Ende September hatte die CDU-Politikerin bereits Hoffnungen gemacht, dass die geplante Kürzung der Elterngeldmonate doch nicht kommt. Nach den Debatten des Sommers plädiere sie dafür, «dass wir uns noch mal zusammensetzen und schauen, ob die Sparmaßnahmen beim Elterngeld in diesem Umfang zielführend und gerechtfertigt sind», hatte Prien dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gesagt.
«Es wird immer noch einen Einspareffekt geben, auch bei diesem Modell», sagte Prien dem ARD-Hauptstadtstudio. Der werde aber geringer sein. Sie verwies erneut auf die gesunkene Geburtenrate, die auch sinkende Zahlungen zur Folge hat. Ab 2030 plant die Ministerin laut ARD, mit dem neuen Modell knapp 1,3 Milliarden Euro einzusparen. Das sei etwas weniger als ursprünglich geplant und so mit dem Bundesfinanzministerium besprochen.
Unmut wegen Tankrabatt
Unmut hatte die stellvertretende CDU-Chefin darüber geäußert, dass sie wegen strikter Sparvorgaben Kürzungen verkünden musste, während plötzlich Geld zur Senkung der Spritpreise da sei. «Der Tankrabatt ist nur eine vorübergehende Maßnahme, deren Wirkung schnell verpufft. Die kostet aber sehr viel Geld.»
Elterngeld gibt es seit 2007 als Einkommensersatz für Mütter und Väter, wenn sie für die Kinderbetreuung eine Auszeit von der Arbeit nehmen. Es ist der größte Posten im Haushalt des Familienministeriums. 2025 wurden für Elterngeld rund sieben Milliarden Euro ausgegeben, bei 1,6 Millionen Empfängern. 2021 lag die Zahl nach Angaben der Bundesregierung noch bei mehr als 1,8 Millionen. 2024 erhielten 290.105 Personen den Höchstbetrag und 349.157 den Mindestsatz.
Fachleute halten eine Reform seit langem für überfällig. Wegen des fehlenden Inflationsausgleichs hat die Leistung seit ihrer Einführung rund 38 Prozent an Kaufkraft verloren, hatte eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gezeigt. Wann die Reform in Kraft treten soll, ist noch offen. Prien zufolge ist ein Kabinettsbeschluss im November geplant.