Erst in der Schlussphase gelang der Arminia der erlösende Ausgleichstreffer - und es war ausgerechnet ein ehemaliger Nürnberger, der seinem Ex-Club den Sieg raubte.
Ex-Nürnberger erzielt späten 1:1-Ausgleich
Tim Handwerker, der über fünf Jahre das Trikot des FCN trug und in 126 Pflichtspielen für die Franken auflief, übernahm Verantwortung und verwandelte einen Freistoß zum viel umjubelten 1:1-Ausgleich. Für den 27-Jährigen, der im Sommer 2025 von Jahn Regensburg nach Bielefeld gewechselt war, war es ein besonderer Moment - und ein wichtiges Tor im Kampf um den Klassenerhalt.
Der gebürtige Bergisch Gladbacher hatte im Podcast "FootballKO" erklärt, dass er sich beim FCN "etwas anderes erwünscht" hatte und gehofft habe, "dass es hier nochmal weitergeht". Nach seinem Abschied im Januar 2024 und einer Zwischenstation in Regensburg zeigt Handwerker nun bei der Arminia seine Klasse - besonders bei Standardsituationen. Bei kreierten Chancen nach Freistößen und Ecken liegt er ligaweit auf Platz eins beziehungsweise zwei.
Nürnberg, das in der Schlussphase in Person von Rafael Lubach eine klare Chance vergab, hätte den Sieg verdient gehabt. Die Punkteteilung war aus Bielefelder Sicht das bestmögliche Ergebnis nach einer insgesamt enttäuschenden Vorstellung. Weil auswärts so gut wie nichts geht, kommt es für den DSC ganz besonders auf die Heimspiele an. Der Punkt gegen Nürnberg könnte sich im weiteren Saisonverlauf als wertvoll erweisen.
Die Torfolge:
- 1. Halbzeit - 0:1 Zoma (Vorlage: Markhiev)
- 2. Halbzeit - 1:1 Handwerker (Freistoß)
Die FCN-Aufstellung: Reichert - Koudossou, Gruber, Lochoshvili, Yilmaz - Markhiev, Fernandez (70. Nzingoula), Becker (70. Porstner), Justvan (60. Baack) - Zoma (25. Lubach), Grimaldi (46. Scobel).
Schiedsrichter: Robin Braun
Zuschauer: 26.515 in der Schüco-Arena
Für den 1. FC Nürnberg unter Weltmeister-Trainer Miroslav Klose war es ein verpasster Sieg. Die Franken, die im Tabellenmittelfeld auf Rang 9 stehen, hätten mit einem Dreier die letzten Mini-Zweifel am Ligaverbleib beseitigen können. Stattdessen mussten sie sich mit einem Punkt begnügen, nachdem sie über weite Strecken die bessere Mannschaft gewesen waren. Mit 38 Zählern steht Nürnberg weiter im Tabellenmittelfeld. Vor dem Spiel hatte Klose vor der besonderen Atmosphäre in Bielefeld gewarnt. Der Weltmeister von 2014 erinnerte an die Stimmung im Stadion, die die Arminia im DFB-Pokal in der vergangenen Saison sogar bis ins Finale gegen den VfB Stuttgart (2:4) geführt hatte. "Das Stadion kann schon was mit einem machen. Wir haben die Spieler darauf auch vorbereitet", sagte Klose vor dem Kräftemessen bei der abstiegsbedrohten Arminia. Der letzte Nürnberger Auswärtssieg in Bielefeld liegt fast zehn Jahre zurück - dass jetzt ausgerechnet ein ehemaliger Spieler den Club um den Sieg brachte, ließ die Enttäuschung für die mitgereisten Fans noch wachsen.
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