Auf rund 1,3 Millionen Euro schätzte Planer Matthias Kirchner die Kosten für den Kanalbau in Eltingshausen. Dort entstehen in der Thüringer Straße 32 neue Bauplätze. Die Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes Obere Werntalgemeinden genehmigte auf ihrer Sitzung dieses Bauvorhaben und beauftragte den Verbandsausschuss - das ist die Runde der sechs Bürgermeister - mit der Vergabe der Gewerke.

Auch am Gewerbegebiet A71, gemeinsam von Oerlenbach und Poppenhausen betrieben, müssen neue Kanäle eingezogen werden. Sarah Emmert skizzierte für die Planungsschmiede Braun (Würzburg) den Verlauf der neuen Rohre. Optisch schließt sich der Ring im Gewerbegebiet, wo das Verteilzentrum von Amazon immer mehr Gestalt annimmt. Rund 2,6 Millionen Euro wird das Kanalsystem in den nächsten Bauabschnitten für Regen- und Schmutzwasser wohl kosten. Die nächste Verbandsversammlung am 12. Mai soll über die Vergabe entscheiden.

Auf den Abwasserzweckverband Obere Werntalgemeinden kommen enorme Investitionen zu. Dieter Mühlfeld vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband (BKPV) zeigte die Auswirkungen der Ausgaben auf die Gebühren auf. Dabei legte er großen Wert darauf, dass sich der Zweckverband ausschließlich aus Gebühren finanziert. Erstellungsbeiträge, wie sie früher üblich waren, werden nicht mehr erhoben. 2009, als sich der neue Verband gründete, hatte man sich für dieses Modell entschieden und einst eingezogene Beträge wieder an die Bürger zurückgezahlt.

Bis 2025, so der Finanzfachmann, werden wohl rund 23 Millionen Euro investiert werden müssen. Der Löwenanteil fließt in den Kanalbau, die Verbandskläranlage in Geldersheim gab ihren Bedarf mit rund sechs Millionen Euro an. Das Geld müsse man sich von der Bank holen, eine möglichst lange Laufzeit aushandeln und die Kosten für Kredit, Zinsen und Tilgung auf die Gebühren umschlagen. Heraus kamen in der Modellrechnung kräftige Anstiege - sowohl beim Schmutz, als auch beim Regenwasser: deutlich über drei Euro (Schmutzwasser, derzeit 2,75 Euro ) wird dann die Gebühr betragen, prophezeite Dieter Mühlfeld. Der neue Gebührensatz liege im bayerischen Vergleich so ziemlich im Durchschnitt.

Mühlfeld plädierte für dieses fremdfinanzierte System, das für den Abwasserzweckverband die wohl beste Lösung sei. Das Prinzip, dass der Bürger weder für die Vergangenheit nachzahle, noch für die Zukunft vorfinanzieren müsse, wird auch von den meisten Verbandsräten als gerecht bezeichnet. Trotz hohen Schuldenstands gebe es keinen Grund zu großer Besorgnis, meinte Mühlfeld.

Die ehemaligen Conn Baracks gehören zum Gebiet des Zweckverbandes und werden weitere Investitionen notwendig machen, mutmaßen die Verbandsräte. Man werde, sobald neue Daten vorliegen, die Qualität der Kanäle bewerten und sich um mögliche neue (Firmen-)Ansiedlungen kümmern müssen.