Die Winterjacken hängen noch im Schrank, aber der Winterdienst ist auf einen Kälteeinbruch vorbereitet. "Wir sind gerüstet und stehen Gewehr bei Fuß", sagt Jürgen Kober, der Leiter des Servicebetriebes der Stadt Bad Kissingen. Acht Großfahrzeuge, zwei Kleinfahrzeuge und 24 Mitarbeiter des Servicebetriebes warten auf ihren Einsatz. Der Winter kann kommen.

"Handräumung" vergeben

Geräumt werden, wenn er endlich da ist, in erster Linie verkehrswichtige und gefährliche Stellen sowie Strecken des Personennahverkehrs. Ab einer Schneehöhe von zehn Zentimetern erfolgt eine Räumung der Seitenstraßen. Die Handräumung der öffentlichen Gehwege im Innenstadtbereich und der einzelnen Ortsteile ist an Subunternehmer vergeben. Auf den übrigen Gehwegen müssen die Anwohner räumen. "Wir stoßen an die Grenzen des Machbaren", sagt Jürgen Kober zur Personalsituation. Die Parkanlagen wie Rosengarten, Salinenpromenade und Luitpoldpark fallen in den Zuständigkeitsbereich der Staatsbad GmbH.

Lückenlose Versorgung

Auf den Kreisstraßen sorgen drei Fahrzeuge des Landkreises und fünf Fahrzeuge von beauftragten Firmen für freie Fahrt. Für Ortsstraßen und Gemeindeverbindungsstraßen sind die Gemeinden selbst zuständig. Die Gehwege in Städten und Gemeinden rund um Bad Kissingen räumen meist die Anwohner.

Dass die Bundesstraßen von Schnee und Eis geräumt werden, wird durch die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Hammelburg und deren Außenstellen gewährleistet. "Wir sind bereit", sagt Kolonnenführer Thomas Leitschuh, "aber laut Wetterbericht kommt der Winter noch nicht." Glaubt man einer Bauernregel, sind die derzeit milden Temperaturen ein schlechtes Vorzeichen. Denn:  "Sitzt im November noch das Laub, wird der Winter hart, das glaub'", heißt es im Volksmund. Die Fahrzeuge der Winterdienste sind jedenfalls gewartet und eine Menge Salz steht bereit.

Um 3 Uhr früh geht es los

Ausrücken werden die Männer in Orange ab einer Temperatur von zwei Grad Celsius. Wenn das Thermometer diesen oder Werte darunter anzeigt, sind früh morgens um 3 Uhr die ersten Einsatzkräfte unterwegs, um die Fahrbahnen auf Feuchtigkeit und Eis zu überprüfen. Anschließend werden gegebenenfalls die Kollegen alarmiert. Im Idealfall sind die Straßen noch vor Beginn des Berufsverkehrs mit Salz versorgt.

Nicht nur Trockensalz

Beim Streuen setzt der Bundesstraßen-Winterdienst auf eine Mischung aus Trocken- und Feuchtsalz. "Wir verwenden einen Feuchtsalzanteil von 30 Prozent", sagt Straßenmeister Stefan Zehe, "das sorgt für eine bessere Haftung auf der Fahrbahn." Der Landkreis setzt komplett auf Feuchtsalz. Nicht so der Servicebetrieb der Stadt: "Dafür müssten wir die Fahrzeuge umrüsten", sagt Jürgen Kober, "im innerstädtischen Bereich ist die Gefahr der Verwehung aber auch nicht so groß."

Schneezäune werden von keinem der Winterdienste verwendet. "Der vergangene Winter hat gezeigt, dass sie nicht gebraucht werden", erklärt Straßenmeister Zehe. Falls die milden Temperaturen bis Dezember durchhalten, gibt es einen harmlosen Winter. Das besagt zumindest eine weitere Bauernregel: "Fließt im November noch der Birkensaft, dann kriegt der Winter keine Kraft." Laut Wetterbericht fallen die Temperaturen jedoch - zumindest nachts - bis auf ein Grad. Servicebetriebsleiter Jürgen Kober ist das einerlei: "Wir nehmen es, wie es kommt."


Der Winterdienst in Zahlen

Stadt Bad Kissingen
540 Tonnen Streusalz sind gelagert. 195,5 Kilometer Straßen und Gehwege werden damit versorgt. 24 Mitarbeiter und zehn Fahrzeuge sind im Einsatz. Geräumt wird werktags von 7 bis 20 Uhr, samstags von 8 bis 20 Uhr und sonn- und feiertags von 9 bis 20 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten erfolgt in der Regel kein Winterdienst.

Landkreis Bad Kissingen
(Straßenmeisterei Oerlenbach): 2120 Tonnen Streusalz sind auf Lager. Rund 240 Kilometer Kreisstraßen werden versorgt. Drei Fahrzeuge (eigene) und 18 Mitarbeiter sind im Einsatz. Geräumt wird werktags in Schichtarbeit von 3 bis 21 Uhr, Bereitschaft an arbeitsfreien Tagen 4 bis 21 Uhr.

Staat

(Straßenmeisterei Hammelburg): 2500 Tonnen Streusalz (verteilt auf Bad Kissingen, Hammelburg, Bad Brückenau, Münnerstadt und Poppenroth) sind gelagert. 310 Kilometer werden damit versorgt. Vier Fahrzeuge und 15 Mitarbeiter (eigene) sind im Einsatz. Geräumt wird täglich in Schichtarbeit von 3 bis 22 Uhr.

Salzvorrat
5160 Tonnen

Gesamtstrecke
Insgesamt 745,5 Kilometer