Sein Geständnis und die Entschuldigung reichten nicht für eine Bewährungsstrafe. Wegen Verbreitung kinder- und jugendpornographischer Schriften traf den Angeklagten die volle Härte des Gesetzes: Die Richterin am Bad Kissinger Amtsgericht verurteilte den Mittvierziger zu acht Monaten ohne Bewährung sowie zur Übernahme der Gerichtskosten und schloss sich damit dem Antrag des Staatsanwalts an.

An vier verschiedenen Tagen hatte der gelernte Handwerker mehrere Bilddateien mit insgesamt 270 Nacktfotos aus dem Internet heruntergeladen, die Kinder und Jugendliche in obszönen Posen und teilweise bei Sexualpraktiken mit Erwachsenen zeigten. Der Angeklagte leugnete nicht den nachgewiesenen Tatbestand, wollte aber nur versehentlich in den Besitz der Fotos gekommen sein. Beim Synchronisieren seines neuen Handys seien die Bilder vom alten Mobiltelefon übernommen worden. Zur Entschuldigung führte er technisches Unwissen an. Wie die Dateien aber zuvor auf sein altes Handy gekommen sind, wusste er nicht zu erklären.

Die hochgeladenen Dateien wurden von einem der drei Cloud-Betreiber, auf denen die Fotos vom Angeklagten gespeichert worden waren, dem Bundeskriminalamt gemeldet. Die Kriminalpolizei durchsuchte daraufhin alle in verschiedenen Clouds gespeicherten Daten des Angeklagten nach entsprechendem Material und wurde fündig, wie ein Kriminalbeamter als Zeuge vor Gericht aussagte.

"Straftatbestand erfüllt"

Auf damaliges Befragen habe der Angeklagte nur gesagt, er sei mal auf einer Internetseite gewesen und habe Fotos geladen. Zu den beanstandeten Fotos habe er sich nicht weiter geäußert. Vor Gericht erklärte der Angeklagte, er habe alle auf seinem neuen Handy sichtbaren Fotos sofort gelöscht. Doch die Mehrzahl aller Fotos blieb weiterhin unter seinem IP-Absender in den Internet-Clouds gespeichert.

Nach dreiviertelstündiger Verhandlung sah der Staatsanwalt die Punkte seiner Anklage bestätigt, wobei er die Versuche des Angeklagten, "sein Versehen" mit technischer Unwissenheit zu begründen, nicht gelten ließ. "Mit dem Herunterladen dieser Bilder ist der Straftatbestand erfüllt." Zwar hielt er dem Angeklagte sein Geständnis zugute. Doch wegen des viermaligen Herunterladens von Fotos und der Vielzahl der gespeicherten Dateien forderte er eine Freiheitsstrafe von acht Monaten ohne Bewährung. Die Verteidigerin versuchte, das Beste für ihren Mandanten herauszuholen, habe er doch Reue und Einsicht gezeigt. "Heute bedarf es keiner besonderen Energie, an derartiges Bildmaterial im Internet heranzukommen", führte sie als weitere Entschuldigung an. Zwar sei die Vorstrafenliste ihres Mandanten lang - dieser stand seit Jugendzeit in etwa 25 Fällen wegen anderer Delikte vor Gericht -, doch dies sei "der erste Fall in diesem Bereich". Deshalb beantragte sie "trotz allem" nur eine auf Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von fünf Monaten, zumal seine langjährige Lebensgefährtin und sein Arbeitgeber "ihm die Treue halten".

Doch diese Argumente hielten die Amtsrichterin nicht davon ab, das Urteil auf acht Monate ohne Bewährung festzusetzen. Eine Aussetzung zur Bewährung sei schon deshalb nicht möglich, da der Angeklagte in den letzten Jahren noch unter laufender Bewährung mehrfach straffällig geworden war. Zudem sei diese Straftat gewiss "kein Kleinkram", da es sich eindeutig um kinder- und jugendpornographische Bilder handelte. "Die Fotos waren auf dem Handy, warum auch immer. Das ist strafbar."