Die Auswertung basiert auf Daten der Plattform Have I Been Pwned?, die Informationen aus bekannten Datenlecks sammelt. Sie zeigt eindrücklich, dass menschliche Gewohnheiten die Sicherheit digitaler Systeme erheblich untergraben können.
Persönliche Daten als Sicherheitsrisiko
Nicht nur einfache Zahlenfolgen sind problematisch. Viele Menschen wählen PINs, die eine persönliche Bedeutung haben – etwa Geburtsjahre oder wiederkehrende Zahlen aus dem eigenen Leben.
In der Analyse tauchen besonders häufig Jahreszahlen wie "1986", "1989" oder "2004" auf. Auch scheinbar kreative Lösungen sind oft leicht zu durchschauen. Muster auf dem Zahlenfeld, etwa die vertikale Linie "2580", entstehen durch simples "Abwischen" über die Tastatur – und sind deshalb ebenfalls sehr verbreitet.
Für Angreifer sind solche Vorlieben ein Vorteil. Wer gezielt persönliche Informationen errät oder typische Muster kennt, kann die möglichen Kombinationen stark eingrenzen. Die PIN wird damit deutlich leichter berechenbar.
Ein Code für alles – ein großes Problem
Ein weiteres Risiko entsteht durch Bequemlichkeit im Alltag: Viele Menschen nutzen dieselbe PIN für mehrere Geräte und Anwendungen. Was praktisch erscheint, kann im Ernstfall weitreichende Folgen haben.
Gelangen Zugangsdaten durch ein Datenleck in falsche Hände, betrifft das dann nicht nur ein einzelnes Konto. Stattdessen können mehrere Dienste gleichzeitig kompromittiert werden – vom Smartphone bis zum Bankkonto.
Gerade weil PINs oft als letzte Schutzschicht dienen, wiegt dieses Risiko schwer. Ist der Code einmal bekannt, gibt es häufig keine weitere Hürde mehr für Angreifer.
So wird die PIN wirklich sicherer
Sicherheitsexperten raten deshalb zu möglichst zufälligen und individuellen PINs. Wichtig ist, dass die Zahlenfolge keine erkennbaren Muster enthält und nicht auf persönlichen Daten basiert.
Auch regelmäßige Änderungen können das Risiko reduzieren. Ebenso entscheidend: Für unterschiedliche Geräte und Anwendungen sollten verschiedene PINs verwendet werden. So kann verhindert werden, dass ein einzelner Datenverlust gleich mehrere Bereiche betrifft.
Auch wenn vierstellige Codes begrenzt sind, lässt sich ihre Sicherheit deutlich erhöhen. Wer bewusst auf einfache und bekannte Kombinationen verzichtet, erschwert Angreifern den Zugriff erheblich – und schützt damit seine digitale Identität besser.
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