Fußball-WM: Die bedeutungsloseste Partie wird zum mehrfachen Rekordspiel

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Zehn Tore, Thomas Tuchel im Fokus und ein Rekord für Kylian Mbappé: Das Spiel um WM-Platz drei war eine große Show.

Thomas Tuchel hat mit England durch ein Tor-Festival zumindest noch einen halbwegs versöhnlichen Abschied von der Fußball-WM gefeiert. Die Three Lions bezwangen mit ihrem deutschen Trainer Frankreich in einem spektakulären Spiel um Platz drei mit 6:4 (4:0). 

Mit zehn Treffern lieferten England und Frankreich das torreichste Spiel um Platz drei der WM-Geschichte. Vor 64.478 Fans im Stadion von Miami legten die Engländer Declan Rice (3. Minute), Ezri Konsa (18.) und Bukayo Saka (37./45.+1) schon vor der Halbzeit so vor, dass das Spiel bereits entschieden schien. 

Kylian Mbappé in der WM-Torjägerliste jetzt vor Messi

Doch so einfach gab sich Frankreich nicht geschlagen. Kylian Mbappé (48./66.) mit einem Doppelpack und Bradley Barcola (54.) brachten die Équipe Tricolore bis auf ein Tor heran. Saka (87.) traf per Foulelfmeter zum 5:3. Der Treffer von Ousmane Dembélé (90.+6) sorgte noch mal für Spannung, ehe Jude Bellingham mit dem zehnten Tor der Partie das Rekord-Endergebnis von 6:4 besiegelte (90.+8).

Für Kylian Mbappé war es nur ein schwacher Trost. Mit seinen zwei Treffern zog Frankreichs Topstürmer in der ewigen WM-Torjägerliste am argentinischen Superstar Lionel Messi vorbei. Mbappé erzielte das zwischenzeitliche 1:4 und 3:4 und hat nun 22 Tore bei Weltmeisterschaften geschossen - eins mehr als Messi, der aber im Finale am heutigen Sonntag (19. Juli 2026) wieder vorbeiziehen kann. 

"Ich wäre lieber nicht der Allzeit-Toptorjäger und würde stattdessen morgen das Finale spielen", sagte Mbappé. Mit seinen Treffern neun und zehn in diesem Turnier hat der Angreifer von Real Madrid auch die alleinige Führung in der Torschützenliste vor Messi (acht) übernommen.

Experten und Spieler wollen Tuchel als England-Trainer behalten

Mit dem spektakulären Sieg im kleinen Finale hat Englands Trainer Thomas Tuchel die Kritik an ihm vorerst gekontert. "Es wäre komplette Zeitverschwendung, wenn wir ihn nicht behalten würden. Ich denke, wir sollten ihn unterstützen", sagte BBC-Experte und Ex-Nationalspieler Martin Keown.

Tuchel hatte nach dem Aus im Halbfinale gegen Argentinien harsche Kritik von Medien und Experten einstecken müssen. Auch seine Spieler sprachen sich nach dem gewonnenen Spiel um Bronze für eine Fortsetzung der Arbeit mit dem früheren Bundesligatrainer aus.

Heftige Gewitter und starker Regen in New York haben auch die Reisepläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der Fußball-WM durchkreuzt. Der Weltverbandschef verpasste das Spiel um Platz drei zwischen England und Frankreich. "Leider haben es uns die Wetterbedingungen hier nicht erlaubt, nach Miami zu fliegen", sagte er am Samstagabend (Ortszeit). 

Spiel um Platz drei ohne die obligatorischen Buh-Rufe gegen FIFA-Boss Infantino

Mindestens einmal pro Spiel wird Infantino auf den riesigen Bildschirmen im Stadion gezeigt, wenn er zugegen ist - was die Fußball-Fans regelmäßig mit Buh-Rufen quittieren. Wenigstens das blieb ihm beim Spiel um Platz drei also erspart.

Statt nach Florida zu reisen, besuchte der 56-Jährige das Finalstadion in East Rutherford nahe New York. Auch Richtung New York wurden wegen der Unwetter zahlreiche Flüge gestrichen. In den sozialen Netzwerken waren Nachrichten von Fans zu lesen, die deswegen um ihren Finalbesuch bangten.

Vorschaubild: © Rebecca Blackwell/AP/dpa