Wie stark und wie schnell sich das auf die Heizkosten auswirke, hänge von der endgültigen Ausgestaltung der Regelungen und der Entwicklung des Marktes ab.
Was ist aktuell das beste Heizsystem?
Welches Heizsystem am besten geeignet ist, hängt laut der Finanztip-Expertin immer vom einzelnen Gebäude ab. "Für viele Ein- und Zweifamilienhäuser ist die Wärmepumpe aus unserer Sicht aber die langfristig wirtschaftlich attraktivste Lösung", so Sandra Duy. Das gelte ausdrücklich auch für viele ältere Gebäude.
Ein Haus müsse weder vollständig saniert sein noch eine Fußbodenheizung besitzen, damit eine Wärmepumpe effizient funktioniert. "Oft reichen schon kleinere Anpassungen, beispielsweise der Austausch einzelner Heizkörper", so die Expertin für energetisches Sanieren.
Entscheidend sei vor allem, mit welcher Temperatur das Heizsystem arbeiten muss und wie hoch der Wärmebedarf des Hauses ist. Auch ein unsanierter Altbau könne für eine Wärmepumpe geeignet sein.
Das bestätigt laut Duy eine Untersuchung des Fraunhofer ISE aus November 2025: "Bei 77 untersuchten Wärmepumpen in Bestandsgebäuden konnten die Forschenden keinen Zusammenhang zwischen dem Baujahr der Gebäude und der Effizienz der Wärmepumpen feststellen", erklärt sie.
In Gebäuden mit sehr hohem Wärmebedarf oder hohen erforderlichen Vorlauftemperaturen können aber erstmal zusätzliche Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sein. Auch Fernwärme kann eine gute Alternative darstellen, sofern ein Anschluss verfügbar ist und die Kosten stimmen. Entscheidend ist deshalb immer eine individuelle Betrachtung des Gebäudes und der langfristigen Gesamtkosten.
Wann lohnt sich der Austausch einer Gasheizung - und wann nicht?
Wer eine funktionierende Gasheizung besitzt, muss sie jetzt nicht allein wegen der neuen gesetzlichen Regelungen sofort austauschen. "Solange sie zuverlässig und wirtschaftlich läuft, kann es sinnvoll sein, sie erstmal weiter zu nutzen", teilt die Expertin auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern mit. Allerdings empfiehlt sie, sich frühzeitig mit möglichen Alternativen zu beschäftigen. "Wer dann erst bei einem plötzlichen Heizungsausfall darüber nachdenkt, hat häufig zu wenig Zeit, verschiedene Angebote einzuholen und die wirtschaftlichste Lösung zu finden", gibt sie zu bedenken.
Steht ohnehin ein Heizungstausch an, würde Duy in den meisten Ein- und Zweifamilienhäusern empfehlen, eine Wärmepumpe prüfen zu lassen. "Denn die vermeintlich günstigere Gasheizung kann über ihre Lebensdauer zur Kostenfalle werden", so die Expertin.
Das würden auch eigene Berechnungen von Finanztip aus dem Jahr 2025 zeigen. In einem Modellvergleich über 20 Jahre lagen die Gesamtkosten einer neuen Gasheizung bei rund 81.000 Euro, die einer geförderten Wärmepumpe dagegen bei rund 54.000 Euro. "Die konkreten Zahlen beruhen auf den damaligen Preis- und Förderannahmen und sind keine allgemeingültige Prognose. Sie zeigen aber, wie wichtig es ist, neben den Anschaffungskosten auch die Energiekosten über die gesamte Lebenszeit der Heizungsanlage einzubeziehen", erklärt Duy dazu.
Besonders bei alten, reparaturanfälligen Gasheizungen oder einem hohen Gasverbrauch könne sich ein Wechsel deshalb auch schon vor einem endgültigen Defekt lohnen. Ob sich ein vorzeitiger Austausch rechnet, muss aber immer im Einzelfall geprüft werden.
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