Wenn Spanien im WM-Finale in den USA auf Argentinien trifft, dann ist das vor allem für die beiden Männer am Spielfeldrand ein besonderes Duell.
Spanien gegen Argentinien: Das ist nicht nur das Duell der Superstars Lamine Yamal und Lionel Messi, sondern auch das zwischen den Trainern Luis de la Fuente und Lionel Scaloni.
Der Spanier konnte sich noch genau an Scaloni erinnern. "Er saß in der ersten Reihe", sagte er über Argentiniens Weltmeister-Trainer. "Es ist natürlich jetzt einfach, zu sagen, dass er außergewöhnlich war. Aber da war etwas Besonderes. Er hatte diese Unruhe, forderte einen immer heraus, diskutierte."
De la Fuente und Scaloni: Mehr als nur Kollegen
Diese Erinnerungen an Scaloni liegen etwa neun Jahre zurück. Der Argentinier absolvierte damals seinen Trainerschein in einem speziellen Programm des spanischen Verbandes - und ausgerechnet de la Fuente war sein Lehrer. Spezialgebiet: Taktik. Am Sonntagabend (21 Uhr/ZDF und MagentaTV) nehmen sie im WM-Finale andere Rollen ein. Aus Mentor und Schüler werden ebenbürtige Gegner. Mehr als nur Kollegen sind die beiden ohnehin längst.
"Wir sind Freunde. Er weiß, wie mein Team spielt. Ich weiß, wie seines spielt. Wir haben ähnliche Muster, versuchen beide, stark mit dem Ball zu agieren", erzählte Scaloni. Auch de la Fuente betonte, dass man "viele Konzepte, Werte und Prinzipien gemeinsam" habe. Da sei man sich sehr ähnlich. Auch im Versprechen für das Finale in East Rutherford im Bundesstaat New Jersey - das erste Spiel gegeneinander - ist man sich einig. Eine gute Show werde es, sagt Scaloni, laut de la Fuente wird sie sogar großartig.
Auf der einen Seite Spanien mit intensivem Pressing, schnellen Ballzirkulationen und Spielern, die sich schon seit Kindheitstagen kennen. Auf der anderen Seite das erfahrene argentinische Team mit der Fähigkeit, sich auf jeden Gegner einzustellen. Und mit Lionel Messi, der bei dieser Weltmeisterschaft seinen Anspruch auf den Titel als bester Fußballer aller Zeiten mit starken Auftritten ein weiteres Mal untermauerte.
"Es tut mir leid": Argentiniens Coach hat enge Verbindung zu Spanien
Obwohl Scaloni ebenso wie Messi ein Argentinier mit italienischen Wurzeln ist, ist seine Verbindung zu Spanien sehr eng. Er lebt auf Mallorca, seine Frau ist Spanierin - doch für einen Tag spielt das für Scaloni nur eine Nebenrolle. "Jeder kennt meine Verbindung zu Spanien, weiß über meine Familie. Doch am Sonntag, es tut mir leid, werde ich versuchen, sie zu schlagen", sagte der 48-Jährige.
Im Dezember 1997 wechselte er zu Deportivo La Coruna und verbrachte den Großteil seiner Spielerkarriere in Spanien. Während einer Leihe zu RCD Mallorca lernte er seine Frau Elisa Montero kennen. Heute hat das Paar zwei Söhne. Mit Informationen über sein Privatleben hält sich Scaloni weitestgehend zurück.