Ikea will seine Gastronomie nachhaltiger gestalten. Dabei haben Pappbecher und Plastikverpackungen keinen Platz mehr. Das Möbelhaus führt deshalb das Recup-/Rebowl-System in seinen Filialen ein. Bisher wurde das innovative Konzept in Ulm, Köln und Düsseldorf getestet - und war laut der Geschäftsführung ein richtiger Erfolg.

In den Ikea-Restaurants, den Schwedenbistros und den Mitarbeiterkantinen gibt es Essen zum Mitnehmen oder Getränke bald nur noch in Recups- oder Rebowls. Das kündigte Ikea in einer Pressemeldung vom Dienstag mit. Kunden und Mitarbeiter zahlen für einen Becher oder eine Essens-Box somit einen, beziehungsweise fünf Euro Pfand.

Ikea führt Pfandsystem ein - Müssen Kunden nun mehr fürs Essen zahlen?

Das Gute dabei ist: Die Kunden müssen die Behälter nicht zwingend wieder in einer Ikea-Filiale zurückgeben. Das ist auch bei jedem beliebigen Recup-Partner in Deutschland möglich, und von denen gibt es immerhin rund 13.000. In den Ikea-Möbelhäusern selbst sollen außerdem Recup-Pfandautomaten stehen, bei denen man seine Becher und Boxenb bequem zurückgeben kann.

Warum setzt Ikea aber nun auf ein Pfandsystem? Ganz einfach: um massive Müllberge zu vermeiden, die bisher in der Gastronomie der schwedischen Möbelkette angefallen sind. Dass das funktioniert, haben die Modellversuche in den Ikea-Filialen Köln-Godorf, Düsseldorf und Ulm gezeigt. Dort hat man "in den letzten Monaten bereits das Recup-System getestet und damit nicht nur eine nachhaltige und smarte Lösung implementiert, sondern gemeinsam mit unseren Kund*innen und Mitarbeiter*innen allein in diesem Zeitraum bereits 18.000 Einweg-Getränkebecher eingespart. Das ist schon eine beachtliche Zahl und wir freuen uns, diese in Zukunft noch zu vervielfachen und damit noch mehr Lebensmittelabfälle und Einwegmüll einzusparen", erklärt Tanja Schramm. Sie ist Country-Food-Managerin bei Ikea Deutschland. 

Für das Pfandunternehmen Recup ist die Zusammenarbeit mit Ikea ein großer Wurf. "Mit Ikea Deutschland konnten wir einen weiteren wichtigen Partner im Kampf gegen Einwegmüll gewinnen. Wir freuen uns, dass sich das Unternehmen für unser System entschieden hat und sich für Mehrweg und somit für mehr Nachhaltigkeit in der Gastronomie einsetzt", so Janina Frey, die Key-Account-Managerin bei Recup.

Recup wurde 2016 gegründet und bietet ein bundesweites Pfandsystem für die Gastronomie an. Die charakteristischen Becher- und Essensboxen bekommt man mittlerweile bei 13.000 Partner in Deutschland, darunter Cafés, Restaurants, Bäckereien, Kiosken, Betriebsgastronomien und Tankstellen. Der Vorteil an den Behältern ist, dass man sie bei jedem beliebigen Partner zurückgeben kann.

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