Seit Jahren bemüht sich die Marktgemeinde Bad Bocklet um die Schaffung einer direkten Nord-Süd-Verbindung für Radler zwischen Nickersfelden, mit Anbindung an den Landkreis Rhön-Grabfeld, und Großenbrach, mit Anbindung an die Stadt Bad Kissingen. Hierzu soll das Radwegeprogramm 2020 der Gemeinde in Abstimmung mit dem Landratsamt fortgeschrieben werden. Deshalb hatten sich eine Arbeitsgruppe aus sieben Gemeinderäten gemeinsam mit Geschäftsleiter Thomas Beck im Oktober vor Ort mit der Situation vertraut gemacht und einige Wünsche aufgelistet. Diese stellte Geschäftsleiter Thomas Beck am Dienstag in der Ratssitzung zur Diskussion.

"Momentan sind es nur Wünsche. Wir wissen nicht, ob überhaupt alles machbar ist", dämpfte er gleich zu Beginn allzu große Erwartungen an Machbarkeit und Geschwindigkeit der Umsetzung. Das größte Problem sei nämlich, dass es je nach Wegstrecke unterschiedliche Kostenträger gibt. Soll ein Weg entlang einer Staatsstraße führen, trägt der Freistaat die Kosten. Führt der Radweg an einer Kreisstraße entlang, wäre der Landkreis der Kostenträger. Nur auf Gemeindegebiet und an Ortsstraßen hat die Gemeinde Handlungsfreiheit.

Sinnvolle Abkürzungen

"Wir müssen unterscheiden zwischen touristischem Radverkehr und örtlichem Individualverkehr", führte Beck in seine Präsentation ein. Während Touristen gern auch Umwege durch schöne Landschaft fahren, wo sie zudem auf Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht werden, ziehen Ortsbewohner den direkten, also kürzeren Radweg vor. Beck: "Sie wollen möglichst schnell von A nach B." Außerdem sollte ein Radweg zu jeder Jahreszeit befahrbar sein. "Es reicht heute nicht mehr, nur in vier Sommermonaten einen Radweg nutzen zu können." Entsprechend hatte sich die achtköpfige Arbeitsgruppe Gedanken über sinnvolle Abkürzungen entlang und unter Einbindung des Saale-Radweges gemacht.

Radweg zum Einkaufsmarkt

Grundsätzlich ist an straßenbegleitende und asphaltierte Radwege gedacht, so dass heute geschotterte Wege nachgebessert werden müssen. So sollte eine Teilstrecke entlang der Staatsstraße von Steinach nach Norden bis zur Landkreisgrenze führen. Alternativ könnte der Weg auch von Roth über die Saale nach Nickersfelden gehen. Ergänzend wird ein Weg von Steinach entlang der Staatsstraße zum Sportplatz gewünscht. Von Bad Bocklet sollte es einen Radweg an der Kreisstraße zum neuen Rewe-Markt am Aschacher Kreisel geben. Auch ein Weg von Großenbrach entlang der Staatsstraße bis zur Gemarkungsgrenze Bad Kissingen wird für sinnvoll gehalten. Schließlich sei ein sicherer Übergang vom Radweg Großenbrach ins Gewerbegebiet Mangelsfeld notwendig.

"Nicht überall lassen sich Radwege auf eine wünschenswerte Breite erweitern", antwortete Beck in der längeren Diskussionsrunde auf eine Frage. Dies sei nur auf Gemeindegebiet möglich, nicht aber bei Angrenzung an Privatgrundstücke. Bei Nutzung von Wegen durch unterschiedliche Verkehrsteilnehmer - landwirtschaftliche Fahrzeuge, Radler und Fußgänger - müsse man an Engstellen eben aufeinander Rücksicht nehmen. Früher seien die meisten Radwege ohnehin nur für den landwirtschaftlichen Verkehr bestimmt gewesen, gab 3. Bürgermeister Uto-Paul Schmitt (FCW) zu bedenken.

Projekt für mehrere Jahre

"Unsere Wünsche werden wir nun an die anderen beiden Baulastträger weiterleiten - wohl wissend, dass sie nicht im nächsten Jahr umgesetzt werden", erklärte Beck das weitere Vorgehen, dem die Gemeinderäte einvernehmlich zustimmten. "Dies ist ein Projekt auf lange Sicht für mehrere Jahre", betonte auch 2. Bürgermeister Norbert Borst (CSU) als Sitzungsleiter.