Seit 2018 gibt es das kommunale Förderprogramm der Rhönallianz zur Belebung der Ortsmitten. In Motten wurden in dieser Zeit bislang sechs Erstberatungen durch Architekten durchgeführt. Davon wurde ein Bauvorhaben abgeschlossen und gefördert, zwei befinden sich noch in der Bauphase, die restlichen drei in der Planungsphase.

Emily und Manuel Weller sind seit zwei Jahren dabei, einen Altbau im Ortskern von Kothen zu sanieren. Schätzungsweise 65 bis 70 Prozent sind geschafft. Nach Rückbau und Sanierung kann sich das Paar jetzt auf die Innensanierung konzentrieren. Lieferengpässe und das Pendeln zwischen dem jetzigen Wohnort in der Schweiz und Kothen macht die Sanierung zu einem Langzeitprojekt. Spaß macht es immer noch, auch wenn die alte Bausubstanz immer wieder Überraschungen bietet.

Individueller Charme

So musste eine Giebelseite und zwei Wände erneuert werden. "Uns war es wichtig, der Substanz auf den Zahn zu fühlen, und nicht später in ein Überraschungsei einzuziehen. Wichtige Meilensteine waren die erst jüngst abgeschlossene Erneuerung der Fassade und des Dachstuhls", erzählt Manuel Weller. Das Gebäude hat Historie und individuellen Charme. Der Grund für die Haussanierung liegt im Haus selbst, nicht im Förderprogramm, das eher als ein Anstoß fungieren soll.

"Die Frage, ob wir das weiterführen wollen, stellt sich nicht", stellte Bürgermeisterin Katja Habersack in der jüngsten Gemeinderatsitzung klar, dass die Gemeinde Motten mit der freiwilligen Leistung weiterhin den Leerstand in den Ortsmitten beseitigen möchte. Die Satzung des Förderprogramms wird nun in allen in der Rhönallianz befindlichen Gemeinden aktualisiert, so auch in Motten.

Unverändert bleiben folgende Voraussetzungen: Gefördert wird Sanierung, Umbau und Erweiterung von Gebäuden, die zu Wohn-, Gewerbe-, freiberuflichen oder landwirtschaftlichen Zwecken dienen. Das zu sanierende Gebäude muss im Daseinsvorsorgegebiet der jeweiligen Gemeinde liegen. Es muss mindestens 50 Jahre alt sein und seit mindestens zwölf Monaten leer stehen. Es muss für mindestens zehn Jahre nach Sanierung weiter genutzt werden. Die Fördersumme kann zehn Prozent der Sanierungssumme betragen, maximal jedoch 10 000 Euro.

In begründeten Ausnahmefällen kann nun von dem mindestens zwölfmonatigen Leerstand abgewichen werden.

Zehn Prozent für jedes Kind

Verunsicherung gab es in der Vergangenheit bezüglich der zusätzlichen Förderung für minderjährige Kinder. Nicht klar war, ob dies für die Förderzusage oder das Ende der Sanierungsmaßnahmen galt. Nun wurde festgelegt, dass dem Bauherrn weitere zehn Prozent für jedes Kind unter 18 Jahren zum Zeitpunkt des Abschlusses der Fördermaßnahme gewährt werden.

Bislang musste die Bauschuttentsorgung in Wirmsthal vorgenommen werden, nun kann hierfür jedes zertifizierte Entsorgungsunternehmen im Landkreis Bad Kissingen gewählt werden. Die Erstberatung kann entfallen, wenn das Gebäude komplett abgerissen werden muss; eine Förderung ist dennoch möglich.

Die Grenzen des Daseinsvorsorgegebiets waren 2018 von einem Ingenieurbüro festgelegt worden, doch könne jede Gemeinde dies neu definieren. Die neue Satzung der Rhönallianz segneten alle Gemeinderäte ab, sie tritt ab dem 1. Januar 2022 in Kraft.

Die Gemeinde Motten sieht sich durch die Bauleitplanung der Gemeinde Ebersburg nicht berührt. Ebersburg will in der Gemarkung Thalau eine Flächennutzungsänderung in eine "Gewerbliche Baufläche" vornehmen. Die Belange der Gemeinde Motten seien hierdurch nicht beeinträchtigt, daher gab es keine Einwände aus dem Gemeinderat.

Antrag vertagt

Dem Bauantrag für die Errichtung einer neuen Dachgaube, einer Doppelgarage und einem neuen Treppenhaus in Motten stimmten alle Gemeinderäte zu. Diesem Antrag war bereits ein Antrag auf Vorbescheid vorausgegangen, der positiv bewilligt worden war.

Die Bewilligung ihres Vorbescheids gelang den Antragstellern, die in Kothen auf drei Flurnummern, für die noch kein Baurecht gilt und die auch nicht erschlossen sind, zweigeschossige Einfamilienhäuser bauen wollen, nicht. Im Gemeinderat kamen Fragen auf, ob geklärt sei, wer die Kosten für die Erschließung tragen müsse. Gemeinderat Özkan Ögretmen (FW Kothen-Motten-Speicherz) schlug vor, "dies erst zu klären, weil wir so jetzt nicht wissen, was auf uns zukommt". Bürgermeisterin Katja Habersack schloss sich dem an: Die Entscheidung über den Antrag auf Vorbescheid wurde vertagt. Die Verwaltung solle die Einbeziehungssatzung, die Kostenregelung und die Erschließung prüfen. Dies sei "sehr entscheidend dafür, ob Baurecht geschaffen werden kann", so die Rathauschefin. Auch der Gemeinderat sah dies so.

Gewerke vergeben

Für die Wasserversorgung, konkret für die Druckmindererschachtsanierung, sind folgende Gewerke vergeben worden: die bauliche Sanierung übernimmt die Firma Kraemer aus Rimpar (97 278 Euro), die hydraulischen Maßnahmen übernehmen Rotec Rohrtechnik aus Erlangen (102 700 Euro). Für die Sanierung des Wasserwerks wurde die Ingenieurleistung vergeben an die Statiker Rührschneck + Habelt aus Leutershausen (43 095 Euro).

Die lüftungstechnischen Anlagen am Kinderhaus übernimmt Firma Koch Haustechnik aus Bad Kissingen (11 667 Euro).