Viel zu berichten hatte Bürgermeister Roland Römmelt (CSU) den Riedenberger Bürgern über die Zeit von 2019 bis heute. Denn coronabedingt mussten die letzten Bürgerversammlungen ausfallen.

So teilte er zunächst die aktuellen Statistiken mit. Die Einwohnerzahl ist mit 985 in etwa gleich geblieben. Auch die Pro-Kopf-Verschuldung befindet sich derzeit mit 26,16 Euro noch auf einem niedrigen Niveau. Derzeit belaufen sich die Schulden der Gemeinde auf 25.770 Euro. Dem gegenüber steht eine Rücklagenhöhe von 1.856.914 Euro.

Große Baumaßnahmen wurden in den letzten drei Jahren durchgeführt und werden teilweise in diesem Jahr erst fertiggestellt. Begonnen hatte der Baumarathon mit dem Kanalbau im Mühlenweg und der Sinntalstraße. Die Kosten beliefen sich auf 460.000 Euro. Der Kanalbau im Ringweg, der sich anschloss, schlug mit 67.000 Euro zu Buche. Für den Straßenbau im Ringweg mussten 38.000 Euro erbracht werden.

Straßenbau im Fokus

Noch nicht ganz abgeschlossen sind hingegen die Straßenbaumaßnahmen in der Sinntalstraße.

Während der erste Bauabschnitt vom Ortseingang bis Einmündung Gerodaer Straße im Herbst

letzten Jahres fertiggestellt werden konnte, begann im Frühjahr 2022 der weitere Ausbau bis zum Kreuzungsbereich Kirchstraße-Sinntalstraße. Bislang konnte dieser bis zur Aufbringung der Tragschicht vorangebracht werden. Derzeit befindet sich die Baufirma bei der Weiterführung in den Einmündungsbereich Steinweg, musste nun aber noch einmal den finalen Ausbau stoppen. Allerdings soll bis zum 31. Oktober auch hier alles fertiggestellt werden.

Zeitgleich zum Ausbau der Sinntalstraße werden auch die Erschließungsarbeiten des kleinen Baugebietes am Bahnhofsweg, die Straßenbeleuchtungsarbeiten und der Ausbau des Zufahrtsweges vom Rosenweg kommend fertiggestellt. Hier werden künftig drei Bauplätze zur Verfügung stehen.

Für die nahe Zukunft konnte Bürgermeister Römmelt der Versammlung die Entstehung des neuen Baugebietes Barnsteiner Feld für Riedenberg ankündigen. Nun erfolgt die Planungsvergabe an das Ingenieurbüro. Dazu bat er potenzielle Bauinteressenten, baldmöglichst an die Gemeinde heranzutreten, da die Erschließung zunächst nur bedarfsgerecht durchgeführt werden wird . Ein erster Entwurf ist bereits für September geplant.

Strategie für Sturzflutmanagement

Auch wenn man bei der derzeitigen Trockenheit meilenweit vom Thema Sturzflut und Überschwemmung entfernt ist, so erinnerte Bürgermeister Römmelt doch an das Hochwasser zur Schneeschmelze im Januar 2021 und die Sturzflut nach einem Starkregenereignis im Juni 2021.

Deshalb muss über die Strategie eines kommunalen Sturzflutmanagements, nach der Gefahrenermittlung und einer Bestandsanalyse, beraten werden. Gefördert wird dies vom Freistaat Bayern.

Seinen Dank sprach der Bürgermeister auch an die vielen aktiven Helfer bei der Spielplatzerneuerung an der Schule aus. Hier wurde ein attraktiver, moderner Spielbereich mit Wasserspielplatz, neuen Spielgeräten und Sitzgelegenheiten für Begleitpersonen geschaffen.

Viel getan hat sich in den letzten drei Jahren auch in Sachen Stromversorgung durch die Bayernwerke. So wurde eine 20 kV-Verkabelung von Bad Brückenau nach Riedenberg gelegt sowie ein neues Trafohäuschen am Ortseingang installiert. Nun sollen in Kürze die Dachständer und Oberleitungen abgebaut sowie eine 20 kV-Leitung vom neuen Stromhäuschen zur Gerodaer- und Lessingstraße fertiggestellt werden.

Appell zum Wassersparen

Besorgt zeigte sich Römmelt über die derzeitige Trockenheit. Auch in Riedenberg steht eine Trinkwasserknappheit kurz bevor. Noch zwei Wochen könne es gutgehen, dann werde es kritisch. Er appellierte dringend an die Bürger, Wasser zu sparen, keinen Rasen zu gießen oder ein Pool zu befüllen. Dringend riet er für die Zukunft, Zisternen auf den Grundstücken anzuschaffen, um die Versorgungssicherheit weiter gewährleisten zu können.

Ein Thema, das die Gemeinderäte schon einige Jahre beschäftigt, ist die alte Gemeindekanzlei.

Als beschlossen gilt, dass eine Um- oder Neugestaltung für Vereine und deren Equipment nutzbar werden soll. Besprechungsräume sollen entstehen. Eine Gastroküche sowie Räume für das Jugendheim sind miteingeplant. Ein erster Planungsentwurf sei richtig toll, aber leider nicht finanzierbar, da eine Förderung nur eine maximale Höhe von 300.000 Euro erreichen würde. Die Kostenschätzung des ersten Entwurfes lag llerdings bei circa einer Million Euro. Hier müsse nun leider eine abgespeckte Version gefunden werden.

Kläranlage und Rechenmodelle

Eine der Bürgerfragen , denen sich Bürgermeister Römmelt stellte, betraf den derzeitigen Sachstand zur geplanten Kläranlage. Hier erläuterte er zunächst den Ablauf der letzten acht Jahre, in denen die Kläranlage schon Thema sei. Nach den bisherigen Ermittlungen der "Barwert"-Methode (durch Abzinsung ermittelter Gegenwartswert zukünftig fälliger Zahlungen) habe sich ergeben, dass sowohl die Variante Anschluss nach Bad Brückenau als auch ein eigener Neubau mit circa vier Millionen Euro gleiche Zahlen aufwies Derzeit läuft noch eine weitere Studie, die nun, da kürzlich die relevanten Zahlen aus Bad Brückenau übermittelt wurden, zum Abschluss kommen wird.

Dann heißt es, eine Entscheidung zu fällen.

Für den Radweg wurde das Aufstellen von mehr Sitzgelegenheiten erbeten. Der Seniorenkreis trifft sich seit vielen Jahren im Pfarrsaal. Schon immer waren die vielen Treppenstufen, die es sehr betagten Senioren äußert schwer bis unmöglich machen, den im Keller liegenden Saal zu erreichen. Der ebenerdig erreichbare Gemeindesaal sei hier sicher viel günstiger. Lediglich die dort installierte Küche sei sehr klein. Hier soll nun ermittelt werden, ob diese für den Zweck des Seniorentreffs ausreichend groß ist. Auch wurden Hinweisschilder auf die Parkmöglichkeiten am Gemeindezentrum vorgeschlagen. Dies soll nun inspiziert werden.