Immer wieder tödliche Zwischenfälle
Seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 10. Oktober 2025 kommt es jedoch immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen. Erst in dieser Woche nahm Israels Armee nach eigenen Angaben nach einer Attacke bewaffneter Palästinenser auf israelische Soldaten Kommandeure der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) im gesamten Küstenstreifen ins Visier.
Der Erfolg des Friedensplans hänge nach Angaben von US-Beamten weitgehend davon ab, dass die Hamas ihre Waffen niederlegt und bereitwillig die Kontrolle über das Küstengebiet abgibt, schrieb das «Wall Street Journal». Die islamistische Palästinenserorganisation hat zwar der Einrichtung der Übergangsregierung aus unpolitischen Fachleuten ohne Hamas-Verbindungen zugestimmt. Eine Entwaffnung lehnt die Terrororganisation aber weiterhin ab.
Israel schätzt der Zeitung zufolge, dass die Hamas über 60.000 Gewehre und 20.000 Kämpfer verfügt. Sie bleibe nach Einschätzung von US-Beamten sowohl für die Menschen in Gaza als auch für Israel eine Bedrohung. Viele Länder, die an einer Beteiligung an der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe interessiert seien, wollten nicht, dass ihre Soldaten die Hamas entwaffnen sollen. Dies erschwert die Aufstellung der geplanten internationalen Truppe.
Furcht vor neuem Konflikt
«Die Hamas hat sich als viel widerstandsfähiger erwiesen, als die meisten zu Beginn des Kriegs erwartet hatten», zitierte die US-Zeitung Dan Shapiro, ehemaliger US-Botschafter in Israel. «Ich befürchte, dass die Hamas aus dieser ganzen Episode zwar angeschlagen und mit Blessuren, aber dennoch an der Macht festhaltend, weiterhin eine Bedrohung darstellend und jede Opposition aus Gaza unterdrückend hervorgehen wird», sagte er der Zeitung und fügte hinzu: «Das würde die Uhr für eine nächste Konfliktrunde ticken lassen.»
Die noch zu gründende internationale Stabilisierungstruppe (ISF) soll für die Sicherheit im Gazastreifen sorgen und die israelische Armee schrittweise ablösen. Zu ihrem Kommandeur wurde Generalmajor Jasper Jeffers ernannt, wie das Weiße Haus weiter mitteilte. Die Trump-Regierung gehe davon aus, dass die Hamas letztlich die Macht verlieren und einer neuen Regierungsstruktur in Gaza weichen werde, schrieb das «Wall Street Journal».
Die israelische Regierung hat die Gründung eines palästinensischen Staates wiederholt vehement abgelehnt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich in der Vergangenheit zudem dagegen ausgesprochen, dass die Palästinensische Autonomiebehörde eine Rolle in Gaza spielen könnte. Auch hatte Israel erklärt, dass der US-Plan nicht über die erste Phase hinausgehen könne, solange die Hamas nicht die letzte Geiselleiche in Gaza übergeben hat.
Der Gaza-Krieg war vom beispiellosen Massaker der Hamas und anderer extremistischer Organisationen am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Damals töteten die Terroristen in Israel rund 1.200 Menschen und verschleppten mehr als 250 weitere in den Gazastreifen. Israel griff daraufhin eigenen Angaben zufolge Stellungen der Hamas in dem abgeriegelten Küstengebiet an.
In zwei Kriegsjahren wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 71.000 Palästinenser im Gazastreifen getötet, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Trump hatte seinen Friedensplan im September 2025 vorgestellt.