"Das bisschen Haushalt macht sich von allein..." Nein, um den Schlager aus den 70er Jahren geht es in der Bischofsheimer Hauswirtschaftsschule nicht. Es geht um eine fundierte hauswirtschaftliche Ausbildung, die den Absolventen der Schule sowohl eine breite Basis für die vielfältigen familiären Aufgaben als auch für berufliche Qualifikationen innerhalb und außerhalb hauswirtschaftlicher Berufsfelder bietet.
Für die Schulleiterin der Landwirtschaftsschule Abteilung Hauswirtschaft, Doris Hartan-Khan ist klar: "Hauswirtschaft ist ein Zukunftsberuf". Am 19. September startet ein neuer einsemestriger Studiengang, für den noch einige Plätze frei sind. Eingeladen und angesprochen fühlen sollen sich alle an Hauswirtschaft und beruflicher Qualifikation interessierte Frauen und Männer.


Vielzahl an Fertigkeiten

"Die Ausbildung schafft eine fundierte Grundlage zur Führung eines Haushalts - ob im eigenen oder fremden Privathaushalt, im landwirtschaftlichen Unternehmerhaushalt oder in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, wie Kindergärten, Schulen, Senioreneinrichtungen oder Krankenhäuser", fasst die Schulleiterin zusammen.
Der aktuelle Studiengang ist im Mai zu Ende gegangen. Befragt nach ihren Erfahrungen sind sich die Frauen einig, dass sie in den unmittelbaren Bereichen der Hauswirtschaft nicht nur eine Vielzahl an neuen Kenntnissen und Fertigkeiten erworben haben. "Es ist eine hervorragende Möglichkeit für Menschen, die aus was für Gründen auch immer, aus dem Beruf heraus sind und einen Neueinstieg suchen", erklärt Petra Koch (Salz). Die umfassenden Kompetenzen, die die Schule vermittle, seien vielfältig einsetzbar und gerade in der heutigen Zeit sehr gefragt. Die Vielfältigkeit des Berufsbildes sei ihr erst im Laufe des Schulbesuchs klar geworden. "Es ist eine ideale Fortbildung auch für jemand, der schon etwas älter ist und dennoch einen Neuanfang im Beruf sucht." Oft bleiben Frauen nach der Familienpause im Mindestlohnbereich hängen, die Ausbildung in der Hauswirtschaft biete hier ein Sprungbrett, um beruflich wieder Boden unter die Füße zu bekommen.


Selbstbewusstsein steigt

"Es geht aber auch um Wertschätzung der eigenen Leistung und Qualifikation. Durch die Schule weiß ich was ich kann und was ich wert bin. Mein Selbstbewusstsein ist gestiegen und ich sehe neue berufliche Wege." So sah es auch Karin Werner (Unterweißenbrunn), die die Schule besuchte, um den umfassenden Familienalltag über alle Generationen hinweg effektiver meistern zu können. Für Olena Woywod (Mellrichstadt) war der Schulbesuch die Voraussetzung, um im Anschluss die Meisterprüfung abzulegen. Sie könne sich vorstellen, dass sie danach selbst junge Menschen auf ihrem Hof ausbildet. Die Meisterprüfung strebt auch Petra Koch direkt im Anschluss an. "Es gibt einen Riesenbedarf an hauswirtschaftlichen Dienstleistungen. Die Hauswirtschaft öffnet neue berufliche Fenster und durch die Meisterprüfung ist weiteres Fortkommen möglich." Es geht eben nicht nur um Kochen, Waschen und Bügeln, wie es der eingangs erwähnte Schlager besingt, sondern um umfassende Kompetenzen und Persönlichkeitsentwicklung.
"Es ist ein Beruf, der unterschätzt wird. Hauswirtschaft ist aber sehr attraktiv und abwechslungsreich, eine Arbeit, die Zukunft hat", wirbt die Schulleiterin."Auch in den regulären Berufen profitieren die Absolventen von einer hauswirtschaftlichen Bildung", sagt sie und verweist auf verschiedene Beispiele von ehemaligen Studierenden, denen die Grundlagen, die sie in der Hauswirtschaft erlernten, nun zu Gute kommen.
Natürlich werde durch die hauswirtschaftliche Ausbildung auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert. Wer rationell und effektiv "das bisschen Haushalt" managen könne, mit fundiertem Wissen zur Ernährung, Erziehung und Hauswirtschaftlichen Fertigkeiten, der habe mehr Freiräume und Kraft für die weiteren Herausforderungen des Alltags und für persönliche Freizeit.