Großbrand in ehemaligem NS-Berghaus in Bayern – Herrmann äußert sich zu Vorfall

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Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg ist bei einem vermutlich absichtlich gelegten Brand in der Nacht fast vollständig zerstört worden. Innenminister Herrmann äußert sich zu dem Vorfall.

Update vom 24.10.2026, 13.05 Uhr: Brandverursacher wohl gefasst – Gebäude soll wieder aufgebaut werden

Die Ermittlungsbehörden in Bayern gehen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur davon aus, den mutmaßlichen Verursacher des Großbrandes am Obersalzberg gefasst zu haben. Es gebe deutliche Hinweise, dass ein nach Ausbruch des Feuers im Umfeld des Kehlsteinhauses gefasster Motorradfahrer den Brand gelegt habe, erfuhr die dpa aus Ermittlerkreisen. Dass der Fahrer eines Motorrades festgenommen war, hatte zuerst die Bild-Zeitung berichtet.

Am Samstagnachmittag wollen die Behörden in Berchtesgaden bei einer Pressekonferenz nähere Einzelheiten bekannt geben. Unter anderem wird auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dort erwartet. Herrmann geht nach dem Großbrand des historisch bedeutenden Kehlsteinhauses von einem Wiederaufbau des Gebäudes aus. "Wir werden da kaum eine Ruine stehen lassen können", sagte er am Rande des CSU-Parteitages in München. 

Das Haus gehört dem Freistaat Bayern in der Zuständigkeit von Herrmanns Ministerium. Die Berchtesgadener Landesstiftung hat das Nießbrauchsrecht übertragen bekommen. 

Zu dem festgenommenen Verdächtigen sagte Herrmann, der Mann, der aus der Region komme, sei verletzt worden und befinde sich zunächst im Krankenhaus. Nähere Informationen gab er nicht bekannt.

Ursprüngliche Meldung vom 24.10.2026: Feuer im Kehlsteinhaus über Berchtesgaden – Festnahme

Das von den Nationalsozialisten errichtete Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden ist in der Nacht zum Samstag (24. Oktober 2026) durch ein Feuer weitgehend zerstört worden. Die Polizei hält eine Brandstiftung als Ursache für möglich.

Eine Person sei festgenommen worden. Ob diese Person im Zusammenhang mit dem Brand stehe, werde aber noch ermittelt. Die Ermittlungen hat die Kriminalpolizei in Traunstein übernommen.

Feuer in Kehlsteinhaus – Berggaststätte wurde in NS-Zeit erbaut

Das Kehlsteinhaus war in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten als Teil des von Adolf Hitler genutzten Komplexes am Obersalzberg erbaut worden und wird inzwischen als frei zugängliche Berggaststätte genutzt. International ist das Ausflugsziel als "Eagles Nest" bekannt, was mit "Adlerhorst" übersetzt werden kann. 

Am Freitag (23. Oktober) war das Lokal jedoch nicht geöffnet. Nach ersten Erkenntnissen von Polizei und Feuerwehr wurden keine Menschen verletzt. Allerdings konnte das Areal auch am Morgen nur mit schwerem Atemschutz betreten werden, was die Suche erschwerte. 

Die bereits am Freitagabend begonnenen Löscharbeiten liefen am Samstagvormittag weiter. Die ersten Rettungskräfte waren nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Freitagabend um 21.52 Uhr eingetroffen und hatten einen Großbrand festgestellt.

"Adlerhorst" und Hitlers "Teehaus" – Festnahme nach Brand im Kehlsteinhaus

Das 1838 Meter hoch gelegene Haus am Obersalzberg ist schwer zu erreichen – normalerweise wird das Haus mit Bahnbussen der sogenannten Kehlsteinline erschlossen. Laut Deutscher Bahn dauert die Auffahrt 20 Minuten und verläuft durch fünf Tunnel. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. 

Das Gebäude ist seit 1952 eine Berggaststätte. Es wurde 1938 fertiggestellt und befand sich in einem damals abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareal der nationalsozialistischen Führung. Eine Ausstellung dort widmet sich der Geschichte des Gebäudes.

Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden schreibt auf seiner Seite über das Haus: "Erbaut 1937/38, sollte in der NS-Zeit das damals sogenannte Teehaus als politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit dienen. Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering." Häufig sei das Haus von der am Obersalzberg versammelten NS-Entourage zur Erholung und für private Feiern genutzt worden.

Vorschaubild: © --/Kilian Pfeiffer/dpa