Mit so einer Expertise hatte der "Bares für Rares"-Verkäufer nicht gerechnet: "Die Expertise hat mich extrem aus den Schuhen gehauen."
Horst Lichter erkannte in der Montagsausgabe der Trödelshow "Bares für Rares" (ZDF) zunächst nicht, welch kostbare und antike Mosaikarbeit hinter Ronnys Fund steckte. Dafür war Heide Rezepa-Zabel umso begeisterter. Ihre sensationelle Expertise sorgte dann auch beim Verkäufer für ungläubiges Staunen - vor allem angesichts des möglichen Gewinns.
Lichter fand die Brosche zunächst einfach nur "süß". Aber Rezepa-Zabel sah in dem Schmuckstück deutlich "mehr als süß" und kam aus dem Schwärmen kaum heraus: "Zauberhaft." Als Lichter wissen wollte, ob das Motiv handgemalt sei, verwies sie auf das Alter. Die antike Brosche wäre über einen so langen Zeitraum längst verblasst.
Während eines Urlaubs in der Schweiz hatte Ronny aus Sonnenberg die Brosche in der Vitrine eines Secondhandladens entdeckt. "Die stach heraus. Mir hat die Arbeit sehr gut gefallen", erzählte er. Lichter fragte sich immer noch, wie der Vogel auf den schwarzen Stein gelangt war. Eines stand schon mal fest: Aufgemalt wurde er nicht.
Bei der Brosche handelte es sich um ein "sogenanntes Florentiner Mosaik". Lichter konnte es kaum glauben und fragte verblüfft: "Das ist ein Mosaik? Oh, mein Gott!" Offenbar waren die feinen Konturen für ihn nicht erkennbar. Tatsächlich wurde die weiße Taube aus exakt zugeschnittenem Chalzedon gefertigt und in einen schwarzen Achat eingesetzt.
"Mein lieber Scholli": Expertise überrascht sogar Horst Lichter
Das grüne Band bestand aus Malachit und die roten Beeren aus feinem Jaspis. Besonders angetan war Rezepa-Zabel vom Motiv der Friedenstaube aus Noahs Arche: "Das ist wirklich zauberhaft gemacht." Eine weitere Überraschung zeigte sich auf der Rückseite. Dort stand der bekannte Name Giocondo Torrini aus Florenz.
Torrini stand für eine traditionsreiche und renommierte Goldschmiedefamilie, deren Geschichte bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, erzählte Rezepa-Zabel: "Über 26 Generationen wurde das Gewerk weitergegeben." Giocondo Torrini eröffnete 1841 ein Geschäft in Florenz und "seine Werke wurden auf der ganzen Welt in Museen ausgestellt".
Anhand des französischen Importstempels in Form einer Lilie konnte die Expertin die Brosche zeitlich von 1847 bis 1854 einordnen. "Wow", war Ronny verblüfft, denn mit einem derart alten Fund hatte er nicht gerechnet. Die nach etruskischem Vorbild gestaltete Fassung bestand zudem aus edlem 750er Gold. "Mein lieber Scholli", staunte auch Lichter.