Gegen die ehemalige Pflegedienstleiterin und den Buchhalter erhob die Staatsanwaltschaft Schweinfurt Anklage, da im Zuge des Insolvenzverfahrens des Diakonievereins erheblich Ungereimtheiten ans Licht kamen. Doch das Amtsgericht Bad Kissingen hat noch nicht über die Zulassung entschieden, so dass unklar ist, ob es überhaupt zur Gerichtsverhandlung kommen wird.


"Burschikose Buchführung"

Von einer "burschikosen Buchführung" spricht Amtsgerichtsleiter Matthias Göbhardt. In den Jahren 2011 und 2012 sollen die beiden ehemaligen Mitarbeiter Leistungen in Höhe von rund 115.000 Euro abgerechnet haben, die aber nicht erbracht worden seien. Nun im Nachhinein die einzelnen Belege zuzuordnen, nehme sehr viel Zeit in Anspruch, erklärt Göbhardt, warum sich die Entscheidung hinzieht.

Bereits im Sommer 2013 war der ehemalige Vorsitzende des Diakonievereins Bad Brückenau und Eckarts zu zwei Jahren Haft, ausgesetzt auf fünf Jahre zur Bewährung, sowie 4800 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Dazu kam eine Auflage von 400 Euro monatlicher Abzahlung, sobald das Privatinsolvenz-Verfahren gegen den Angeklagten ausgelaufen ist. Der Mann hatte von April 2008 bis Juli 2011 insgesamt 73.000 Euro veruntreut. Der Verein hat das nicht überlebt. Am 30. April 2013 stellte die hiesige Pflegestation der Diakonie ihre Arbeit ein.