", freut sich Marberg.

Positive Rückmeldungen

Zu den Anschaffungen gehören unter anderem ein Greenscreen - das ist ein grüner Hintergrund, vor dem Aufnahmen produziert werden -, Scheinwerfer und eine professionelle Kamera. "Damit möchten wir jetzt regelmäßig Inhalte aus Bibliothek, VHS und Kulturbüro an die Bürger bringen", freut sich der Leiter.

Im ersten Vlog Anfang Februar stellten er und Mitarbeiterin Michaela Queck Neuerscheinungen der Bibliothek vor und zeigten mit einem Augenzwinkern Verstecke für Medien im Alten Rathaus. Impressionen aus der Stadt gab es ebenfalls, die das Video kurzweilig machten. Bereits nach wenigen Tagen hatte das Video über 630 Aufrufe, 36 Likes und viele Kommentare.

"Wir waren sehr überrascht über die positiven Rückmeldungen, die wir nicht nur über Social Media erhielten", sagt Marberg. Darunter gab es auch Kritik am Ton oder Verbesserungsvorschläge, "worüber wir immer dankbar sind".

Arbeit mit Kindern

Zeitaufwändig war vor allem das erste Mal mit dem neuen Equipment. Kurze Sequenzen aus dem Stadtleben, dem Park oder den Einrichtungen musste Marberg im Vorfeld aufnehmen. "Das müssen wir nicht jedes mal neu machen", erklärt er, genau wie das Intro und die Musikaufnahme. Vor allem die Postproduktion, also Schneiden und Ton, hat Marberg viel Zeit gekostet. Rund 25 Stunden lang habe er für die Nachbearbeitung gesessen.

Mit dem Videostudio haben die beiden Mitarbeiter des Kulturbüros einiges vor, wenn die Lage es wieder zulässt: Vor allem Kinder und Jugendliche sollen auf die Möglichkeiten und Gefahren des Internets herangeführt werden.

"Die Kinder können sich ausprobieren, können erfahren, wie ein Youtube-Video aufgenommen wird", erklärt Marberg. Aber vor allem sollen sie auch erkennen können, was unecht ist und was die heutigen Technik alles möglich macht.

Von den insgesamt 2800 Euro für das Equipment fördert der Deutsche Bibliothekenverband 75 Prozent. Die restlichen 25 Prozent sind Eigenleistung der Stadt. Hier sind die Videos zu sehen. Wer einen Instagram-Zugang besitzt, kann dort ebenfalls die Neuigkeiten aus dem Kulturbüro verfolgen.