Jan Marberg macht sich auf. Auf zu neuen Horizonten. Der Leiter von Stadtbibliothek und Kulturbüro verlässt Bad Brückenau Ende September 2022. Aber zwei weitere Leitungspositionen sind ausgeschrieben.

Sein Abschied, das betonte Marberg gegenüber der Redaktion am Rande des Stadtfestes, habe nichts mit der Stadt oder seiner Arbeit im Alten Rathaus zu tun. Er habe sich bei beiden immer wohlgefühlt. "Aber jetzt ist ein guter Zeitpunkt, das Feld zu übergeben und etwas Neues zu probieren." Es gebe viele tolle Bibliotheken in Deutschland.

Der gebürtige Rheinländer Marberg kam im November 2017 nach Bad Brückenau. Dort wollte er erste Erfahrungen in einer Leitungsposition sammeln. Der Stadtbibliothek verpasste er ein frisches, zeitgemäßes Ambiente und modernisierte den Buchbestand. Als Leiter des Kulturbüros organisierte und begleitete er viele Veranstaltungen, setzte Ideen um, wie den Vlog, eine Art Videoschau im Internet, wo zum Beispiel Neuerscheinungen bei Büchern oder Veranstaltungen vorgestellt werden.

Im Alten Rathaus stieß der in Oberfranken Aufgewachsene aber auch an Grenzen. Ein Lesecafé, das insbesondere Senioren vormittags und Frauen mit Kinderwagen nachmittags oder auch Menschen mit Handicap hätten besuchen können, scheiterte an der fehlenden Barrierefreiheit im unter Denkmalschutz stehenden Gebäude. Der 34-Jährige hatte sich - auch im Rahmen seiner Bürgermeisterkandidatur 2020 - für einen geeigneteren Standort für die Bibliothek eingesetzt.

Diese sieht er nun "gut aufgestellt, um sie zu übergeben". Marberg wollte auch so kündigen, dass sein Nachfolger sich in Ruhe einarbeiten und wieder stattfindende Veranstaltungen des Kulturbüros vorbereiten kann. Zu nennen wären da der Valentin-Becker-Preis, der Mundartabend und die Zunftbaumaufstellung.

Auf der Suche nach einer größeren Bibliothek habe er "ein paar Angebote", aber nichts festgezurrt, sagt er. Als Nachfolger an der Spitze des Kulturbüros mit Stadtbücherei, Archiv und Heimatpflege sucht die Verwaltung wieder in Vollzeit unbefristet eine(n) Fachangestellte(n) für Medien- und Informationsdienste.

Wie bei Marberg im Herbst soll die Stelle der Kämmerin neu besetzt werden. Julia Spahn verlässt die Stadtverwaltung dann aus persönlichen Gründen. Der oder die neue Leiterin soll neben den städtischen Finanzen auch die Themen Interkommunale Zusammenarbeit, Tourismus und Bewirtschaftung Stadtwald unter sich vereinen. Die Bewerbungsfrist endete am 12. Juni, Gespräche mit eventuellen Bewerbern haben laut Verwaltungsleiter Michael Worschech noch nicht stattgefunden.

Vertretung für zwei Jahre

Die dritte Vakanz in Leitungsfunktionen der Stadt entsteht demnächst in der Tourist-Info. Leiterin Amina Hartke geht bald in Mutterschutz; dementsprechend wird eine auf zwei Jahre befristete Vertretung gesucht. Erst vor wenigen Wochen war in der Tourist-Info Doreen Manß eingestellt worden, die sich vor allem um Veranstaltungen kümmern soll.

Obwohl in Kürze also drei städtische Führungspositionen wechseln, spricht Worschech von "einer Fluktuation im normalen Bereich". Jeder habe eigene Gründe zu gehen, Unzufriedenheit spiele da keine Rolle. Auch könne die Stadt auf dem "umkämpften Sozialmarkt Erfolge" vorweisen. Alle Stellen im neuen Kindergarten "Rhönstrolche" seien besetzt, man suche nur für Volkers und für aus Altersgründen Ausscheidende.