Derzeit kursieren Gerüchte, wonach ein neuer Anlauf zur Belebung der Alten Post in der Ludwigstraße unternommen würde. Doch die Aussagen sind vage. Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) bestätigt, auch er habe davon gehört, dass die Planungen wieder aufgenommen worden seien. In der vergangenen Woche sei ihm zugetragen worden, dass es einen Termin vor Ort gegeben habe. Eingebunden war er in das Treffen nicht.

Die Bemühungen um das ehemalige Hotel "Zur Post" ziehen sich schon über Jahre. Nachdem das Gebäude lange der Unternehmensgruppe Edeka gehört hatte, kaufte der Investor Manfred Müller aus Herzogenaurach das Objekt. Im Dezember 2015 legte er den ersten Bauantrag vor. Der Stadtrat reagierte damals euphorisch. Zu lange schon war die Alte Post zum Schandfleck am Eingang der Fußgängerzone - vom Staatsbad kommend - geworden.

Doch die Hoffnungen zerschlugen sich bald. Pläne, das alte Hotel zu Eigentumswohnungen mit Gewerbeflächen umzubauen, konnte Müller nicht verwirklichen. In einem zweiten Bauantrag, den der Stadtrat im Februar 2017 besprach, war von einem ergänzenden Neubau hinter dem Hotel keine Rede mehr. Doch auch diese verkleinerte Variante der "Wohnresidenz Neue Post" fand nicht genug Interessenten - obwohl die Wohnungen über einen anerkannten Immobilienmakler der Stadt vermarktet wurden.

Kein Kontakt zum Investor

Manfred Müller gilt als pressescheu. Seine Sprecher von damals arbeiten nicht mehr für ihn. Unter der Telefonnummer der beiden Firmen ImmConcept Verwaltungs GmbH sowie Imo Bau GmbH Bayern, die in den Projektunterlagen genannt werden, besteht kein Anschluss. Beide Unternehmen wurden inzwischen aus dem Handelsregister gelöscht. Müllers PBG Immobilien Projektentwicklungsgesellschaft mbH besteht offiziell noch. Doch die Telefonnummer ist dieselbe wie die der gelöschten Firmen. Sie führt ins Leere.

Im nächsten Jahr läuft die Baugenehmigung für die Alte Post aus. Am 2. Juli 2017 genehmigte das Landratsamt Bad Kissingen die Pläne, teilt die Pressestelle mit. "Baubeginn hierzu wurde bislang nicht gemeldet", stellt Pressesprecher Burkhard Lamer klar. Für das Projekt gelte die allgemeine Frist von vier Jahren. Würde bis dahin nicht mit dem Arbeiten begonnen, sei die Baugenehmigung nicht mehr gültig.

Immerhin, ein Projekt konnte Müller erfolgreich umsetzen. Das ehemalige Seniorenheim Haus Waldenfels hatte er zwischenzeitlich ebenfalls gekauft. Ein Blick auf die Briefkästen zeigt, dass wohl alle Wohnungen inzwischen verkauft wurden. Die Bauarbeiten sind offensichtlich noch nicht abgeschlossen, Handwerker machen sich im Gebäude zu schaffen. Doch von außen macht der Wohnblock einen ansehnlichen und bewohnten Eindruck.

Landratsamt: Hinter den Kulissen geht es voran

Das Beispiel der Alten Post hat die Bürger skeptisch werden lassen. Sie befürchten, dass noch mehr Gebäude zum Ziel von Immobilienspekulanten werden könnten, die ihre Pläne womöglich nie umsetzen. Das ehemalige Landratsamt am Kirchplatz beispielsweise gehört der J und P Immobilien- und Vermögensverwaltungsgesellschaft Bamberg. 13 Wohnungen kündigte der Investor an und legte im Januar einen Bauantrag vor. Doch auch hier sind noch keine Bauarbeiten zu sehen.

"Wir sind mit dem Projekt beschäftigt. Es läuft alles im Hintergrund", sagt ein Sprecher auf Nachfrage der Redaktion. Die Gesellschaft halte an den Plänen fest. Im Laufe des kommenden Jahres solle der Wohnraum bezugsfertig sein. Es sei geplant, die Wohnungen zu vermieten.

Das Landratsamt Bad Kissingen bestätigt, dass im Juli die Baugenehmigung mit Auflagen, die den Denkmalschutz betreffen, erteilt wurde. Anfang September habe der Bauherr Änderungen bei der Wohnungsaufteilung und den Balkonen vorgelegt, teilt Burkard Lamer von der Pressestelle mit. Beim nun anlaufenden Genehmigungsverfahren sei das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege eingebunden.

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