Hamas betont Bedingungen für Entwaffnung
Laut der Hamas-Mitteilung hängt die Umsetzung der zweiten Phase des Friedensplans davon ab, dass Israel alle Bedingungen der ersten Phase einhält. Dazu zähle das Ende der militärischen Einsätze Israels. Die zweite Phase des Plans sieht die vollständige Entwaffnung der Hamas vor.
Die Islamistenorganisation teilte mit, die Abgabe schwerer Waffen im Rahmen des Abkommens sei an Forderungen geknüpft, darunter unter anderem Israels Abzug aus dem Gazastreifen sowie die Gründung eines palästinensischen Staats. Tatsächlich sieht der Friedensplan die Gründung eines eigenen palästinensischen Staats nicht explizit vor, geschaffen werden sollen lediglich «Voraussetzungen für einen glaubwürdigen Weg zur Selbstbestimmung und Staatlichkeit der Palästinenser».
Ein Mitglied der Verhandlungsdelegation der Hamas, Ghazi Hamad, sagte dem «Wall Street Journal», die Gruppe habe zugestimmt, ihre Waffen in einem Lager unter der Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung zu deponieren. Im Gegenzug müsse Israel seine Militäreinsätze im Gazastreifen beenden. Er stellte zugleich klar: «Wir haben nicht von Entwaffnung gesprochen, wir haben nicht davon gesprochen, die Waffen zu übergeben.»
Der mit der Hamas verbündete Palästinensische Islamische Dschihad (PIJ) wies eine Einigung zurück. Ein Mitglied des Politbüros der Terrororganisation sagte, es handle sich bei einem «aktuell kursierenden Dokument» lediglich um einen Entwurf, gegen den seine Gruppe Vorbehalte habe.
Zeitplan noch weitgehend offen
Trump schrieb, eine internationale Stabilisierungstruppe solle mit «einer neuen palästinensischen Polizei» zusammenarbeiten, um die Sicherheit der Bewohner des Küstengebiets und der Nachbarn zu gewährleisten. Israel solle die Garantie erhalten, dass der «Gazastreifen nicht länger als Basis für Terroranschläge missbraucht wird».
In den kommenden Wochen müssten weitere Details ausgearbeitet werden, hieß es US-Quellen zufolge. «Ich denke, wir können in den nächsten ein bis zwei Monaten Fortschritte sehen», sagte ein ranghoher Regierungsbeamter. Eine andere Quelle aus Kreisen des Friedensrates stellte für das gesamte Vorhaben einen Zeithorizont von «200 bis 350 Tagen» in Aussicht. Genauere Angaben könnten erst gemacht werden, sobald «ein Zeitplan für jede Phase» vereinbart worden sei.
UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Mitteilung Trumps vor dem Hintergrund weiterer Eskalationen in der Region als «die einzige gute Nachricht der letzten Tage». Er forderte, die Kämpfe an «allen Fronten» einzustellen.
Lage für Gaza-Bewohner weiter prekär
Der Terroranschlag der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober 2023 hatte den verheerenden Gaza-Krieg ausgelöst. Seit Oktober 2025 gilt formell eine Waffenruhe, trotzdem kommt es immer wieder zu tödlichen Konfrontationen und Angriffen. Laut israelischen Medienberichten ist es das Ziel des israelischen Militärs, alle am Massaker Beteiligten aufzuspüren und zu töten. Demnach dürfte es sich noch um etwa 2.000 Terroristen handeln.
Die Lage für die Bewohner des Gebiets bleibt prekär. Viele Menschen hausen weiterhin in überfüllten Zeltlagern, in denen es an vielen grundlegenden Gütern mangelt.
Israel kontrolliert weiterhin mehr als die Hälfte des abgeriegelten Küstengebiets. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe aber, ihre Herrschaft in dem von ihr weiterhin kontrollierten Rest des Gazastreifens wieder zu festigen.