Nicht nur in Deutschland machen die horrenden Energiepreise den Gastwirten zu schaffen. Ulrich Matlschweiger aus Großreifling in der Steiermark hat wegen der extremen Teuerungen ein ganz besonderes Menü kreiert - mit sehr pikanten Preisen. Ein Wiener Schnitzel kostet in seinem Lokal "Hoamat" beispielsweise 149 Euro, eine Portion Palatschinken 42 Euro

Die spezielle Speisekarte ist eine Protestaktion in den sozialen Netzwerken des österreichischen Jung-Gastronomen gegen die hohen Energiepreise. Seine normalen Gäste können alle Gerichte natürlich zu den gängigen Preisen genießen. Das Sonder-Menü richtet sich ausschließlich an seine potenziellen Kunden aus der Energiebranche. "Ich bitte jene zur Kasse, die mit der Energiekrise Geld machen. Die Stromerzeuger zahlen bei mir ab jetzt den zehnfachen Preis, mein normaler Kunde den einfachen - damit sind die Kosten gedeckt", so Matlschweiger gegenüber der Kleinen Zeitung, die unter anderem über die Satire-Aktion berichtete. 

Um genau zu sein, rechnet Matlschweiger in seinem Facebook-Post die genauen Kosten vor: "Der Strompreis ist 10x höher als im letzten Jahr. Der Preis für 10l Rapsöl ist 3x höher als im letzten Jahr. Der Preis für 5kg Butter hat sich mehr als verdoppelt."

Extra-Menü für Energieversorger - Gastwirt protestiert mit Humor gegen Horror-Preise

Mit seiner Energieversorger-Karte will der Steirer einerseits auf die gestiegenen Kosten für seinen Betrieb aufmerksam machen. Laut der Kleinen Zeitung waren die innerhalb kürzester Zeit von 300 Euro pro Monat auf 1700 Euro gestiegen, und zuletzt sogar auf 5200 Euro pro Monat.  Es sei ein Kunststück, die Preissteigerungen wieder reinzuholen, meint Matlschweiger. Dabei sei er es als Unternehmer gewöhnt, vorsichtig zu kalkulieren.

Aber noch etwas anderes brennt dem Gastwirt unter den Nägeln. Er will sich mit seiner Aktion auch gegen eine in seinen Augen sinnlose Regelung wehren. Konkret geht es um das Merit-Order-Prinzip auf dem Strommarkt, das auch in Österreich gilt. Dabei bestimmt der Preis des teuersten Versorgers den Gesamtpreis in einem Land, beziehungsweise auf einem gemeinsamen Markt. Damit soll eigentlich verhindert werden, dass prinzipiell unrentable Anbieter pleitegehen, auch wenn sie systemrelevant sind. Für Matlschweiger zählt das aber wenig, wie er in der Kleinen Zeitung deutlich macht: "Das wäre so, als ob plötzlich alle Wirte in Österreich 25 Euro fürs Schnitzel verlangen sollen, nur weil der Teuerste das so macht."

Der "Hoamat"-Wirt fordert deshalb von der Politik, wegen einzelnen Anbietern nicht die gesamte Wirtschaft an die Wand zu fahren. Er wirft der Regierung in Wien aber eine "Vogel-Strauß-Taktik" vor, bei der sie die Bürger lediglich mit "Marketing-Gags" wie Klimaboni abspeise. Matlschweiger selbst hat seine Konsequenzen aus der Krise gezogen - durch gute Kontakte konnte er sich privat Unterstützung sichern und sogar einen günstigeren Strompreis herausschlagen. 

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