Läuten die Midterms das Ende der Ära Trump ein - oder zementieren sie die Macht des Präsidenten? Wie die Kongresswahlen auch ausgehen: Die Folgen werden erheblich sein.
US-Präsident Donald Trump hat zur Sicherheit schon mal vorgebaut. Bei seinen Wahlkampfauftritten quer durch die USA ließ er durchblicken, dass er es für denkbar hält, dass seine Republikaner bei den heutigen Parlamentswahlen Federn lassen könnten. Er beschwichtigte und verwies darauf, dass das traditionell bei US-Präsidenten egal welcher Partei bei den Midterms vorkomme - und somit nicht an ihm liegen würde.
Es ist bald Halbzeit für Trumps zweite Amtszeit. Die Zwischenwahlen, bei denen nicht über ihn selbst abgestimmt wird, sind dennoch ein wichtiger Stimmungstest für die Regierung. Sie finden in einer Zeit statt, in der die USA mitten in einem Krieg gegen den Iran stecken, Trumps Beliebtheitswerte im Keller sind und viele Amerikaner unter hohen Preisen im Supermarkt und an der Tankstelle ächzen.
Sollte es so kommen, dass sich die Machtverhältnisse im Kongress zugunsten der Demokraten verschieben und die Republikaner mindestens eine ihrer Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus verlieren, hätte das weitreichende Folgen.
Das steht für den Präsidenten auf dem Spiel
Es könnte das Ende der Ära Trump eingeläutet werden. Der 80-Jährige setzt bei seinem Regierungsstil auf Zeichen der Stärke - etwa beim harten Durchgreifen in der Migrationspolitik mit teils brutalen Razzien und bei seiner Kriegsrhetorik. Da würden Verluste für seine Partei ihn schwach aussehen lassen.
Trump hat im Wahlkampf hoch gepokert und dazu aufgerufen, so abzustimmen, als stünde er auf dem Wahlzettel. Choreographie und Reden im Wahlkampf waren wie von ihm gewohnt ganz auf die Marke Trump zugeschnitten - von seinen Tanzbewegungen zum Disco-Song «Y.M.C.A» bis zu seinen Schlachtsprüchen, dass Amerika unter ihm wieder groß werde. Trump brachte den Anhängern das Trump-Gefühl. Aber eine Niederlage der Republikaner könnte dann auch bedeuten, dass diese Taktik nicht mehr zieht. Durch Erfolge der Republikaner könnte Trump sich hingegen bestärkt fühlen.
Der Präsident ist noch bis Anfang 2029 im Amt. Verliert er die republikanischen Mehrheiten im Kongress, könnten die Demokraten ihm das Regieren deutlich schwerer machen - und etwa Gesetzesvorhaben blockieren oder Geld für den Haushalt verweigern. Allerdings hatte Trump auch in der Vergangenheit schon immer wieder mit Dekreten am Parlament vorbeiregiert.
Das steht für die Republikaner auf dem Spiel
Die Republikaner müssten sich bei Verlusten fragen, ob sie mit Trump immer noch auf das richtige Pferd setzen. Oder ob sie einen Richtungswechsel in der eigenen Partei vornehmen müssen. Bislang dominiert die konservative Trump-Bewegung «Make America Great Again» (Maga - «Macht Amerika wieder groß») weite Teile der Partei, und der Maga-Einfluss im Kongress ist ebenfalls groß. Mit Millionenspenden für den Wahlkampf wurde versucht, den Republikanern Siege zu bescheren.