Ein Drittel hat in den vergangenen zwei Jahren weniger für Möbel ausgegeben als zuvor, 26 Prozent etwa gleich viel, 13 Prozent mehr. Jeder Vierte kaufte gar nichts. 2.100 Erwachsene in Deutschland wurden repräsentativ befragt.
Wachsender Wettbewerb
Der Konkurrenzdruck nimmt zu. Die Menge an importierten asiatischen Möbeln ist laut Verbandsgeschäftsführer Kurth stark gestiegen. Weil die Ausfuhr in die USA wegen der Zölle erschwert ist, werde Ware verstärkt in Europa angeboten. «Betroffen ist vor allem das untere Preissegment, dadurch verschiebt sich das Gefüge im ganzen Markt.»
Handelsexperte Hudetz bestätigt das: «Non-Food-Discounter wie Action und Thomas Philipps sowie asiatische Online-Marktplätze wie Temu gewinnen an Bedeutung.» Mit niedrigen Preisen und breitem Angebot setzten sie etablierte Anbieter unter Druck.
Zahlreiche Insolvenzen
Einige Firmen gerieten in Schieflage. «Vor allem die traditionsreiche Region Ostwestfalen-Lippe, in der viele Möbel- und Küchenhersteller ansässig sind, ist stark betroffen», sagt Patrik-Ludwig Hantzsch von der Auskunftei Creditreform.
Zuletzt meldeten unter anderem die Hammer Raumstylisten GmbH, RWK & Kuhlmann Küchen, der Händler Lambert sowie die Möbelhersteller Mäusbacher, Röhr-Bush und König + Neurath Insolvenz an. Die Handelskette Matratzen Direct schloss kürzlich alle Filialen. Auch der Schlafzimmermöbelhersteller Nolte stellte den Betrieb ein.
Neben der schwachen Nachfrage und der Konkurrenz aus Fernost belasten steigende Material-, Energie- und Personalkosten sowie zunehmende Regulierung, sagt Hantzsch. «Das Umfeld bleibt 2026 schwierig.»
Zu wenig neue Wohnungen
Ein weiteres Problem ist der stockende Wohnungsbau. Die Zahl der Baugenehmigungen ist zwar etwas angezogen, aber die Lage bleibt schwierig. Das Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses schätzt den Bedarf auf jährlich 257.400 neue Wohnungen bis 2040. In diesem Jahr werden jedoch voraussichtlich nur 215.000 fertig.
«Weniger Neubauten und kaum Umzüge bedeuten fehlende Kaufanlässe. Wohnungswechsel sind der häufigste Grund für neue Möbel», sagt der Geschäftsführer der Handelsberatung BBE, Johannes Berentzen.
Die positiven Erwartungen der Branche an die neue Bundesregierung wurden bislang nicht erfüllt. Ursachen für die geringe Zahl an Neubauten sind unter anderem gestiegene Zinsen und hohe Baukosten.
Wie wird 2026?
Laut einer Befragung des Möbelindustrie-Verbands plant jeder dritte Betrieb im ersten Quartal Kurzarbeit, um die schwache Nachfrage abzufedern. Geschäftsführer Kurth ist dennoch vorsichtig optimistisch. Die Stimmung in der Branche sei «nicht mehr so düster wie vor einem Jahr». Er rechnet damit, dass sich das Geschäft spätestens in der zweiten Jahreshälfte stabilisiert. «Es ist Geld vorhanden. Die Sparkonten vieler Verbraucher sind gut gefüllt.»