Auf einer Feier in Oberbayern werden mehrere Menschen verletzt. Trotz eines Großeinsatzes der Polizei kann der Täter nicht gefasst werden.
Bei einem Dorffest am Samstagabend (18. Juli 2026) mit etwa 700 Gästen in Egling im Landkreis Wolfratshausen wurden acht Personen verletzt. Der Täter ist weiterhin auf der Flucht, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten analysieren nun Videoaufnahmen und hoffen auch auf Zeugenaussagen.
Das Motiv hinter den Angriffen ist bislang unklar. Die Polizei geht jedoch nicht von einem Terroranschlag aus. Ein Sprecher bestätigte eine entsprechende Information der "Süddeutschen Zeitung".
Gewaltorgie auf oberbayerischem Dorffest
Bei den Festlichkeiten handelte es sich um eine sogenannte "Blaulichtparty" - diese Art von Event wird meist von einer Organisation aus dem Blaulichtbereich organisiert, teils jedoch sind Veranstalter örtliche Burschenvereine, möglicherweise in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr. Der Vorsitzende des Burschenvereins und Hauptorganisator, Simon Raß, zeigte sich erschüttert. "Das ist immer so ein gemütliches Fest gewesen. Es ist sehr traurig, dass es so geendet hat", sagte er der Mediengruppe "Münchner Merkur/tz".
Vor Mitternacht war es zunächst zu einem Messerangriff gekommen. Nach bisherigen Erkenntnissen schlug ein Unbekannter zunächst einem 24-Jährigen unvermittelt gegen den Kopf. Als dieser zu Boden ging, konnte er den Angaben nach erkennen, wie der Angreifer dessen 16-jährigen Freund mit einem Messer am Unterarm verletzte. Im weiteren Verlauf des Abends attackierte der Angreifer weitere Festbesucher und ergriff anschließend die Flucht. Gegen 23.45 Uhr wurden die Beamten den Angaben zufolge alarmiert. Der Messerangreifer konnte in der Menge verschwinden – rund 700 Menschen hatten auf der vom örtlichen Burschenverein organisierten Blauliachd-Party gefeiert.
Insgesamt mussten laut Polizei acht Menschen medizinisch versorgt und teils in Krankenhäuser gebracht werden. Laut der Mediengruppe "Münchner Merkur/tz" wurden einige der Opfer in der Nacht operiert - sie sollen unter anderem Knochenbrüche erlitten haben. Die Polizei äußerte sich nicht zu den Verletzungen.
Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften
Polizei und Rettungskräfte waren mit einem großen Aufgebot im Einsatz. Rund 60 Polizeibeamte, darunter ein Zug des Unterstützungskommandos (USK) des Polizeipräsidiums München, fünf Rettungswagen und zwei Notärzte waren vor Ort. Außerdem wurden ein Rettungshubschrauber und eine polizeiliche Drohne eingesetzt. Die Feuerwehr Egling unterstützte mit 15 Einsatzkräften beim Ausleuchten des Geländes und bei der Verkehrslenkung.
Das Fest, das bereits in den Vorjahren stattgefunden hatte und eigentlich bis zum frühen Morgen dauern sollte, wurde abgebrochen. Wie Raß der Mediengruppe "Münchner Merkur/tz" sagte, war ein Sicherheitsdienst vor Ort und die Konzepte von Landratsamt und Polizei seien eingehalten worden.