Der Bürgermeister des Marktes Wildflecken reagiert nahezu euphorisch auch die Nachricht. "Das wäre hervorragend!", sagt Gerd Kleinhenz (PWW). "Dann ist die Sicherung des Bundeswehrstandortes Wildflecken auf Dauer gewährleistet." Immer wieder betont Kleinhenz, wie wichtig die Bun deswehr als ein Standbein neben Wirtschaft und Tourismus sei.

Die Freude über die hohe Investitionssumme in die Rhön-Kaserneist groß. Dennoch hat Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) ein An liegen, das er nicht aus den Augen verlieren will: die Schule. Das Schulgebäude - aktuell sind hier die Mittelschule und die Grundschule untergebracht - liegt auf dem Truppenübungsplatz. Eine Besonderheit, die noch aus der Zeit der Amerikaner herrührt.


Zukunft des Schulgebäudes offen

Der Markt Wildflecken hat das Gebäude einst übernommen. Nun aber wird die Schule im Ort saniert. Auf lange Sicht werden die Mittelschüler wohl ohnehin nach Bad Brückenau fahren. Die siebten und achten Klassen ge hen jetzt schon ins Schulzentrum Römershag. Für die Grundschule al lein aber reicht das Gebäude im Ort völlig aus. Die Gemeinde würde die Schule gerne der Bundeswehr überlassen. Das aber geht nur über Umwege. Denn zunächst einmal müsste die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) das Areal kaufen - und es der Bundeswehr über lassen, wenn die Rhön-Kaserne das Gebäude gebrauchen kann.


Hauptzufahrt wird verlegt

"Ich wünsche mir, dass möglichst zeitnah zum Umzug der Schule eine Lösung gefunden wird", sagt Kleinhenz. Geplant sei, das sanierte Schulgebäude im Ort im Jahr 2018 in Betrieb zu nehmen. Immer wieder bringe der Markt das Thema auf den Tisch. Die Erfahrung zeigt, dass Verhandlungen mit der BImA durchaus langwierig sein können. Fraglich erscheint außerdem, ob die Bundeswehr eine Verwendung für das Areal hätte. "Ich hätte eine Idee im Kopf", sagt Major Christoph Peschel. Der Kommandant von Rhön-Kaserne und Truppenübungsplatz drückt sich sehr vorsichtig aus, wenn er über das Thema spricht. Denn noch ist ja nicht klar, ob die BImA die Schule überhaupt zurückkauft. Für den Kommandant ist auch noch ein anderer Punkt wichtig: "Das muss natürlich in die Ent wicklung der Bundeswehr passen", macht er deutlich.

Aktuell wird ein Zaun um die Rhön-Kaserne gebaut. "Militärische Sicherheit", begründet Major Christoph Peschel, Kommandant der Rhön-Kaserne. Den gesamten Truppenübungsplatz allerdings könne man unmöglich einzäunen. Das Gelände ist 7282 Hektar groß. Nur besonders sensible Bereiche, wie etwa die Stelle, an der im Jahr 1994 drei Kinder beim Spielen mit Munition verunglückten, werden ebenfalls abgesperrt.


Kommandanten-Wechsel im April

Überlegungen, wonach die Hauptzufahrt zur Kaserne über das Osttor erfolgen sollten, seien inzwischen vom Tisch, versichert Peschel. Es bleibe beim Westtor, wenn auch die Hauptzufahrt weiter nach unten auf Höhe des Sanitätsbereichs verlegt werde. Peschel begründet das - ebenso wie die Errichtung des Zaunes - mit neuen Sicherheitsbestimmungen. Dass an der neuen Zufahrt mehr Parkplätze zur Verfügung stehen, ist ein an genehmer Nebeneffekt.

Was Peschel selbst angeht, so wird er nicht mehr lange für die Rhön-Kaserne und gleichzeitig auch den Truppenübungsplatz verantwortlich sein. Am 21. April übernimmt Major Gordon Stütz den Truppenübungsplatz als Kommandant. Peschel bleibt weiterhin für die Rhön-Kaserne verantwortlich. Darüber hinaus wird er Oberstleutnant Uwe Weinrauter regelmäßig vertreten, der als Kommandeur des Bereiches Truppenübungsplatzkommandantur Süd fünf Truppenübungsplätze in Süddeutschland unter seiner Obhut hat.