Eröffnungsfest: „Haus der Kulturen“ neuer Ort der Begegnung

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Das Haus der Kulturen wird am 19. September mit einem Fest eröffnet. Christian Pack/Archiv
Das Haus der Kulturen wird am 19. September mit einem Fest eröffnet. Christian Pack/Archiv

Schon lange schwebte Marco Depietri diese Idee vor: Nämlich in Bamberg einen offenen Ort für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen zu schaffen, der Begegnung und Feiern, kulturellen Austausch, Bildung und gemeinsames Engagement vereint.

Depietri, Vorsitzender des Vereins Mosaico Italiano und Co-Vorsitzender des Migrantenbeirats der Stadt Bamberg, fand im Gebäude Volksgarten in der Gaustadter Hauptstraße 81 schließlich das geeignete Objekt.

Seit 1988 war es die Adresse des portugiesischen Vereins A.R.P. Gaustadt, ein beliebter Anziehungspunkt mit Gastronomie, Biergarten, gewachsenen Freundschaften. Doch zuletzt konnte der Verein den Betrieb nicht mehr allein ehrenamtlich stemmen.

Gleichwohl verliert er nicht gänzlich seinen angestammten Sitz. Denn Marco Depietri hat ihn für das von ihm organisierte „Haus der Kulturen“ im Gebäude Volksgarten mit ins Boot geholt: „Dieses Miteinander und nicht Nebeneinander ist wichtig, das macht die Idee eines Hauses der Kulturen aus“, betont Depietri.

Sein Verein Mosaico Italiano und er „freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit dem portugiesischen Verein und darauf, dass auch der Deutsch-Griechische Club diesen Weg mit uns geht“.

Die gemeinsame Nutzung durch italienische, portugiesische und griechische Akteure solle dabei erst der Anfang sein. Marco Depietri wünscht, dass sich das Haus perspektivisch zu einem offenen Treffpunkt entwickelt, an dem weitere Vereine, Initiativen und Bamberger aller Generationen zusammenkommen können. Bereits jetzt hätten zum Beispiel organisierte Afghanen und Ägypter Interesse an einem Einzug ins Haus der Kulturen bekundet. Und zwar für Veranstaltungen, kulturelle Angebote oder gemeinsame Projekte.

Biergarten wiedererwecken

„Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt entstehen nicht nur durch Konzepte, sondern vor allem dort, wo Menschen sich tatsächlich begegnen und ins Gespräch kommen“, erhofft sich Depietri eine Breitenwirkung des neuen Treffpunkts in Gaustadt. „Wir wollen richtige Stadtteilarbeit“, fährt er fort. So werde auch eine gute Zusammenarbeit mit dem Gaustadter Bürgerverein angestrebt.

Zu den Plänen gehört weiterhin ein gastronomisches Angebot, in dem sich Ehrenamtliche der italienischen, portugiesischen und griechischen Vereine abwechseln. Gerade der Biergarten soll nicht im Dornröschenschlaf bleiben, sondern wiedererweckt werden: „Hier gibt es Getränke, das Essen kann jeder mitbringen, wie es auch in anderen Biergärten Bambergs üblich ist“, erklärt Depietri.

In den vergangenen Tagen standen aber erst einmal einige Schönheitsreparaturen in den Räumen des Hauses und eine Grundreinigung an. Notwendig seien künftig eine Sanierung und barrierefreie Gestaltung etwa der Toiletten im Erdgeschoss: „Wir sind noch nicht so weit“, verweist Marco Depietri auf beantragte Fördermittel und die Suche nach Sponsoren. Zudem hat der Eigentümer des Hauses, der Ortscaritasverein für die Pfarrei St. Josef Gaustadt, ein entscheidendes Wort mitzureden. Die Caritas hat mit dem Verein Mosaico Italiano als Hauptmieter sowie dem portugiesischen Verein und dem Deutsch-Griechischen Club als Untermieter den Vertrag geschlossen. „Gute Konditionen für die Miete“, bescheinigt Depietri der Caritas.

Der Gaustadter Ortscaritasverein gehört zum Seelsorgebereich Bamberger Westen. Dessen Leitender Pfarrer, Helmut Hetzel, der zugleich Vorsitzender des Caritasvereins ist, bestätigt, dass „in gegenseitiger Absprache kleinere Umbauten und barrierefreie Toiletten möglich sind“. Eine grundlegende Sanierung des Gebäudes sei aber ausgeschlossen.

Am Samstag, 19. September, startet das Haus der Kulturen mit einem Eröffnungsfest ab 17 Uhr in die Zukunft.

Die Besucher erwartet bei freiem Eintritt ein facettenreiches Programm drinnen und draußen. Für stimmungsvolle Begleitung sorgt das internationale Musik-Projekt Elzabt Stimmt. Der Bamberger Kunst- und Kulturverein Open Art präsentiert eine Ausstellung, Kinder können künstlerisch aktiv werden. Zum Feiern gehört das gemeinsame Essen: Pizza, Bratwürste, alkoholische und alkoholfreie Getränke stärken die Gäste. Wegen zeitgleicher anderweitiger Verpflichtungen der Priester des Seelsorgebereichs Bamberger Westen musste der kirchliche Segen des Hauses der Kulturen etwas verschoben werden: „Der Segen ist für mich wichtig“, sagt Depietri.

Neues Kursprogramm

Nur zwei Tage nach dem Eröffnungsfest fängt Mosaico Italiano mit dem neuen Kursprogramm an. Ab dem 21. September beginnen auf unterschiedlichem Sprachniveau die Italienisch-Sprachkurse im Haus der Kulturen. In einigen Kursen sind noch Plätze frei (mosaico-italiano.de).