Es ist in der Herz-Jesu-Kirche schon liebgewordene Tradition, am Faschingssonntag die Predigt in Reimen vortragen zu lassen. Deshalb wird die Garitzer Lyrikerin Eva-Maria Petrik wie in den Vorjahren auch am kommenden Sonntag wieder statt der Predigt ein selbst verfasstes Gedicht vortragen. Darin wird sie diesmal nur beiläufig auf das Evangelium des Tages, umso mehr aber auf die aktuellen Sorgen unserer Zeit eingehen.

Auch Pfarrer Greier reimt

Eine "Büttenpredigt" nennt Pfarrer Gerd Greier diesen gereimten Vortrag, auf den er selbst im Gottesdienst um 10 Uhr mit kurzen Reimen eingehen will. "Dichten ist eine schweißtreibende und zeitraubende Arbeit, wenn es um ernste Themen geht", weiß er aus eigener Erfahrung. "Einem echten Christen sollte der Humor nicht fremd sein", fordert Greier zu mehr Fröhlichkeit nicht nur zur Faschingszeit auf. "Schließlich ist auch die Predigt des Evangeliums die Verkündung einer frohen Botschaft", meint Greier und sieht sich in seiner Einstellung einig mit Papst Franziskus, der einmal kritisierte: "Gläubige kommen oft daher, wie eine in Essig eingelegte Peperoni."

Sogar wörtlich versteht Greier den Fasching in enger Verbindung zum Christentum, ist doch die Fastnacht die letzte Nacht, in der noch üppig gefeiert werden darf, "bevor wir uns auf die 40 Tage der Fastenzeit konzentrieren".

Kleines Jubiläum

Heuer hat Eva-Maria Petrik mit ihrem Gedicht ein kleines Jubiläum, hält sie doch schon zum zehnten Mal am Faschingssonntag die gereimte Predigt. Deshalb wird sie nur noch nebenbei auf das Evangelium des sechsten Sonntags eingehen: "Das habe ich schon zweimal gemacht." Stattdessen wird es in ihren Versen um Masken gehen, wobei dieses Thema den ganzen Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche bestimmen wird, zumal die nach gültiger Hygienevorschrift maximal 200 Personen alle die vorgeschriebene FFP2-Maske tragen müssen. Im Gedicht wird Petrik auf historische Hintergründe und gegenwärtige Gedanken zu Masken eingehen, auch im übertragenen Sinn über jene Masken reimen, die mancher Mensch als Gesicht zeigt. Natürlich kann die Garitzerin dabei nicht aussparen, "was die Corona-Maske mit uns macht". Trotz allen Ernstes wird es auch Verse zum Schmunzeln geben, verspricht die Lyrikerin.

Sorge um vereinsamte Senioren

Die Pandemie beschäftigt natürlich auch Pfarrer Greier. "Ich telefoniere mit vielen Menschen und höre ihre Sorgen." Die Pandemie mit ihren Einschränkungen und Kontaktverboten sei für alle eine große Herausforderung. "Es ist keine Frage des Alters." Besonders sorgt sich der Pfarrer um die vereinsamten Senioren. Aber Verunsicherung oder einen Hang zur Depression spürt er aus vielen Gesprächen auch mit Jüngeren, denen er Mut macht. "Seid behütet und auf der Hut", ist dieser Tage sein Lieblingsgruß. Damit will der Geistliche zum Mitdenken und zum Gebrauch des Verstandes anregen.

Eine völlig neue Gemeinde

Die Herausforderung der Pandemie nutzt die Herz-Jesu-Pfarrei auf ihre Weise und geht mit Video-Gottesdiensten neue Wege. Über das Internet werden nicht nur mehr Menschen erreicht, als aktuell wegen der Abstandswahrung ins Gotteshaus dürfen. Es sind teilweise ganz andere Menschen, hat Greier festgestellt. "Wir schaffen uns auf diesem Weg eine völlig neue Gemeinde." Deshalb wird auch die Reimpredigt in der Herz-Jesu-Kirche am Sonntag aufgezeichnet und am Abend als Video auf der Website der Pfarreiengemeinschaft abrufbar sein.

Hinweis

Das sonst an den Gottesdienst folgende Beisammensein mit Kuchenverkauf zugunsten der Lebenshilfe muss aus bekannten Gründen entfallen, aber Spenden werden gern angenommen.