In der Hauptstadt Kiew wurden vier Menschen getötet, darunter ein zwölfjähriger Junge, wie die städtische Staatsanwaltschaft mitteilte. Es gab demnach auch mindestens 54 Verletzte. Es seien Mehrfamilienhäuser, Privathäuser, ein Hotel, ein Bürokomplex, ein Autohaus, eine Tankstelle und ein Einkaufszentrum beschädigt worden.
In der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk kamen bei russischen Angriffen mit Drohnen, Artillerie und Raketen nach Angaben von Gouverneur Olexander Hanscha vier Menschen ums Leben, 34 seien verletzt worden. Russland habe Drohnen, Artillerie und Raketen eingesetzt. In der ostukrainischen Region Charkiw berichtete Gouverneur Oleh Synjehubow von einer Toten und sechs Verletzten in der Stadt Merefa durch Drohnenbeschuss.
Tote auch in Russland
In der russischen Region Krasnodar am Schwarzen Meer sprach Gouverneur Weniamin Kondratjew von zwei Toten, darunter eine 14-Jährige, und sieben Verletzten nach ukrainischen Drohnenangriffen. Im Landkreis Tuapse sei ein Notstand ausgerufen worden. Drohnentrümmer beschädigten demnach Wohngebäude, zwei Bildungseinrichtungen und eine Musikschule. Trümmer seien auch auf das Gelände einer Fabrik im Hafengebiet gefallen. In Noworossisjk sei auf einem zivilen Schiff ein Feuer durch Drohnentrümmer entstanden, aber schnell gelöscht worden, schrieb Kondratjew.
Am Schwarzen Meer sind Noworossijsk und Tuapse die wichtigsten Häfen für den russischen Ölexport. In Tuapse gibt es eine auch eine große Raffinerie.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, dass mehr als 200 ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ziele abgewehrt worden seien. Die eigenen Angriffe auf die Ukraine bezeichnete das Ministerium als Antwort auf die «terroristischen Attacken» Kiews. Den Krieg begonnen hat allerdings Russland, die Ukraine wehrt sich mit den Gegenschlägen.
Das russische Ministerium behauptete zudem, mit seinen neuen Raketen- und Drohnenangriffen einen ukrainischen Container-Terminal, Depots für Panzertechnik und unterirdische Komplexe zur Erprobung von Robotertechnik ins Visier genommen zu haben. Von unabhängiger Seite sind die Angaben nicht überprüfbar.
Kein Frieden in Sicht
Unterstützerstaaten Kiews hatten am Vortag bei einer Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin ihren weiteren Bestand zugesagt. An dem Treffen der sogenannten Ukraine Defence Contact Group (UDCG) nahmen auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow persönlich teil. Die Ukraine könne sich auf Deutschland verlassen, versicherte Pistorius. Großbritannien sagte der Ukraine Lieferung von 120.000 Drohnen für den Kampf gegen Russland zu.
Das Moskauer Verteidigungsministerium reagierte mit scharfer Kritik an Europa und veröffentliche die Adressen dortiger Rüstungsfirmen.