Domkapitular Dietrich Seidel überreichte das Errichtungsdekret im festlichen Gottedienst in der Bischofsheimer Stadtpfarrkirche St. Georg den drei Gottesdienstbeauftragten, die als Vertreterinnen der vielen Ehrenamtlichen an dem Gottesdienst mitwirkten. Ehrentraud May (Oberelsbach), Maria Ramsauer (Walddörfer) und Marion Eckert (Bischofsheim) brachten je ein Kreuz aus ihren Pfarreiengemeinschaften nach vorne und stellten die Gemeinden vor, die den Pastoralen Raum "Am Kreuzberg" bilden.

Errichtungsdekret überreicht

Das Errichtungsdekret wurde ihnen überreicht als Zeichen für das wünschenswerte und notwendige Miteinander zwischen Haupt- und Ehrenamt, um Kirche und den Pastoralen Raum "Am Kreuzberg" gemeinsam zu entwickeln, Glauben erfahrbar und erlebbar zu machen und letztlich für den Schatz der Frohen Botschaft Jesu Christi begeistern und ihn weiterzugeben. So übergab er den drei Vertreterinnen auch die Heilige Schrift, zur Verkündigung des Wortes Gottes.

Der neue Pastorale Raum "Am Kreuzberg" erstreckt sich räumlich von Oberweißenbrunn bis Schönau und von Oberelsbach bis Langenleiten. Bestehen bleiben die drei Pfarreiengemeinschaften "Am Kreuzberg, Bischofsheim", "Die Walddörfer, Sandberg" und "Immanuel Hohe Rhön, Oberelsbach". Sie bilden gemeinsam mit dem Franziskanerkloster am Kreuzberg den neuen Pastoralen Raum.

Gemeindereferentin Corinna Zipprich als Koordinatorin berufen

Ernennungsurkunden überreichte Monsignore Seidel an Pfarrer Hubert Grütz, der zugleich die Aufgabe des Moderators im neuen Pastoralen Raum übernommen hat, sowie an Pfarrer Manfred Endres als Teampfarrer im Pastoralen Raum. Pfarrer Grütz oblag es als erste Amtshandlung, Gemeindereferentin Corinna Zipprich als Koordinatorin zu berufen, deren Aufgabe es sein werde, gemeinsam mit ihm und in enger Zusammenarbeit mit den weiteren Haupt- und Ehrenamtlichen den Pastoralen Raum zu entwickeln. Aufgaben der Organisation und Planung fallen künftig in ihren Bereich.

Mut zum Neuanfang

"Wo stehen wir heute als Kirche?", mit dieser Frage trat Domkapitular Seidel vor die Gemeinde. "Die Weitergabe des Glaubens in den Familien wird nicht einfacher. Die Zahl der Gottesdienstmitfeiernden wird überschaubarer." Immer weniger Taufen und immer mehr Sterbefälle und Kirchenaustritte seien zu verzeichnen. "Ist das alles dem Missbrauchsskandal in der Kirche geschuldet?" Oder: "Machen wir etwas falsch, liegt es an uns?" Seidel betonte ausdrücklich: "Es wäre für alle, die sich in unseren Gemeinden engagieren, fatal, wenn der Eindruck entstünde, sie genügten den Herausforderungen nicht." Die Kirche heute erlebe er als eine "Kirche im Übergang." "Wir wissen jetzt noch nicht, wie einmal unsere Gemeinden und das Christsein überhaupt aussehen werden." Auch der Pastorale Raum "Am Kreuzberg" habe mit der offiziellen Errichtung einen Übergang erlebt. Doch die einzelnen Pfarreien werden nicht aufgelöst, Kirche bleibe vor Ort und habe dort ein Gesicht. Seidel lud ein, die Chancen zu erkennen, die sich ergeben, wenn sich die einzelnen Gemeinden vernetzten. "Ein Netz kann tragen, Halt geben. Es kann verbinden und Verbindung schaffen. Es gilt, Neues zu entdecken und so einander zu bereichern." Seidel machte den Christen im Pastoralen Raum "Am Kreuzberg" Mut zum Neuanfang: "Ihr habe Jesus in eurer Mitte. Er ist mit euch auf dem Weg. Sein Botschaft will Mut machen, voll Zuversicht die Zukunft zu gestalten." Und so wünschte er, dass die Kirche im Pastoralen Raum "Am Kreuzberg" für viele immer mehr ein Ort der Begegnung, der Ermutigung und des Lebens werde.

Pater Korbinian und die drei Gottesdienstbeauftragten beteten für die Menschen im Pastoralen Raum. "Der Weg der Erneuerung und Veränderung könne bei Manchen Unsicherheit, Ratlosigkeit, Trauer und Resignation hervorrufen. Viele seien aber auch bereit, aufzubrechen und neue Wege zu gehen." Im Gebet wurde um die notwendige Behutsamkeit für alle, die Bewährtes behalten wollen, und um Zuversicht für Alle, die Angst vor Veränderung haben, gebeten - aber auch für die Freude am Glauben, für die, die sich in den Gremien und Räten engagieren, für das Pastoralteam vor Ort und alle, die haupt- und ehrenamtlich zusammenarbeiten.

Team vorgestellt

Corinna Zipprich stellte kurz das Team des neuen Pastoralen Raums vor, zu dem außerdem Pastoralreferent Stephan Tengler, Gemeindereferentin Evi Warnke, Diakon (mit Zivilberuf) Siegbert Kuhnen sowie Reinhold Kargl als mitarbeitender Priester i.R. gehören. Pater Korbinian Klinger, der Guardian des Klosters Kreuzberg, ist eng mit dem Pastoralen Raum verbunden, ist doch der Kreuzberg das geistliche Zentrum der Region und hat als Wallfahrtsort eine überregionale Bedeutung. Am Ende des Gottesdienstes dankte Pfarrer Hubert Grütz, den anwesenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Georg Seiffert (Bischofsheim), Sonja Reubelt (Sandberg) und Birgit Erb (Oberelsbach) für ihre Teilnahme. Grußworte mussten pandemiebedingt allerdings entfallen ebenso wie eine anschließende Begegnung mit den Vertretern der Gemeinden. Besonders freute ihn, dass Schönaus Bürgermeisterin Sonja Rahm die musikalische Begleitung an der Orgel übernommen hatte. Die Band, die den Gottesdienst begleitete, stand unter Leitung von Stephan Tengler.