Hier oben liegt noch Schnee, natürlich. "Die höchste Erhebung ist auf 928 Metern über Normalnull", sagt Major Christoph Peschel. Der Kommandant der Rhön-Kaserne ist übergangsweise auch für den Truppenübungsplatz zuständig, und er kommt aus dem Schwärmen kaum heraus. "Das Gelände macht den Platz einmalig!" Steile Hänge, flache Wiesen und tiefe Taleinschnitte hinunter zur Sinn - nicht umsonst werden deutsche Soldaten zum Üben in die Rhön geschickt. Al lein 8175 waren es nur im ver gan genen Jahr.

In den nächsten fünf Jahren sollen 50,6 Millionen Euro in die Rhön-Kasernefließen. Heuer wird mit rund 16 Millionen Euro der Anfang gemacht. Dabei sind Investitionen in den Truppenübungsplatz noch gar nicht mit eingerechnet. Wohin der Blick auch fällt, sind Bagger, Bauschutt und Container nicht weit. Alte Offiziersunterkünfte müssen weichen, neue Gebäude - beispielsweise für das Gefechtssimulationszentrum Heer - entstehen. "Fünzig, fünfzig", sagt Peschel über das Verhältnis von Abriss und Neubau. Die Rhön-Kaserne setzt auf Zukunft.


Ausstattung vor Ort verbessern

Eisenhower-Platz. Noch heute erinnert die Architektur der Ge bäude an Wehrmachtszeiten. Hier wird saniert, nicht abgerissen. Nur Gebäude 31 kommt weg. Ein schöner Bau, in dem früher die amerikanische Führung und die Verwaltung der US-Kräfte stationiert waren. So gar einen Ballsaal gibt es. "Die Bundeswehr hat keine Verwendung für das Gebäude", erklärt Peschel. Auch die ehemalige Post wird abgerissen. Handschriftliche Briefe und schwere Überlebenspäckchen von den Lieben daheim gehören der Ver gangenheit an.

"Aufgrund der Stationierungsentscheidung von 2011 und des neuen Nutzungskonzepts von 2014 wird der Standort noch lange erhalten bleiben", zeigt sich Peschel optimistisch. Sieben Dienstbereiche sind in Wildflecken angesiedelt, darunter das Ausbildungszentrum der Vereinten Nationen und die Kommandantur Süd, von der aus fünf Truppenübungsplätze in ganz Süddeutschland verwaltet werden. "Alle Dienstbereiche hier sind angewachsen. Das ist ein gutes Zeichen", bemerkt Christoph Peschel stolz.

In Zukunft verbessert sich die Infrastruktur der Ausbildung in der Rhön erheblich. Übernachten die Soldaten jetzt zum Teil noch in Zelten - für Großübungen stehen maximal 2000 Betten bereit - werden bald weitere Un terkünfte gebaut. Es geht auch um Kostenersparnis für die Bundeswehr, "weil Material nicht mehr mitgebracht werden muss. Die Ausstattung vor Ort wird besser", sagt Peschel.

Die Investitionen seien aber nicht nur die konsequente Folge der Ent scheidung für den Stand ort Wildflecken. Nach der Wen de habe der Bund zunächst viel Geld in die Kasernen in Ost deutschland investiert. Auch ohne die Neuausrichtung sei also ein gewisser Sanierungsbedarf in der Rhön-Kaserne angefallen, erklärt der Kommandant.