Bad Staffelstein
Staffelberg

Wahrzeichen von Oberfranken: Das ist der Staffelberg

Er ist eines der Wahrzeichen Oberfrankens und ein beliebtes Reiseziel für Wanderer aus Nah und Fern: der Staffelberg. Hier erhalten Sie einen kurzen Überblick über die Geschichte und die Ausflugsmöglichkeiten rund um den sehenswerten Berg bei Bad Staffelstein.
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Der Staffelberg ist eines der wichtigsten Wahrzeichen Oberfrankens Foto: Roland Rinklef
Der Staffelberg ist eines der wichtigsten Wahrzeichen Oberfrankens Foto: Roland Rinklef

Der Staffelberg ist eines der wichtigsten Wahrzeichen Frankens. Der Berg liegt bei Bad Staffelstein im Landkreis Lichtenfels, ist Teil der Fränkischen Alb und gehört neben dem Walberla und dem Kreuzberg zu den drei heiligen Berge Oberfrankens. Warum der Staffelberg als "heilig" gilt, hängt mit seiner Vergangenheit zusammen. Schon in seiner frühen Vergangenheit war der Steinriese eine Kultstätte der keltischen Stämme. Im Mittelalter wurde auf dem Plateau dann ein Kapelle gebaut, welche heilig gesprochen wurde und noch heute erhalten ist. Bis zum heutigen Tag finden Prozessionszüge hoch zur Adelgundiskapelle statt und in der Osterzeit werden dort Krippenfiguren aufgestellt, die den Leidensweg Jesu darstellen.

Wer den Aufstieg zum 539 Meter hohen Staffelberg schafft, wird mit einer atemberaubenden Aussicht bis zum Thüringer Wald belohnt. Besonders markant ist das Hochplateau des Berges, welches einem eine Rundumsicht in alle Himmelsrichtungen bietet. Das drei Hektar große Gipfelplateau und weitere Teile des Staffelberges bilden seit 1985 ein etwa 41 Hektar großes Naturschutzgebiet.

Die Geschichte des Staffelberges

Heute ist das Staffelbergplateau abgesehen von der Adelgundiskapelle und einigen Häuschen unbesiedelt. Doch drehen wir die Uhr um etwa 5000 Jahre zurück und werfen einen Blick in die Vergangenheit des stillen Riesen im Gottesgarten des Obermainlandes.

Bereits ab dem vierten Jahrtausend vor Christus wurde der Staffelberg von Menschen besiedelt. Seine bedeutendste Phase hatte er etwa ab dem vierten Jahrhundert vor Christus. In dieser Zeit besiedelten keltische Stämme das gesamte Hochplateau und weiteten die Wohnfläche von drei auf 49 Hektar aus. So entstand eine befestigte, stadtartig angelegte Siedlung - ein sogenanntes keltisches Oppidum. Der Berg eignete sich aufgrund seiner Höhe und den guten Befestigungsmöglichkeiten als optimaler Siedlungsplatz. Erstmals erwähnt wurde das fränkische Oppidum in einigen geographischen Aufzeichnungen aus Griechenland, welche kurz nach Christi Geburt entstanden sind. Dort wurde die Siedlung "Menosgada" genannt, was soviel bedeutet wie "Stadt über dem Maintal". Warum die Stadt auf dem Staffelberg letztendlich unterging ist nicht eindeutig belegt. Vermutlich wurde "Menosgada" um 50 vor Christus durch die Streitmächte der Römer vernichtet.

Der Staffelberg wurde in der Vergangenheit immer wieder besiedelt - bis ins späte Mittelalter hinein. Zu dieser Zeit wurde auch die Aldegundiskapelle, welche während des Bauernkriegs im Jahre 1525 zerstört wurde. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Kapelle wiederaufgebaut und heilig gesprochen. Sie steht noch heute auf dem Hochplateau des Staffelberges und kann besichtigt werden. Die Heiligenverehrung der Aldegundis ist in Deutschland weit verbreitet: Es gibt zehn Kirchen und Kapellen über die ganze Bundesrepublik verteilt. Die heilige Aldegundis wird zu den Nothelfern gezählt und diente den Menschen als Rettungsanker in Notsituationen oder bei Todesängsten. In der Kapelle des Staffelberg befinden sich sechs große Tafelbilder aus Holz, welche die Adelgundislegende wiedererzählen.

Sagen und Legenden rund um den Staffelberg

Neben seinem geschichtlichen Hintergrund ist der Staffelberg auch ein Ort der Märchen und Sagen. Sie erzählen von unermesslichen Reichtümern, kleinen Kobolden und einem riesigen Fisch im Berginneren.

Eines der bekanntesten Märchen ist "Der Schatz im Staffelberg":

Tief im Innern des Staffelberges ist in einer unzugänglichen Höhle ein großer Schatz verborgen. Alle hundert Jahre öffnet sich zu mitternächtlicher Stunde an Johanni der Berg und gibt für eine Stunde den Weg zu den unterirdischen Räumen frei. Doch nur Sonntagskindern ist es möglich, in das Berginnere zu schauen. Einmal wurde in einer solchen Nacht ein junger Schäfer durch ein donnerndes Dröhnen aufgeschreckt. Da er an einem Sonntag geboren war, konnte er den geöffneten Berg betreten. Angezogen und geblendet von den unermesslichen Reichtümern, die er vorfand, wurde er immer tiefer in den Berg gelockt. Ehe er sich seine Taschen voll Gold und Edelsteine stopfen konnte, war die kurze Frist von einer Stunde verstrichen. Mit einem Dröhnen schloss sich der Berg wieder und versperrte dem Schäfer den Weg ins Freie. Hundert Jahre lang musste er warten, bis sich der Berg wieder öffnete. Als alter Mann verließ er diese Stätte, seine Taschen leer, er brauchte keine Reichtümer mehr.

- Sigrid Radunz, Der Staffelberg 2001

Noch mehr Märchen, Sagen und Legenden rund um den Staffelberg und Bad Staffelstein finden Sie hier.

Der Staffelberg als Ausflugsziel

Heute gehört der Staffelberg zu den wichtigsten Wahrzeichen Frankens und wird von Wanderern aus ganz Deutschland besucht. Wer es auf einem der Wanderwege zum Hochplateau geschafft hat, der kann bei einem kühlen Bier in der Staffelberg-Klause den Ausblick ins Tal genießen.

Staffelberg-Klause:

 

  • Öffnungszeiten: Täglich, 10 bis 20.30 Uhr
    Dienstag ist Ruhetag
  • Sitzplätze: knapp 600 (davon 500 im Außenbereich)
  • Küche: fränkische Spezialitäten, Kaffe, Kuchen, Bier vom Fass

 

Weitere Informationen zur Staffelberg-Klause

Auf dem Staffelberg gibt es neben der Klause und der Aldegundiskapelle noch ein Denkmal zu Ehren des deutschen Schriftstellers Joseph Victor von Scheffel. Dieser verhalf dem Berg zu noch mehr Berühmtheit, indem er ihn in einer Strophe seines bekannten "Frankenlieds" verewigte.

Da der Staffelberg unter Naturschutz steht, ist das Klettern am Berg eigentlich verboten. Allerdings wurde für Sportkletterer eine Ausnahmegenehmigung ausgeschrieben, welche das Klettern auf einer festgelegten Route erlaubt.

Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, der kann den beliebten Wanderweg von der Basilika Vierzehnheiligen hoch zum Staffelberg nehmen. Bevor Sie sich auf den Wanderpfad begeben, dürfen Sie noch die bekanntesten Wallfahrtskirche Frankens besichtigen oder in der unmittelbar daneben gelgenen Brauerei "Trunk" einkehren. Anschließend geht es die etwa fünf Kilometer lange Wanderroute hoch zum Staffelberg.

 

Der Staffelberg ist ein wunderschöner Ort: Wie sehr man sich in ihn verlieben kann, zeigt Steffi (39) aus Bad Staffelstein. Sie ließ sich den Berg auf den gesamten Rücken tätowieren.

 

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