Der umstrittene Song "Layla", der aufgrund seines sexistischen Textes bei einigen Volksfesten nicht gespielt werden soll, soll demnächst im ZDF-Fernsehgarten erklingen. In der „Mallorca vs. Oktoberfest“-Ausgabe der ZDF-Show am 31. Juli 2022 sind die Interpreten DJ Robin (26) und Schürze (alias Schlagersänger Michael Müller) eingeladen. 

Am Wochenende berichtete die Bildzeitung, dass der Hit in einer entschärften Version gespielt werden soll. Dem widersprach jetzt der Mainzer Sender. 

"Layla": Doch mit "Puffmama" im ZDF zu sehen und hören?

Zunächst bestätigte eine Sendersprecherin des ZDF auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass DJ Robin & Schürze mit ihrem Song "Layla" am 31. Juli im Rahmen der "Mallorca vs. Oktoberfest"-Folge des ZDF-Fernsehgartens zu sehen sein werden. Die Sendung wird wie üblich von Andrea Kiewel moderiert. Dort sollen "die bekanntesten und erfolgreichsten Acts der Mallorca- und Oktoberfest-Partyszene" gespielt werden, so die Sprecherin. Die "Bild" hatte berichtet, dass etwa aus der "Puffmama" eine "Busmama" gedichtet werden könnte. Laut "Bild" gibt es wohl schon mehrere Videos, die auf TikTok kursieren, in denen diese harmlosere Version verwendet wird. 

Dem Bericht der "Bild", wonach der Text des Songs bis zum ZDF-Auftritt umgechrieben werden solle, widerspricht die Sendersprecherin. Bisher gebe es da Lied "nur in einer Version". Außerdem sagte sie: "Das Produktionsteam des Songs hat für einen späteren Zeitpunkt angekündigt, eine geänderte Version von "Layla" zu produzieren - das geschieht aber vollkommen unabhängig vom ZDF."

Es wäre nicht der erste Fall eines Liedes, das für die ZDF-Show umgeschrieben wird: 2015 musste Peter Wackel seinen Song "Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr" umdichten, um bei Andrea Kiewel auftreten zu dürfen: Damals musste er aus "Scheiß drauf" ein "Pfeiff drauf" machen. Beim ZDF-Fernsehgarten gibt es, wie T-Online berichtet, Regeln, die besagen, dass Lieder, die zu "zweideutig" sind oder "Fäkalsprache" benutzen, nicht gesungen werden sollen. 

Produzent Peter Wolf: "Der ZDF-Fernsehgarten ist prüde!"

Das Lied hat in den letzten Wochen für hitzige Debatten gesorgt: Zunächst hatte die Stadt Würzburg verfügt, dass in ihrem Bierzelt auf dem Kiliani-Volksfest das sexistische Lied nicht gespielt werden soll, bezogen auch andere Volksfeste wie die Kirmes in Düsseldorf oder das Münchner Oktoberfest gegen das Lied Stellung. Teilweise sorgte dies für heftigen Protest und dafür, dass das Publikum in den Bierzelten selbst das Lied anstimmte. 

Die Nachricht über eine mögliche Zensur von "Layla" fürs ZDF sorgt bereits jetzt für Kritik. So erregte sich der Schlagershow-Produzent Peter Wolf ("Wilkommen bei Carmen Nebel") in der Bildzeitung: „Das ist einfach nur lächerlich! Die sollen das Original spielen. Ich kann DJ Robin und Schürze nur raten, das nicht zu machen. Das wäre ja so, als wenn man damals bei Mickie Krauses Song gefordert hätte aus ,Olé, wir fahr‘n in Puff nach Barcelona‘ zu machen ,Ole, wir fahren mit dem Bus nach Barcelona‘. Das hat ja damals auch keiner gefordert.“

Der 64-jährige Produzent findet die Entscheidung schlecht und nennt den ZDF-Fernsehgarten "prüde". Die TV-Sender würden außerdem den Geschmack des Publikums ignorieren. "Layla" gehöre ins Fernsehen, so Wolf, da das Lied extrem erfolgreich sei und das Publikum danach verlange.

"Layla": Aus "Puff" wird "Wuff"

Er wolle das Lied einmal "live on stage sehen" - es müsse erlaubt sein, so ein Lied zu singen. Daher begrüße Wolf auch die Äußerungen des Bundesjustizministers Marco Buschmann (FDP), mit denen sich jener gegen die Entscheidungen wandte, das Lied nicht mehr zu spielen. Wolf weiter: "Da können die Festzelt-Wirte in München hundertmal beschließen, dass ‚Layla‘ bei ihnen nicht gesungen wird. Natürlich wird es da gesungen."

Der Produzent des Lieds "Layla", Ikke Hüftgold, hat inzwischen einejugendfreie Version angekündigt, die neben der eigentlichen Version existieren solle. Sie werde im Herbst veröffentlicht, so der Produzent im RTL-Interview. Die aktuelle Idee für die jugendfreie Version: „Ich hab 'nen Wuff und die Hundemama, die heißt Layla …“

Man sehe ein, dass es eine andere, "mildere" Version geben müsse, die etwa auch von Kindern gehört werden könne, so Ikke Hüftgold bei RTL

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