• Sagen und schaurige Legenden ranken sich auch um einige fränkische Orte 
  • Viel Fantasie oder wahre Begebenheiten? Das sind Frankens gruseligste Legenden 
  • Was hat der Teufel mit der Alten Mainbrücke in Würzburg zu tun? 

Viele ortstypische Märchengeschichten und Sagen werden von Generation zu Generation weitergegeben und verlieren so nie an ihrem mystischen Charakter. Meist handelt es sich bei diesen Sagen um Erzählungen von fantastischen Ereignissen oder von rätselhaften Wesen, die die Wirklichkeit übersteigen. Nichtsdestotrotz werden diese Geschichten oft mit realen Orten, Begebenheiten und Personen verknüpft. Davon gibt es auch in Franken einige, von denen wir im Folgenden die schaurigsten vorstellen.

1. Der Höhlenpöpel von Pottenstein 

Das "Hasenloch" bei Pottenstein zieht trotz der schaurigen Legende, die sich darum rankt, immer wieder Schaulustige zu einer kleinen Höhle in die Fränkische Schweiz.  Und das, obwohl dort ein blutrünstiger Höhlen-Geist sein Unwesen treiben soll - der sogenannte "Höhlenpöpel".

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Die Legende erzählt von einigen jungen Buben, die an einem Sonntag den Gottesdienst schwänzten und stattdessen lieber heimlich durch den Wald tobten. Sie entdeckten einen schneeweißen Hasen, welcher nicht richtig laufen konnte, da er ein verletztes Bein hinter sich her zog. Die Jungen hetzten den armen Hasen aus Spaß durch den Wald, bis er sich in einer Höhle versteckte. Nur einer der Buben traute sich - dem Hasen hinterher - in die Höhle hinein, die anderen blieben aus Furcht vor dem dunklen Eingang stehen und warteten auf ihren Kameraden. 

Nach einiger Zeit hörten sie einen fürchterlichen Schrei aus dem Inneren der Höhle und die Jungen rannten so schnell sie konnten in das zurück Dorf und alarmierten ihre Eltern. Die Väter der Buben eilten sofort zurück zu der Höhle, wo sie den Vermissten zerfleischt am Boden auffanden. Der Legende nach hatte sich der böse Höhlenpöpel in einen Hasen verwandelt und so die Kinder angelockt. Seitdem wird die Höhle bei Pottenstein "Hasenhöhle" genannt. 

Hier geht es zu weiteren sagenumwobenen Orten in Bayreuth und Umgebung.

2. Die Zombiepriester auf dem Oschenberg

Untote Priester, die das Christentum verfluchen? Kaum zu glauben. Diese Legende berichtet jedoch genau das: Im Nordosten Bayreuths, auf dem Oschenberg, lastet angeblich ein Fluch. Einst soll hier eine heidnische Kultstätte gestanden haben, den germanischen Göttern Wotan und Odin geweiht. Mit dem Einzug Karls des Großen und der Christianisierung wurde die Stätte zerstört und alle Tempelpriester durch das Heer getötet.

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Der älteste Priester soll den Ort, im Sterben liegend, verflucht haben. Seither wurden immer wieder Kapellen auf dem Berg errichtet. Doch keine blieb bestehen. Sie stürzten ein, brannten nieder oder wurden verlassen. Die Legende besagt, dass die Priester als Untote zurückkehren und verhindern, dass die Kapellen bestehen bleiben. Außerdem soll das Läuten von Glocken auf dem Oschenberg Unheil über jeden Christen in der Umgebung bringen.

3. Der Marksteinversetzer von Wilhelmsdorf

Wilhelmsdorf im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim ist eigentlich für seine offene Landschaft und Wasserläufe bekannt. Die Teiche und Forstwege laden zu gemütlichen Wanderungen in der Region ein. Viel gewandert ist dort vor etlichen Jahren angeblich auch ein seltsamer Geselle: der Marktsteinversetzer aus Wilhelmsdorf. Dabei handelt es sich um den Geist eines Bauern, der keinen Frieden finden konnte.

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Zu Lebzeiten hatte dieser heimlich, um seinen Landbesitz zu vergrößern, immer wieder die Marktsteine der Grundstücke seiner Nachbarn zu seinen Gunsten verschoben. So wurde er schließlich mit einem Fluch belastet, der ihn nach seinem Tod als Geist wiederkehren ließ. Nacht für Nacht ward er gezwungen, einen Marktstein durch die Gegend zu schleppen. Erlöst werden konnte er nur durch eine andere Person, die ihm sagte, wo er den Stein ablegen könne. Da die Geistgestalt allerdings bei vielen Menschen für Angst und Schrecken sorgte, wurde er lange Zeit nicht von dem Fluch befreit und wanderte Nacht für Nacht mit dem Marktstein auf den Schultern durch die Gegend.

Eines Nachts allerdings begegnete ihm ein Bauernbursche, der sich nicht vor Angst in die Flucht schlagen ließ. Der Geist fragte ihn: "Wo soll ich meinen Marktstein hinlegen?”. "Setz ihn gefälligst dorthin, wo du ihn genommen hast”, antwortete der Bauernbursche. Der Geist des Bauern tat, wie ihm geheißen und so konnte er endlich in Frieden ruhen.

4. Der schwarze Hund auf der Gehäuhöhe

Die bewaldeten Hügel der Frankenhöhe machen aus der Gegend ein wunderschönes Naturparadies. Bei gutem Wetter kann man sich hier eine ruhige Auszeit vom Alltag gönnen und die frische Luft genießen. Vor vielen Jahren bedeckte dort dichter Wald die Hochfläche. Als man irgendwann damit begann, diesen Wald zu roden, nannte man das Gebiet am südlichen Ortsrand von Markt Erlbach (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) die Gehäuhöhe.

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Mit dem Einbruch der kälteren Jahreszeiten im Herbst wurde es in dieser Gegend immer unheimlicher. Knarzende Äste, lange Schatten - man trieb sich zu später Stunde nur ungern in dieser Region herum. Und wer sich dort in der Adventszeit auf Wanderschaft begab, bekam einen großen Schrecken eingejagt, in Form eines schwarzen, bedrohlichen Hundes.

Dieser tauchte meist aus dem Nichts aus, begleitete die verängstigten Wanderer und verschwand dann genau so schnell, wie er gekommen war. Eines Tages legte sich ein furchtloser Jäger auf die Lauer, mit dem Ziel, dem Hunde-Schrecken ein Ende zu bereiten. Als dieser endlich aufkreuzte, zielte er und schoss auf den Hund - Treffer. Aber als der Schütze zu der Stelle eilte, wo er den nun toten Hund vermutete, war von diesem nichts zu sehen. Nicht einmal Blutspuren im Schnee.

5. Der Pudel am Tiergärtnertor

Auch um das Tiergärtnertor in der Nürnberger Stadtmauer rankt sich eine Grusel-Geschichte, die sich Anfang des 16. Jahrhunderts zugetragen haben soll: Eines Nachts waren in der Bäckerei am Tiergärtnertor ein Geselle und der Lehrjunge dabei, Teig zu kneten. Als es dem Gesellen zu heiß wurde, schickte er den Lehrbuben hinaus zum Wasser holen am Brunnen.

Damit er in der Nacht nicht alleine gehen musste, nahm der Lehrbub den Pudel der Bäckerei mit. Der Hund sprang dabei über den Platz am Tiergärtnertor voraus. Der Lehrbub stellte den Krug unter das Brunnenrohr, und als das Gefäß voll war, wollte er zurück zur Bäckerei. Aber der Pudel war verschwunden. Der Junge pfiff, doch der Hund kam nicht zurück. Von weitem hörte man nur sein Bellen, das dumpf klang - als wäre der Pudel durch das verschlossene Tiergärtnertor gelaufen.

Wie der Lehrbub bemerkte, stand das Tor in dieser Nacht offen. Der Junge holte den Gesellen und gemeinsam gingen beide durch das Tor in den langen Gang dahinter. Je weiter sie voranschritten, desto lauter wurde das Bellen des Hundes. Als sie das Tier schließlich fanden, war es nicht alleine: Es hatte sich in die Kleidung von Anton Tetzel verbissen, der einer der reichsten und vornehmsten Ratsherren der Stadt war.

Es stellte sich heraus, dass Tetzel mit dem Ansbacher Markgrafen vereinbart hatte, in der Nacht heimlich das Tiergärtnertor zu öffnen und feindliche Kriegsknechte hereinzulassen. Der Pudel war ihm nachgelaufen, als der Verräter eben von dem inneren Tor durch den finsteren Gang zum äußeren Tor schlich, um es das zur festgesetzten Zeit zu öffnen. So bewahrten ein Bäckerbube und eine Pudel die Stadt Nürnberg vor einem schweren Unglück. Anton Tetzel kam ins Gefängnis und die Tür wurde zugemauert.

6. Die Teufelsmühle von Geiselbach

Der Name der Teufelsmühle rührt von einer Sage nach der einst der Satan selbst im Teufelsgrund südwestlich von Geiselbach (Landkreis Aschaffenburg) anwesend war. Der Überlieferung nach war der in der Mühle beschäftigte Müller unehrlich geworden und daher aus der Gunst der Leute gefallen.

Daraufhin verarmte er zusehends und so verfiel auch das Bauwerk: Durch einen Riss in der Mühlenwand floss laut der Sage Wasser in das Gebäude. Angeblich soll nun der Müller ausgerufen haben, den Riss möge der Teufel holen, was sich dieser nicht zweimal sagen ließ.

Der Höllenfürst erschien und versprach dem Müller, den Riss zuzumauern, wenn er nur die Seele des Mannes im Tausch dafür bekäme. Der Müller stimmte zu und der Teufel versprach, den Riss bis zum Morgengrauen zuzumauern. Sollte er es nicht bis zum ersten Hahnenschrei schaffen, müsse der Müller seine Seele nicht abgeben.

Der Müller erzählte seiner Frau reumütig von dem Handel. Sie versprach, ihm aus der Misere zu helfen. Als der Teufel beinahe fertig war mit dem Mauerwerk, ahmte die Frau des Müllers, die sich unterdessen heimlich in den Hühnerstall gesetzt hatte, den Ruf des Hahnes nach - der Teufel suchte das Weite. Ein Teil des Risses blieb und die Mühle heißt bis auf den heutigen Tag "Teufelsmühle".

7. Teufels-Werk an der Würzburger Mainbrücke

Würzburg: Eine Stadt, die bekannt für ihre Gebäude im Barock- und Rokokostil ist. Außerdem laden zahlreiche Weinstuben und -keller dazu ein, bei einem Gläschen die Seele baumeln zu lassen. Aber natürlich eignen sich die Weinberge auch ideal zum erkunden der Landschaft und bieten einen weiten Blick über die Stadt. Eine besondere Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Mainbrücke, welche die älteste Brücke in Würzburg ist und bei deren Bau es scheinbar nicht mit rechten Dingen zugegangen ist...

Man sagt, dass der Teufel dem Bauleiter bei Entstehung der Brücke seine Hilfe angeboten haben soll. Im Tausch sollte er dafür dann die Seele des Bauleiters erhalten. Der Bauleiter lehnte dieses Angebot wohl ab, was Luzifer sehr verärgerte. Zur Strafe begann er damit, zu versuchen, die Errichtung der Brücke mit allen Mitteln zu verhindern. Und selbst als die Brücke schon stand, soll er sich angeschickt haben, ein großes Loch zwischen zwei der Brückenpfeiler zu graben.

Zwar wurde die Brücke vorsorglich der kirchlichen Weihe unterzogen, damit kein weiterer Schaden entstehen konnte, aber dennoch hüten sich Schiffe auch heute noch vor dem sogenannten ”Teufelsloch”. Denn angeblich soll sich genau dort ein gefährlicher Strudel befinden, der die Menschen ins Verderben zieht.

8. Der Liebfrauensee in Bad Kissingen: Wehe der Riese erhebt sich

Der Liebfrauensee in Bad Kissingen ist ein beliebtes Ausflugsziel für viele Touristen. Er liegt vor der Marienkapelle und dem zugehörigen Kapellenfriedhof. Der Name Liebfrauensee rührt daher, dass sich dort der Sage nach ein junger Mann vor lauter Liebeskummer ertränken wollte. Die Mutter seiner Geliebten wollte ihm ihre Tochter nicht zur Ehefrau geben.

Kurz bevor sich der Jüngling vom Ufer ins Wasser stürzen konnte, sei ihm die Mutter Gottes begegnet, die ihn von seinem Vorhaben abbringen konnte. Zum Glück, denn das Blatt wandte sich zum Guten und der einst so Verzweifelte bekam schließlich sein Angebetete doch noch zur Frau. Seitdem trägt der See den Namen ”Liebfrauensee”.

Aber das ist nicht die einzige Legende, die sich um den Liebfrauensee rankt. So berichtet man von dem See, dass sich in dessen Abgründen ein Riese befinde, der dort schläft. Sobald er sich einmal erheben würde, wird die Stadt, Bad Kissingen, überschwemmt werden und untergehen. Eine weitere Sage erzählt, der See sei so unglaublich tief, dass er sogar mit dem Weltmeer unterirdisch verbunden sei.

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