21 beziehungsweise zwölf Jahre standen Reiner Kuhn und Alexander Böse in vorderster Verantwortung der Freiwilligen Feuerwehr Oerlenbach. Anfang des Jahres haben sie sich bei den Neuwahlen nicht mehr für diese Ämter zur Verfügung gestellt. Beim Gemeindefeuerwehrtag würdigten Gemeinde und Feuerwehr die langjährigen Dienste.
Bürgermeister Franz Kuhn listete die entschlossenen und unerschrockenen Dienste für Bürgerinnen und Bürger
auf: Reiner Kuhn war zunächst von 1995 bis 1998 zweiter Kommandant, ehe er bis Anfang 2016 an die Spitze rückte. Alexander Böse war von 2014 bis 2016 stellvertretender Kommandant. "21 Jahre sind ein langer Zeitraum, in dem du viel geleistet und manch schwierige und gefährliche Situation gemeistert hast. In deine Amtszeit fiel als zusätzliche Herausforderung ab 2006 der Bereitschaftsdienst auf der Autobahn A 71. Du hast dich immer für Fuhrpark und Ausrüstung auf modernstem Stand eingesetzt."
2007 wurde ein neues Mehrzweckfahrzeug beschafft, um mit notwendigem Personal und Material in Notlagen vor allem auf der A 71 helfen zu können, fuhr Kuhn fort. 2009 wurde die Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung mit Ausrüstung, Fahrzeug und Personal nach Oerlenbach verlegt. "Diese Zusatzaufgabe habt ihr nicht gescheut, sondern mit Elan bis heute angenommen", sagte der Bürgermeister.


Die Kameraden motiviert

"Tag und Nacht bereitzustehen, war für euch bei Einsätzen, die euch nicht nur um Freizeit und Nachtruhe brachten, sondern Risiken für Leib und Leben einschlossen, selbstverständlich. Ihr habt das auf euch genommen, weil es eure Einstellung war, für das Gemeinwesen, dem wir alle angehören, etwas zu tun", wandte sich Kuhn an beide, die dazu beigetragen haben, Leben, Gesundheit und Besitz der Mitbürger zu schützen. Daneben sei es beiden gelungen, ihre Kameraden zu motivieren und Jüngere für diese Aufgabe mit ihren technischen Möglichkeiten zu gewinnen. "Eurer Überzeugungskraft ist zu verdanken, dass die Feuerwehr personell gut aufgestellt ist und keine Nachwuchsprobleme kennt. Für eure Aktiven wart ihr immer Ansprechpartner mit dem Ziel, dass sich jeder auf jeden verlassen kann", verdeutlichte Kuhn. Die Einsätze selbst hätten in den letzten Jahren mehr und mehr zugenommen und seien vielfältiger und anspruchsvoller geworden. Davor hätten sich beide nicht gescheut und die Herausforderungen im Team angenommen.


Neuer Kreisbrandmeister

"Ihr scheidet beide nicht aus. Ihr bleibt beide aktive Feuerwehrmänner", rundete der Bürgermeister mit Blick auf die Erfahrung, von der alle Aktiven auch weiterhin profitieren könnten, ab. Zudem ist Alexander Böse seit kurzem neuer Kreisbrandmeister und unter anderem zuständig für Gefahrgut.


"Wir brauchen euch"

Dem Lob schloss sich der neue Kommandant Michael Kuhn - jüngerer Bruder seines Amtsvorgängers - an. In Bild und Ton beleuchtete er die Arbeit der ausgeschiedenen Führungskräfte, die immer eine gesunde Mischung aus Ernst und Spaß gefunden hätten. "Verabschieden werden wir euch nicht; denn schließlich seid ihr nicht in dem Alter, um in den Feuerwehrruhestand zu treten. Eure Karriere wird weitergehen, wir brauchen euch", appellierte der neue Kommandant an seinen Vorgänger.
Die Dankesfeier war eingebunden in den Gemeindefeuerwehrtag mit Festbetrieb sowie Fahrzeug- und Geräteschau, um den Bewohnern Ausstattung sowie fach- und sachgerechten Umgang mit den Gerätschaften zu zeigen. Mit dabei war neben den Fahnenabordnungen der Wehren und der örtlichen Vereine auch eine Abordnung des THW Bad Kissingen/Rottershausen.