Da hat jemand vor nunmehr fast fünf Jahren der Stadt Bad Brückenau ganz offensichtlich ein richtig faules Ei ins Nest gelegt. Großspurig hatten im Dezember 2015 zwei vermeintliche Immobilienexperten dem Stadtrat ihre Pläne zur Erweckung des Hotels "Alte Post" aus dem Dornröschenschlaf vorgestellt. Geradezu euphorisch reagierten die Kommunalpolitiker quer durch alle Fraktionen, zumal hinter der ganzen Sache ein finanzkräftiger Privatmann als Investor stehen sollte, der aber schon damals seinen Namen am liebsten nicht in der Zeitung lesen wollte.

Und was ist in der Zwischenzeit bei dem Objekt in der Ludwigstraße passiert? Nichts! Die einzigen Steine, die sich bisher an dem historischen Gebäude bewegt haben, sind die lockeren Ziegel auf dem Dach. Denn den vollmundigen Ankündigungen des selbst ernannten Projektentwicklers und des am Anfang beauftragten Vermarkters ist nicht ein einziger Handschlag gefolgt.

Die Präsentatoren von damals sind so gut wie in der Versenkung verschwunden. Eine der beteiligten Gesellschaften wurde inzwischen von Amts wegen gelöscht, die Eröffnung eines Konkursverfahrens wegen Vermögenslosigkeit vom Gericht gleich einmal abgelehnt. Die zweite GmbH soll mit einem anderen Unternehmen verschmolzen sein.

Nicht mit der gebotenen Sorgfalt

Kontinuierliche Nachfragen der Presse zu Sachstand und Fortgang am Objekt wurden in den vergangenen Jahren - wenn überhaupt - von den Verantwortlichen nur sehr zögerlich und im Nachhinein betrachtet nicht mit der gebotenen Sorgfalt und Ehrlichkeit beantwortet. Bei der Präsentation angegebene Kontaktpersonen, die im Stadtrat noch gern ihre bunten Visitenkarten verteilt hatten, waren mit steter Regelmäßigkeit nicht erreichbar und später scheinbar wie vom Erdboden verschluckt. Der "Sprecher" des Investors schwieg mehr als dass er redete.

Und was haben die Verantwortlichen im Rathaus und unsere gewählten Kommunalpolitiker eigentlich im Hinblick auf die (Nicht-)Entwicklung bei der "Alten Post" fünf Jahre lang gemacht? Wurden sie auch vom Dornröschenschlaf angesteckt? Es kann doch nicht sein, dass an exponierter Stelle in der Stadt das leerstehende Hotel als Ruine weiter vor sich hingammelt. Einem normalen Häuslebauer oder Grundstückseigentümer hätten die zuständigen Behörden schon mächtig Dampf gemacht.

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