Bad Kissingen — "Es war immer ein Dienst für Kirche, Pfarrgemeinde und letzten Endes für unseren Herrgott." Für August Wolf war es eine Berufung. Seit 70 Jahren ist der 85-jährige als Mesner tätig. Eine Tätigkeit, die sehr selten erreicht wird.
Jetzt wurde er in der Bad Kissinger Herz-Jesu-Kirche für seinen unermüdlichen Einsatz auch nach seiner Pensionierung geehrt.
Dekan Thomas Keßler nannte den Jubilar bei seiner Laudatio eine "mobile Reserve", der in der Filialkirche Winkels und in der Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche immer einspringt, wenn Not am Mann ist. "Es gibt, Gott sei Dank, Menschen, die sich mit Haut und Haaren für die Kirche einsetzen", so der Dekan. Der stellvertretende Diözesanleiter des Mesnerverbandes der Diözese Würzburg, Werner Hetterich, überbrachte im Auftrag von Bischof Friedhelm Hofmann seine Segenswünsche und überreichte gleichzeitig die Ehrennadel der Diözese sowie Urkunde und eine kleine Skulptur für den Schreibtisch.

Anfang eher zufällig

Eigentlich, so erzählt August Wolf, ist er eher zufällig zum Mesnerdienst gekommen. In seinem Heimatort Bundorf am Osthang der Haßberge, war er als 15-jähriger 1944 einer der Ministranten. Als der damalige Mesner zum Wehrdienst an die Front eingezogen wurde, ernannte ihn der dortige Pfarrer an Weihnachten 1944 kurzerhand zum Mesner. "So ist es automatisch weitergegangen - auch nach Kriegsende. Ich blieb Mesner", so Wolf. In der Herz-Jesu-Pfarrei Bad Kissingen trat er am 1. Februar 1970 als hauptamtlicher Mesner seinen Dienst an. Ab 1975 kam die Marienkapelle hinzu, die er auch mitbetreuen musste.
"Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau", sagt man. So war ihm seine Gattin Elisabeth bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1992 eine tatkräftige Unterstützung. "Ohne ihre Hilfe wäre manches nicht möglich gewesen."
Vier Pfarrer erlebte Wolf in Bundorf, drei in Bad Kissingen. "Mit allen Pfarrern bin ich eigentlich sehr gut zurechtgekommen. Ich kann nicht sagen, dass mir einer am liebsten war", schmunzelt Wolf. "Ich war immer mit viel Herzblut dabei."