Gefährliches Gift in Babynahrung - EU-Behörde schaltet sich nach Rückruf ein

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Danone warnt derzeit vor bestimmten Chargen und Produkten seiner Aptamil-Babynahrung. Diese können mit einem gefährlichen Bakterien-Gift kontaminiert sein. Nun schaltet sich eine EU-Behörde ein - denn noch ist unklar, wie gefährlich die betroffene Ware wirklich ist.

Der Hersteller Danone hat in Deutschland einen Rückruf für drei Chargen von Aptamil-Produkten gestartet. Das teilte das Unternehmen Ende vergangener Woche.

In bestimmten Chargen der jeweiligen Produkte kann Cereulid vorhanden sein, das durch den Mikroorganismus Bacillus Cereus produziert wird. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung kann der Stoff zu Übelkeit und Erbrechen führen, im schlimmsten Fall drohen sogar Schäden an Niere und Leber - in der Regel treten Symptome bereits nach 30 Minuten ein. Schwere Verläufe treten jedoch nur in seltenen Fällen auf. Betroffen sind die folgenden Produkte:

  • Aptamil Pronutra Pre, 1,2kg mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 19-11-2026
  • Aptamil Pronutra 1 DE, 800g mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 10-11-2026
  • Aptamil Profutura Pre D, 800g mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 20-04-2027

Der Rückruf, der in Abstimmung mit den deutschen Behörden erfolgt, betrifft ausschließlich diese Produkte und keine anderen Aptamil-Produkte auf dem deutschen Markt. Eltern, die Produkte aus den betroffenen Chargen besitzen, werden gebeten, diese nicht weiter zu verwenden. Die Produkte können an den Kaufort zurückgegeben werden, und der Kaufpreis wird erstattet, auch ohne Vorlage des Kassenbons. Für Ersatz sowie weitere Fragen steht das Aptacare Expertenteam telefonisch unter 0800 278 26 45 zur Verfügung.

Mittlerweile hat sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) eingeschaltet. Die EU-Kommission bat die Behörde mit Sitz im italienischen Parma um eine Einschätzung, wie gefährlich Cereulid für Säuglinge ist, wie die Efsa mitteilte. Ziel ist es, Richtwerte festzulegen, ab wann belastete Produkte vorsorglich aus dem Handel genommen werden sollten. Nach Efsa-Angaben ist nicht nur Deutschland von dem Rückruf betroffen, denn weltweit werden potenziell kontaminierte Produkte aus den Regalen genommen. Die Behörde reagierte mit einer zügigen Risikobewertung und legte erstmals einen klaren Sicherheitsrichtwert speziell für Babys fest. Damit sollen Behörden in der EU schneller und einheitlicher entscheiden können, wann ein Rückruf notwendig ist. Hintergrund: Sehr junge Säuglinge reagieren deutlich empfindlicher auf Giftstoffe als Erwachsene.

sbu mit dpa

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