Im Eingangsbereich der orthodoxen Prokopius-Kirche in Bischofsheim findet sich ein neues Schmuckstück. Ein sogenanntes Prosgynitarion, eine Art Altärchen, mit der Ikone des Heiligen Benedikt und seiner Zwillingsschwester der Heiligen Scholastika.
Für Pfarrer Fjodor Hölldobler ging mit der neuen Kostbarkeit in der Kirche der Wunsch in Erfüllung, den Eingangsbereich neu zu gestalten. "Vorher hatten wir hier einen Fahnenständer und einen Fußabstreifer, das war beides nicht besonders schön." Fußabstreifer und Fahnenständer sind nun verschwunden, die Fließen wurden angepasst und die Wand ziert das kunstvoll geschnitzte Prosgynitarion. "Das ist doch viel schöner, wenn man gleich im Eingang so begrüßt wird und die Ikone mit dem  goldenen Hintergrund ein Stück des Göttlichen aufzeigt."
Die Ikone zeigt den Mönchsvater, den Heiligen Benedikt von Nursia. Er war Ordensgründer und gilt als "Vater des abendländischen Mönchtums", er ist Patron des Abendlandes sowie von Europa. "Ohne den Heiligen Benedikt wäre das christliche Abendland nicht denkbar. Schulwesen und Kulturelle Entwicklungen sind ihm zu verdanken. Mit seinen Ordensregeln hat er ein Meisterwerk an Menschenführung, Psychologie und Theologie entwickelt", schwärmt Pfarrer Hölldobler von dem großen Heiligen, dessen Name "der Gesegnete" bedeutet. Benedikts Klosterregel stelle das Leben in der Gemeinschaft und körperliche Arbeit in den Mittelpunkt, diese Regel habe das gesamte abendländische Klosterleben nachhaltig geprägt. Gebet und Arbeit  "ora et labora", das waren und das sind bis heute im von ihm gegründeten Benediktinerorden die tragenden Säulen des Zusammenlebens.