Kampfjets üben am Flughafen Nürnberg: Das ist "wichtig zu wissen"

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Kampfjets üben am Flughafen Nürnberg: Das ist "wichtig zu wissen"
Gleich mehrere Eurofighter werden im Rahmen einer Übung auf dem Flughafen Nürnberg landen. (Archivbild)
Eurofighter
Hauke-Christian Dittrich/dpa
Kampfjets üben am Flughafen Nürnberg: Das ist "wichtig zu wissen"
Gleich mehrere Eurofighter werden im Rahmen einer Übung auf dem Flughafen Nürnberg landen. (Archivbild)
Eurofighter bei Übungsflug am Luftwaffenstützpunkt Nörvenich
Christoph Reichwein/dpa
Kampfjets üben am Flughafen Nürnberg: Das ist "wichtig zu wissen"
Gleich mehrere Eurofighter werden im Rahmen einer Übung auf dem Flughafen Nürnberg (Archivbild/Symbolbild) erwartet.
Flughafen Nürnberg mit völlig neuer "Shopping- und Erlebniswelt" - finaler Bauabschnitt naht
Ralf Welz / inFranken.de (Symbolbild)

Am Flughafen Nürnberg steht eine mehrtägige Übung der Luftwaffe bevor. Der Airport meldet sich mit wichtigen Informationen.

Die deutsche Luftwaffe führt in der ersten Oktoberwoche von Montag bis Freitag eine mehrtägige Übung am Flughafen Nürnberg durch. Schaulustige können dann gleich mehrere Kampfjets des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau bestaunen, die in Franken für den Ernstfall trainieren.

"Die Übung dient dazu, den Betrieb militärischer Flugzeuge von einem zivilen Flughafen aus zu trainieren und wichtige Erkenntnisse für die Einsatzfähigkeit der Luftwaffe zu gewinnen", informiert der Flughafen im Netz. Kurz vor Start wendet sich der Airport an die Bevölkerung.

Eurofighter am Flughafen Nürnberg - Airport will Beunruhigung vorbeugen

"Dispersed Operations" - unter diesem Namen will die Luftwaffe in aus geopolitischer Sicht zunehmend herausfordernden Zeiten ihre Einsatzbereitschaft proben. Vier Eurofighter werden zeitweise vom Flughafen aus operieren. Dabei sei "wichtig zu wissen": 

  • Es handelt sich um eine geplante Übung der Deutschen Luftwaffe.
  • Die eingesetzten Eurofighter sind nicht bewaffnet.
  • Der zivile Flugverkehr läuft währenddessen regulär weiter.
  • Die Flugzeuge werden voraussichtlich einmal täglich starten und landen.
  • Vor allem durch Starts und Landungen kann es zeitweise zu einer deutlich wahrnehmbaren Geräuschentwicklung kommen.

Es gelte, "Verfahren zu harmonisieren und ein gegenseitiges Verständnis für Abläufe zu schaffen", erklärte im Juni ein Sprecher der Luftwaffe gegenüber inFranken.de. Dazu würden Dinge, wie Zugangsregelungen, das Einhalten der Sicherheitsvorschriften, Kommunikationsanbindungen, Treibstoffversorgung und Wartungsarbeiten gehören, aber auch das gemeinsame Vorgehen bei Notfällen oder Sicherheitsvorkommnissen.

Verteilung als wichtige Strategie gegen Angriffe

Aus dem Sinn und Zweck der "Dispersed Operations" macht die Bundeswehr kein Geheimnis: "Moderne Konflikte folgen einem klaren Muster: Wer angreift, zielt zuerst auf die Luftwaffenstützpunkte des Gegners. (...). Die Antwort auf diese Bedrohung ist simpel, aber wirkungsvoll: Verteilung. Wer nicht an einen Ort gebunden ist, bleibt handlungsfähig. Auf viele Standorte ausweichen zu können, zwingt den Gegner, seine Kräfte zu streuen. Deutschland verfügt über rund 30 größere Verkehrsflughäfen, die militärische Jets aufnehmen können. Im Alltag rein zivil genutzt, werden sie im Ernstfall zur Reserve", heißt es in einem offiziellen Statement.

Wie effektiv diese Verteilung sein kann, zeigte sich bei der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022. Um Jets und Hangars zu zerstören, Rollbahnen unbrauchbar zu machen und Personal zu töten, wurde eine massive Anzahl an Marschflugkörpern auf ukrainische Militärflugplätze geschossen.

Wie die russische Armee in den nächsten Tagen und Wochen allerdings feststellen sollte, war die ukrainische Luftwaffe selbst nach dieser Attacke schlagkräftig genug, um dabei zu helfen, die Truppen Moskaus aufzuhalten, und sie in vielen Teilen des Landes schließlich sogar zurückzuwerfen. Ein Schlüsselfaktor für das Überleben der Luftstreitkräfte war die gezielte Verstreuung von Material und Personal auf verschiedene Stützpunkte im ganzen Land.

Luftwaffe hat "sehr enges Vertrauensverhältnis" zum Airport

Angesprochen auf die Wahl des Nürnberger Flughafens, der auch abseits der Übung als Ausweichflugplatz für den allgemeinen Flugbetrieb des Luftwaffengeschwaders 74 fungiert, erklärte der Luftwaffen-Sprecher: "Mit dem Flugplatz Nürnberg besteht ein sehr enges Vertrauens- und Zusammenarbeitsverhältnis, welches von gegenseitigem Verständnis der jeweils anderen Notwendigkeiten, Möglichkeiten und Fähigkeiten geprägt ist". Auch ein renommiertes Online-Portal zeigt sich in einem globalen Ranking angetan vom Airport Nürnberg - und platzierte ihn als einzigen deutschen Flughafen in den Top 30.

Trotz des ernsten Hintergrunds wird das Spektakel mit Sicherheit den ein oder anderen Schaulustigen anziehen, denn der Eurofighter gilt als einer der besten und modernsten Kampfjets der Welt. Entsprechend teuer ist er in der Anschaffung, jede Maschine dürfte um die 100 Millionen Euro aus dem Verteidigungshaushalt beansprucht haben. Flugzeugfans werden in Nürnberg auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.

Am 25. Oktober startet der Winterflugplan. Ein Netz-Beitrag dazu löste Kritik aus. Weitere Nachrichten aus Nürnberg und Umgebung liest du in unserem Lokalressort.