Auf die Fruchtfolge achten
"Psst, da hinten ist eine Lerche", macht Christoph Jurkat seinen Bruder aufmerksam. Und wie zum Beweis springt ein Vogel über die Wiese. Offensichtlich auf der Suche nach Regenwürmern.
"Das Geld für die Lerchenfenster hat die Manfred-Jarosch-Stiftung zur Verfügung gestellt: insgesamt 1000 Euro. Das Geld wird über den Jäger- und Jagdschutzverein ausgereicht", erklärt Harald Höhn die Details. Weitere Interessenten seien jederzeit willkommen.
Die Jurkats wissen, dass die Initiative nicht bei allen Landwirten auf positive Resonanz stößt und bei einigen sogar nur ein Kopfschütteln auslöst. Doch sie betreiben seit Jahren eine Bioland-Landwirtschaft und sind von diesem Weg nicht abzubringen. Die Familie Jurkat bewirtschaftet 96 Hektar Land und 14 Hektar Wald. "Wir striegeln den Boden, so können wir verhindern, dass zu viel Unkraut kommt. Der Trick ist, dass man auf die Fruchtfolge achten muss", erklärt Michael Jurkat fachmännisch.
Auch drei Hektar Blühflächen angelegt
Die beiden Landwirte säen zudem seit Jahren Blühflächen an. "Wir haben drei Hektar Blühflächen. Diese Wiesen darf man erst ab 15. September mähen - wir bekommen einen Ausgleich von 600 Euro pro Hektar", so Christoph Jurkat. Denn durch den späten Mähzeitpunkt lasse sich das Gras nicht mehr zur Tierfütterung verwenden. "Das ist hart wie Stroh."
"Ich finde die aktuelle Diskussion aber sehr positiv. Denn früher ist man als Biolandwirt doch eher belächelt und als Unkrautproduzent beschimpft worden, jetzt wandelt sich das langsam. Manche konventionell bewirtschaftete Fläche ist unkrautbelasteter als unsere", so Christoph Jurkat.
Jäger mit im Boot
"Man muss auch ehrlich sagen, dass es ein bisschen ungerecht ist, was aktuell gegen die Landwirte läuft. Die meisten möchten doch in Einklang mit der Natur leben, denn die Natur ist ja ihr Kapital", bricht Revierleiter Clemens Ulbrich eine Lanze für alle Bauern.
Harald Höhn vom Jagdschutz- und Jägerverein kann ebenfalls ein Umdenken in der Landwirtschaft beobachten. Immer mehr Bauern würden vor dem Mähen die Jäger verständigen.
Die Lerchenfenster helfen übrigens nicht nur den Lerchen, zu überleben, sondern sie bieten auch Feldhasen, Fasanen und Perlhühnern Lebensraum. Nur für die Wachteln kommt die Hilfe wohl schon zu spät. "Einen Wachtelschlag habe ich schon lange nicht mehr gehört", bedauert Clemens Ulbrich.
wundervoll, davon zu lesen! Danke, Daumen hoch und hoffentlich viele viele Nachahmer..!