Terroranschlag auf Flugzeug? Dramatisches Video kursiert nach Notlandung - 180 Israelis an Bord

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Flugzeugnotlandung in Saudi-Arabien: Pilot erleidet Stichverletzung
Im Nahen Osten sind rund 180 Passagiere eines Flugzeugs wohl nur knapp einer Katastrophe entkommen. (Symbolbild)
Flugzeugnotlandung in Saudi-Arabien: Pilot erleidet Stichverletzung
Uncredited/AP/dpa

Ein Flydubai-Flug nach Tel Aviv musste nach einem dramatischen Vorfall in Saudi-Arabien notlanden. Nach ersten Berichten verhinderte die Crew mit Passagieren möglicherweise einen Anschlag.

Ein Flydubai-Flug, der nach Tel Aviv unterwegs war, musste am Mittwoch (30. September 2026) nach einem gewaltsamen Zwischenfall im Cockpit in Saudi-Arabien notlanden. Übereinstimmenden Berichten israelischer Medien zufolge soll ein Pilot seinen Kollegen mit einem Messer verletzt haben. Passagiere halfen dabei, den Angreifer zu überwältigen. Es wird nun geprüft, ob der Angreifer versucht hat, das Flugzeug absichtlich zum Absturz zu bringen.

Medienberichte, die besagen, dass in Israel zunehmend von einem vereitelten Terroranschlag auf die Maschine mit ungefähr 180 israelischen Passagieren ausgegangen wird, wurden bislang nicht offiziell bestätigt. Ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter, der anonym bleiben möchte, sagte dem TV-Sender N12, dass eine schwere Katastrophe verhindert worden sei.

Notlandung im Nahen Osten

Das Flugzeug sei über Saudi-Arabien abgedreht und auf dem Flughafen von Tabuk gelandet, hieß es in israelischen Medienberichten. Flydubai bestätigte laut dem Sender Al-Arabija einen "Vorfall" an Bord. Der Flughafen in Tabuk bestätigte die Notlandung und teilte mit, dass der Kapitän und der erste Offizier mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht wurden. Angaben über weitere Verletzte gab es zunächst nicht. Zuvor war berichtet worden, dass die Maschine zunächst den Code 7700 abgesetzt hat, der auf eine Notlage hinweist, und anschließend den Code 7500, der zur Meldung einer Flugzeugentführung verwendet wird. Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, dass die Maschine zu Beginn des Vorfalls steil in die Tiefe geflogen sei.

Einer der Piloten habe den anderen mit Hilfe von Passagieren daran gehindert, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Ein Bild von Bord der gelandeten Maschine soll einen Passagier mit einem blutbefleckten Hemd zeigen. Einer der Piloten habe eine Stichverletzung erlitten. Zunächst war nur von einer Auseinandersetzung zwischen dem Kapitän und dem Copiloten die Rede gewesen. Das israelische Nachrichtenportal "ynet" veröffentlichte eine Videobotschaft, die einen israelischen Passagier mit blutüberströmtem Gesicht direkt nach dem Vorfall an Bord zeigen soll. "Wir haben die Terroristen überwältigt", sagte er. Die Landung stehe unmittelbar bevor. "Wir brauchen Hilfe."

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, der tatverdächtige Copilot stamme aus dem Oman. Dafür gab es aber zunächst keine offizielle Bestätigung. Zunächst hatte es geheißen, der Pilot sei russischer und der Copilot ukrainischer Herkunft. Das russische Generalkonsulat in Dubai teilte der Moskauer staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit, dass die Berichte über einen russischen Piloten im Cockpit nicht den Tatsachen entsprechen. Das Konsulat habe von der Airline die Information erhalten, dass kein russischer Staatsbürger an Bord gewesen sei. Eine Israelin erzählte dem TV-Sender N12, dass unter den Passagieren große Angst geherrscht habe und es "Schreie und Panik" gegeben habe.

Netanjahus Büro mit Stellungnahme

"Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer", sagte sie. Den Passagieren der Maschine gehe es inzwischen gut. "Die Situation hätte aber auch anders enden können", sagte sie. Eine weitere Israelin erzählte dem Sender, sie habe Schreie im Flugzeug gehört und anschließend viel Blut im Cockpit gesehen. "Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden." Eine israelische Sprecherin bestätigte, dass der tatverdächtige Copilot gegenwärtig in Saudi-Arabien befragt werde. Die israelischen Passagiere warten den Berichten zufolge auf ihre Heimreise.

Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte mit, dass die Lage unter Kontrolle sei und man alles unternehme, um die sichere Rückkehr der israelischen Passagiere in ihre Heimat zu gewährleisten. Die Passagiere an Bord wurden laut N12 angewiesen, sitzen zu bleiben und das Flugzeug nicht zu verlassen. Lediglich die beiden Piloten seien von Bord gebracht worden. Noch sei unklar, ob sie mit einem Ersatzflugzeug oder von der israelischen Luftwaffe nach Israel gebracht werden sollen.

Die Emirate hatten Israel 2020 im Rahmen eines Annäherungsabkommens anerkannt und haben seitdem die Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Wirtschaft und Verteidigung verstärkt. Dubai ist unter Israelis in den letzten Jahren zu einem beliebten Reiseziel geworden. Netanjahu war erst am Sonntag auf Einladung von Präsident Mohammed bin Sajid in die Emirate gereist. Israel und Saudi-Arabien unterhalten bislang keine diplomatischen Beziehungen, arbeiten jedoch nach Medienberichten hinter den Kulissen in einigen Bereichen zusammen. Eine mögliche Normalisierung der Beziehungen ist seit Jahren Gegenstand diplomatischer Bemühungen, gilt aber seit dem Gaza-Krieg als zunehmend unwahrscheinlich.