Die Nachricht von der Schließung der Notfallversorgung an dem kleinen Krankenhaus überschattete die Meldung, dass eine Versorgung kleinerer Notfälle von 8 bis 18 Uhr im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) nach wie vor möglich ist. "Die ambulante Fachkompetenz konnte gestärkt werden", heißt es deshalb in einer Pressemitteilung der Franz-von- Prümmer-Klinik.

Dr. Wes Nakchbandi, Facharzt für Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie, sowie seine vier Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen Unfall- und Gefäßchirurgie, Orthopädie und Neurologie sind auch weiterhin in der ambulanten Versorgung des MVZ tätig.

Weniger Patienten

Und dennoch: "Wir haben einen Rückgang an Patienten festgestellt", sagt Dr. Wes Nakchbandi auf Nachfrage. Nach der Schließung der Notaufnahme seien weniger Patienten gekommen. Vermutlich, weil sie davon ausgegangen waren, dass die ambulante Versorgung ebenfalls eingestellt wurde.

Konkret heißt es in der Pressemitteilung: "Die Behandlung für Arbeits- und Wegeunfälle gemäß den Anforderungen der DGUV findet in den Räumen der ehemaligen Notaufnahme unserer Klinik statt." Auch außerhalb der BG-Sprechstunde, die montags und donnerstags stattfindet, sei eine Akutbehandlung werktags tagsüber jederzeit in der Patientenaufnahme gewährleistet. Allerdings sei eine telefonische Anmeldung notwendig.

Verschiedene Fachrichtungen

Die Vorstellung in der BG-Ambulanz kann entweder auf eigene Initiative des Patienten erfolgen, durch niedergelassene Kollegen veranlasst sein oder durch die für den Patienten zuständige Berufsgenossenschaft initiiert sein. In diesem Fall werden sie normalerweise von der Berufsgenossenschaft angeschrieben.

Im medizinischen Versorgungszentrum der Franz-von-Prümmer-Klinik arbeiten ambulant tätige Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen. Hier finden Patientinnen und Patienten fachärztliche Hilfe, die über das Leistungsspektrum der Hausärzte hinausgeht.

Marina Deckert, Ärztliche Leitung des MVZ, betont: "Durch die enge Zusammenarbeit der vier medizinischen Fachabteilungen untereinander können wir unseren Patienten zusätzliche Wege und Mehrfachuntersuchungen häufig ersparen."

Zum Hintergrund

Versorgung: Anfang September verkündete die Franz-von-Prümmer-Klinik die Einstellung der Notfallversorgung. Die Klinik hat sich von einem Grund- und Regelversorgungskrankenhaus zu einer spezialisierten Fachklinik für internistische Altersmedizin sowie Chirurgie/Orthopädie entwickelt.

Ziel laut Krankenhausbetreiber ist es, "den Patienten und den Mitarbeitern ein hohes Maß an Versorgungs- und Standortsicherheit zu gewährleisten". Von der Einstellung der Notfallversorgung sind laut Krankenhaussimulator der GKV 8100 Menschen im Altlandkreis betroffen. Sie benötigen mehr als 30 Minuten, um ein Krankenhaus mit Notfallversorgung zu erreichen.

Petition: Das Aktionsbündnis "Schluss mit Kliniksterben in Bayern" hat eine Petition ins Leben gerufen. Diese richtet sich an die Betreiber des Krankenhauses, an die Deutsche Regional Klinik GmbH, zukünftig eine wohnortnahe klinische Grund- und Regelversorgung einschließlich Notfallversorgung für die Region Bad Brückenau sicherzustellen. Bis heute (Stand 2. November) haben 3144 Menschen unterschrieben.