Von wegen "perfetto": TK Maxx muss einen Kaffee zurückrufen, der zwar so bezeichnet wird, aber zu viel Gift von Schimmelpilzen enthält. Vom Verzehr wird dringend abgeraten.
Die Handelskette TK Maxx ruft einen gemahlenen Kaffee mit Karamellgeschmack der Marke Bialetti zurück, weil der Gehalt des gesundheitsschädlichen Schimmelpilzgifts Ochratoxin A den zulässigen Grenzwert überschreitet. Verbraucher werden gebeten, den Kaffee nicht mehr zu konsumieren.
"Perfetto"-Kaffee überschreitet Pilzgift-Grenzwert: Handelskette TK Maxx ruft Charge zurück
Unternehmensangaben zufolge gilt der Rückruf für den Artikel "Bialetti – Gemahlener Perfetto Kaffee mit Karamellgeschmack" mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 29.05.2027 und der Chargennummer LC5 BD149T. Die Packungen wurden laut Warnung von Juli bis November 2025 in den TK-Maxx-Filialen verkauft.
Grund für die Rückrufaktion ist ein zu hoher Gehalt an Ochratoxin A. Der Stoff wird von bestimmten Schimmelpilzen der Gattungen Aspergillus und Penicillium gebildet und kommt natürlicherweise vor. Den gemessenen Wert nennt die Warnung nicht.
Die europaweit tätige Handelskette rät deshalb dringend vom Verzehr des betroffenen Kaffees ab. Die Substanz wirkt laut Warnung stark nierentoxisch.
Ochratoxin A in Bialetti-Kaffee – dieses Produkt ist betroffen
Laut TK Maxx ist folgendes Produkt betroffen:
Produkt: Bialetti – Gemahlener Perfetto Kaffee mit Karamellgeschmack
Inhalt: 250 Gramm
Chargennummer: LC5 BD149T
EAN-Code: 8006363076203
Mindesthaltbarkeitsdatum: 29.05.2027
Verkaufszeitraum: Juli bis November 2025, in den TK-Maxx-Filialen
Kunden werden gebeten, Chargennummer, EAN-Code und Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung mit diesen Angaben zu vergleichen. Betroffene Packungen können in den TK-Maxx-Filialen zurückgegeben werden – der Kaufpreis wird erstattet. Laut Warnung war zunächst nicht bekannt, ob die Charge ausschließlich über Filialen verkauft wurde. Nach Rückfrage wurde allerdings bestätigt, dass der Kaffee nicht über bialetti-shop.de verkauft wurde. Für Frankreich nennt die Behörde RappelConso jedoch die Onlineshops MaxiCoffee und Ponera als Verkäufer desselben Lots.
Für Fragen steht der TK-Maxx-Kundenservice per E-Mail unter kundenservice@tkmaxx.de oder telefonisch unter +49 (0)211/88223267 zur Verfügung. Auch eine Kundeninformation liegt als PDF vor.
Stark nierentoxisches Schimmelpilzgift: Was in der EU erlaubt ist
Ochratoxin A ist ein Mykotoxin, also ein giftiges Stoffwechselprodukt von Schimmelpilzen. Es kommt vor allem in Getreide, Kaffee, Trockenfrüchten und Gewürzen vor. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Ochratoxin A in Gruppe 2B ein. Das bedeutet: möglicherweise krebserregend für den Menschen, die Datenlage beim Menschen gilt als begrenzt. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA bestätigte 2020, dass Ochratoxin A die Niere "krebserzeugend schädigen" kann. Für die meisten Verbrauchergruppen sieht sie dadurch einen Anlass zur gesundheitlichen Sorge.
Wie stark die Gefahr im Einzelfall ist, hängt von der aufgenommenen Menge und der Dauer der Belastung ab. Deshalb gilt in der Lebensmittelüberwachung das Vorsorgeprinzip: Die Belastung sollte so gering wie möglich bleiben. Für Ochratoxin A gilt in der EU die Verordnung (EU) 2022/1370: Seit dem 1. Januar 2023 darf gerösteter Kaffee höchstens 3 Mikrogramm pro Kilogramm enthalten, löslicher Kaffee höchstens 5 Mikrogramm pro Kilogramm.
Überschreitungen dieser Grenzwerte sind ungewöhnlich, wie eine Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus dem Jahr 2022 zeigt. Damals enthielten 59 von insgesamt 63 untersuchten Kaffeeproben kein Ochratoxin A oberhalb der Bestimmungsgrenze von 0,50 Mikrogramm pro Kilogramm. Und in den vier Proben mit Schimmelgift-Nachweis lagen die Werte deutlich unter den Höchstgehalten.