Bei dem zweiten Treffen mit der Frauen-Union standen aktuelle kommunalpolitische Themen im Mittelpunkt. Die Rathauschefin Brigitte Meyerdierks (CSU) zeigte viele positive Entwicklungen in der Stadt auf, machte aber auch kein Geheimnis aus den Dingen, die nicht so laufen, wie man es sich auf verantwortlicher Seite vorgestellt habe. Bei der leidigen Geschichte mit der seit vielen Jahren stillgelegten Bahnstrecke habe nicht nur sie "langsam die Faxen dicke".

Wesentlich erfreulicher entwickelten sich nach ihrer Meinung dagegen Projekte wie der Neubau des Hauses Waldenfels oder der bevorstehende Umbau des ehemaligen Hotels Post. Obwohl das Objekt in der Ludwigstraße bisher nur auf dem Papier existiert, gäbe es schon heute Interessenten, die später dort einziehen wollen. Der Sonderpreis-Baumarkt im Erdgeschoss muss wohl weichen. "Ich habe versucht, das Geschäft in Bad Brückenau zu halten", sagte die Bürgermeisterin. Das gestalte sich aber angesichts der benötigten Fläche und eines für die Firma akzeptablen Mietpreises sehr schwierig.

Etabliert habe sich mittlerweile das Sinnau-Center, von dem auch andere Geschäfte im unmittelbaren Umfeld nachweislich profitieren würden. Ein Gewinn für die Stadt werde auch die Förderstätte für Behinderte werden, die künftig ihr Domizil im ehemaligen Postamt aufschlägt. Angesprochen wurde von den FU-Mitgliedern mit ihrer Ortsverbandsvorsitzenden Gundula Langeworth der Leerstand in der Stadt und hier besonders die Tatsache, dass vor diesem Hintergrund einige Fassaden und verklebte Schaufenster optisch zu wünschen übrig lassen.


Sauberkeits-Appell

"Da können wir von Seiten der Stadt nichts machen, das ist Privateigentum", so Meyerdierks. Auch im Hinblick auf die allgemeine Sauberkeit in Bad Brückenau könne man nur an die Anlieger appellieren, das Umfeld ihrer Häuser und Grundstücke zu pflegen. Noch immer in schlechter Erinnerung ist bei einigen Beteiligten die relativ chaotische Bürgerversammlung im Staatsbad mit heftigen Kontroversen um den Bebauungsplan Oberes Straßfeld II.


Nichts dran an GKN-Gerücht

"Wir wurden als Verbrecher beschimpft", zeigte sich Stadträtin Almuth Bauer (CSU) geschockt. Es sei praktisch nur hin und her geschrien worden, der Gipfel sei eine Fülle unflätiger Beleidigungen gewesen.
In jeder Stadt gibt es Gerüchte, die sich oft schon von einem auf den anderen Tag in Luft auflösen. Seit geraumer Zeit wird aber in Bad Brückenau kolportiert, dass das Unternehmen GKN Sinter Metals in das mittlerweile fast komplett abgerissene Ferkinghoff-Areal in der Kissinger Straße habe einziehen wollen. Das hätten aber Stadtrat und Verwaltung verhindert.

"Da ist überhaupt nichts dran", versicherte die Bürgermeisterin mit Nachdruck. Ganz im Gegenteil: "Mit GKN haben wir eine hervorragende Zusammenarbeit", die Kommunikation laufe prima.


Vandalen im Fokus

Das habe das Unternehmen erst kürzlich wieder mit der unbürokratischen Bereitstellung von Parkplätzen für die Gäste der "Sinnflut" bewiesen. Zu schaffen machen Bürgern und Verwaltung nach wie vor einige Vandalen, die in der Stadt ihr Unwesen treiben.

Relativ sprachlos zeigten sich die FU-Mitglieder angesichts der "sinnlosen Zerstörungswut", die offensichtlich gerade in letzter Zeit wieder vermehrt auftritt.


Bei Tätern nichts zu holen

Hinzu komme noch, dass die Betroffenen meist auf dem Schaden sitzen bleiben, "weil bei den Tätern, auch wenn sie erwischt werden, nichts zu holen ist". Die Bürgermeisterin riet ihren Besucherinnen, jede Beobachtung in diesem Zusammenhang unverzüglich der Polizei zu melden.