Apps, die direkt in den Tod führen

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"Zero"
Was tun gegen die zunehmende Überwachung und Fremdsteuerung der Menschen mithilfe der "ActApps"? Die Journalistein Geoff (Matthias Weidenhöfer) und Cynthia (Heike Makatsch) in der Redaktion des Online-Magazins "Daily".
WDR/Volker Roloff
"Zero"
Heike Makatsch als Aufklärerin in einer nahen digitalen Zukunft: Als Journalistin Cynthia Bonsant trägt sie die "Brille" der aktuellen "ActApp". Die kann man auch dazu nutzen, sich den bereits verstorbenen Ehemann (Fabian Joest Passamonte) virtuell wiederherzustellen.
WDR/Volker Roloff
"Zero"
Was bringt die Zukunft? Journalistin Cynthia (Heike Makatsch, rechts) und ihre Tochter Viola (Luise Emilie Tschersich) auf dem Weg zur Präsentation der neuen "ActApp"-Version.
WDR/Volker Roloff
"Zero"
Cynthia (Heike Makatsch) trifft Carl Montik (Sabin Tambrea), den Chef des Freemee-Konzerns. Die Firma entwickelte die sogenannte "ActApp", welche das Leben der meisten Menschen gefährlich nah begleitet.
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"Zero"
Die Journalisten Geoff (Matthias Weidenhöfer, links) und Tony (Axel Stein) vom Online-Magazin "Daily" verfolgen mit Cynthia (Heike Makatsch) den Live-Stream der ZERO-Attacke im Innenministerium.
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"Zero"
Cynthia (Heike Makatsch) spürt einen Rebellen auf, den die Regierung als Terrorristen bezeichnet: ZERO, gespielt von Pit Bukowski.
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"Zero"
Journalistin Cynthia (Heike Makatsch) stellt Freemee-Chef Carl Montik (Sabin Tambrea) kritische Fragen.
WDR/Volker Roloff

Heike Makatsch spielt in "Zero" (2021), der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Marc Elsberg ("Blackout"), eine Journalistin, die das Komplott eines mächtigen Internet-Konzerns samt Regierungs-Mauscheleien aufdecken muss.

"Sie wissen, was du tust", lautet etwas plakativ der Untertitel des Romans "Zero" von Bestseller-Autor Marc Elsberg. Bereits 2014 erschien Elsbergs in einer nahen Zukunft spielendes Buch, in dem sich die Menschen über ihre "ActApp" in fast jeder Lebenssituation erzählen lassen, was in diesem Moment zu tun wäre. Teil dieser Welt ist die erfahrene Journalistin Cynthia Bonsant (Heike Makatsch), Witwe und alleinerziehende Mutter der 17-jährigen Viola (Luise Emilie Tschersich). Cynthia war nach dem Tod ihres geliebten Mannes eine Weile arbeitslos, bekommt aber nun vom einflussreichen Online-Medium "Daily" eine Chance zur Bewährung.

Sie soll einen Skandal erforschen: Kameradrohnen drangen illegal in ein Geheimtreffen von Carl Montik (Sabin Tambrea), Vorstandsmitglied des marktbeherrschenden Internetkonzerns "Freemee", mit Regierungsmitgliedern ein - und dokumentieren das Geschehen live im Internet. Die anonyme Netzaktivistengruppe "Zero", die von der Regierung als terroristisch eingestuft wird, bekennt sich öffentlich zu dem medialen Angriff. Als ein Freund von Cynthias Tochter bei einer im Netz übertragenen Hetzjagd auf einen Kriminellen erschossen wird, lenkt das ihren Verdacht auf die Machenschaften des Konzern "Freemee". Cynthia vermutet, dass die "ActApp" mitverantwortlich für den Tod des Jungen sein könnten. Die Journalistin beginnt mit der Recherche, die gemäß den Regeln des Science-Fiction-Thrillers natürlich auch sie selbst samt Tochter in Gefahr bringt.

2020/21 machte das Erste in Science Fiction

Woran die 2014 durchaus weitsichtige Vision Marc Elsbergs in der 2021-Filmumsetzung von Jochen Alexander Freydank (Regie) und Johannes Betz (Drehbuch) ein wenig krankt, ist die leichte Abgenutztheit der ein oder anderen pessimistischen Zukunfts-Idee sowie die etwas plakative Umsetzung des Stoffes mithilfe gängiger Krimi- und Thriller-Klischees. Das Thema des Films bleibt zwar sehr aktuell, seine Umsetzung aber doch weitgehend erwartbar.

Von wegen, die Zukunft würde Abenteuer bereithalten. Diese "Near Future" arbeitet doch ein wenig zu sehr mit Mitteln vielfach beanspruchter Dystopien in einer blässlichen TV-Welt, die zudem nach einem etwas zu schmalen Budget ausschaut. Der TV-Film war seinerzeit Teil einer ARD-Reihe mit realistischen Science-Fiction-Stoffen, zu denen auch Maria Schraders preisgekrönte Tragikomödie "Ich bin dein Mensch", der Smart-Home-Thriller "Das Haus" mit Tobias Moretti und die Cyber-Dystopie "Exit" mit Friedrich Mücke zählten

Zero - Mi. 27.05. - ARD: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst