Unfassbare Geschichte: Mann entsorgt riechende Tüte – in ihr liegt tote Tochter

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Unfassbare Geschichte: Mann entsorgt Tüte – in ihr liegt tote Tochter
Der kleine Sarg des tot gefundenen Säuglings bei der Trauerfeier.
Unfassbare Geschichte: Mann entsorgt Tüte – in ihr liegt tote Tochter
Christoph Reichwein/dpa

In einer Tüte am Wegesrand wurde ein toter Säugling gefunden. Die aufgespürten Eltern haben angegeben, wie es dazu gekommen sein soll.

Gut einen Monat nach dem Fund eines toten Säuglings an einem Feldweg im Münsterland haben die Behörden die Eltern ermittelt. Der 37-jährige Vater und die 42-jährige Mutter wohnen in Hamm (NRW). Beide wurden am Dienstag (3. November 2026) vorläufig in Gewahrsam genommen, jedoch nach wenigen Stunden wieder freigelassen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Gegen beide besteht bislang kein dringender Tatverdacht. Das kleine Mädchen sei vermutlich schon tot auf die Welt gekommen, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde.

Mutter bringt Mädchen alleine zu Hause zur Welt – Schwangerschaft verheimlicht?

Der Säugling war am 26. September in Beckum in einer grauen Einkaufstüte am Wegesrand abgelegt worden. Passanten fanden das in ein Saunatuch eingewickelte tote Kind. Weil die Herkunft der Kleinen völlig unklar war, gaben Ermittler ihr den Namen Alina. Sie wurde schließlich bei einer öffentlichen Trauerfeier auf dem städtischen Friedhof in Beckum in einem weißen Sarg beigesetzt. Auf die Spur der Eltern sei man durch einen Abgleich der DNA des kleinen Mädchens gekommen. Der Vater sei polizeibekannt, seine DNA sei deshalb erfasst gewesen.

Seine Lebensgefährtin habe in den Vernehmungen ausgesagt, dass sie die Schwangerschaft mit dem kleinen Mädchen vor allen anderen Menschen verheimlicht habe. Schließlich habe sie das Kind alleine in ihrer Wohnung zur Welt gebracht. Es habe allerdings keinerlei Lebenszeichen aufgewiesen. Diese Aussage werde durch das Ergebnis der Obduktion mit hoher Wahrscheinlichkeit bestätigt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Vater habe ausgesagt, dass er nichts von der Schwangerschaft seiner Partnerin mitbekommen habe. Er habe eines Tages im Keller eine stark riechende Tüte gefunden und entschieden, sie zu entsorgen. Dass in der Tüte, die er schließlich an dem Feldweg in Beckum ablegte, seine eigene tote Tochter liege, habe er überhaupt nicht geahnt. Für die Ermittler gebe es bislang keinen Grund, an dieser Aussage zu zweifeln, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde.

Säugling war im Gesicht verletzt

Die Obduktion des Leichnams hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft "Anhaltspunkte für eine mögliche Gewalteinwirkung" ergeben. Dies könnten aber Verletzungen sein, die bei der Geburt entstanden sind, sagte der Sprecher.

Gegen die Eltern werde zwar weiterhin wegen Totschlags ermittelt – es gebe im Moment aber keinen dringenden Tatverdacht gegen sie. Beide seien deshalb wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden.

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