Voll im Zeitplan liegen die Vorbereitungen zum Start des Bad Kissinger Corona-Impfzentrums. Seit Montag sind Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks im Tattersall (Salinenstraße) beim Aufbau der Kabinen. Anschließend folgt die Einrichtung mit medizinischem Gerät. Bis zum 15. Dezember soll alles fertig sein.

Wenn im Landkreis Not am Mann ist, ist das Technische Hilfswerk sofort zur Stelle. Auch beim Aufbau seines Corona-Impfzentrums im Tattersall nutzt das Landratsamt wieder die handwerklich ausgebildeten Ehrenamtlichen. "Jeden Tag sind hier fünf bis sieben Freiwillige an der Arbeit", sagt Matthias Endres. Eigentlich leitet er die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises. Doch in den nächsten Wochen und Monaten ist er der von Landrat Thomas Bold (CSU) bestimmte Leiter des Bad Kissinger Impfzentrums.

Zwei Impfstrecken

Auf Lastwagen lieferte der THW-Ortsverband die dicken Spanplatten, aus denen die Wände für die Kabinen zurecht gesägt und zusammengesetzt werden. Entlang der beiden Längsseiten des Saales werden zwei Impfstrecken aus jeweils vier Kabinen aufgebaut.

Die zwei ersten dienen der Anamnese: Ärzte befragen die Impfwilligen zu Vorerkrankungen und Medikamenten-Einnahme und klären sie über mögliche Nebenwirkungen der Impfung auf. Ein entsprechender Fragebogen muss ausgefüllt werden. "Das ist ein Aufklärungsgespräch wie bei jeder anderen Impfung", erläutert Endres den Ablauf. In den nachfolgenden zwei Kabinen nehmen dann medizinische Fachangestellte die Impfung vor.

Mittig im Saal stehen zwei weitere Kabinen. Eine wird zur Annahme und Bearbeitung der ausgefüllten Fragebögen dienen. Die andere wird die Funktion eines Labors übernehmen. Hier wird der Impfstoff zur Impfung vorbereitet und in Spritzen aufgezogen.

Über alles Medizinische im Impfzentrum wacht als dessen ärztlicher Leiter der Bad Kissinger Allgemeinmediziner Dr. Ralph Brath, der zu Beginn der Corona-Pandemie vom Landrat zum Versorgungsarzt für den Landkreis ernannt wurde. Ein Sicherheitsdienst wird in und um den Tattersall für den reibungslosen Ablauf sorgen wird. Allen Impfwilligen, die mit eigenem Pkw zur Impfung kommen, steht zum Abstellen ihres Fahrzeugs der als Busparkplatz ausgewiesene vordere Teil des Großparkplatzes an der Salinenstraße zur Verfügung.

300 Impfungen pro Tag möglich

Zwar wird das Impfzentrum ab Mitte Dezember einsatzbereit sein, "doch wann wir den Impfstoff tatsächlich bekommen, wissen wir nicht", bestätigt Matthias Endres die aus den Medien bekannten Informationen, wonach mit Impfstoff wohl erst im Januar zu rechnen ist. "Wir werden auf 300 Impfungen pro Tag eingerichtet sein." Der Impfstoff wird zentral an das Uni-Klinikum Würzburg geliefert und von dort an die Impfzentren verteilt.

Wer wann geimpft werden kann, steht auch noch nicht fest. Denn erst, wenn dem Landratsamt die Vorgaben der Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (RKI) bekannt sind, kann man hier aktiv werden und Impfpläne erstellen. Erst dann werden sich die Impfwilligen im Landkreis zur Impfung anmelden können. "Wir werden dies zu gegebener Zeit offiziell bekannt geben", informiert Melanie Hoffmann, Pressesprecherin des Landratsamtes. Noch heißt es warten. Noch weiß man nicht, wie viele Impfdosen in welcher Zeit zur Verfügung stehen werden. Noch weiß man nicht, wie viele Landkreisbewohner sich impfen lassen wollen. Zudem muss jeder Geimpfte nach drei Wochen ein zweites Mal geimpft werden. Endres: "Wir können also nicht einfach drauflos impfen, sondern müssen so planen, dass auch für die Zweitimpfung noch ausreichend Impfstoff vorrätig ist."

Die Organisation steht. Landrat Bold dankt allen daran Beteiligten: "Wir haben es als einer der ersten Landkreise in Unterfranken geschafft, einen geeigneten Ort für unser Impfzentrum zu finden und die entsprechende Infrastruktur beizubringen." Inzwischen haben sich viele Ärzte, medizinische Fachangestellte und weitere Mitbürger gemeldet, die im Impfzentrum helfen wollen. Bold: "Das zeigt, dass wir im Landkreis Bad Kissingen zusammenhalten."

In den vergangenen Monaten nutzte der Bad Kissinger Stadtrat den Tattersall für seine Sitzungen. Nun musste das Ratsgremium weichen, um die historische Reithalle für das Impfzentrum freizumachen. "Künftig finden die Sitzungen des Stadtrats im Rossini-Saal statt", informiert Thomas Hack als Sprecher der Stadtverwaltung.